Von Eketahuna über Wanganui und Stratford zum Mount Taranaki…

Tag 144 // Die Nacht im Eketahuna Motor Camp war sehr ruhig und angenehm. Wir haben sehr gut geschlafen. Kurz nach 8 Uhr werden wir wach. Carmen und Martin winken uns auch schon aus ihrem verdunkelten Camperfenster. Getönte Seitenscheiben hat ihr edler Camper sogar. Die beiden Schweizer haben sich schon an uns angepasst und sind auch zu gechillten Langschläfern geworden. Es wird Zeit für das „Morgenessen“. Dieses nehmen wir bei einem Tisch vor der Campground Küche zu uns. Während dem Frühstück beratschlagen wir uns über die nächsten Stationen unserer Reise. Carmen ruft bei einem Visitorcenter an und wir erkundigen uns über das Wetter für die nächsten Tage. Danach ruft David bei einem Campground an und wir reservieren für morgen und übermorgen einen Stellplatz in der Nähe eines Wandertracks, den wir unbedingt gehen wollen. Als wir die Planung abgeschlossen haben, machen wir uns auf den Weg. Heute wollen wir eine weite Strecke Richtung Norden zurücklegen. Es regnet leicht und deswegen versäumen wir nicht besonders viel während der Fahrt. Um 10:15 Uhr fahren wir von Eketahuna am State Highway 2 in Richtung Norden und anschließend weiter westlich nach Wanganui. Ungefähr 2 Stunden sind wir unterwegs. Eveline hat das Steuer fest im Griff. Den ersten Stopp des Tages legen wir bei einem Countdown ein. Die haben auch an einem Sonntag geöffnet. Die Damen der Runde benötigen dringend Kontaktlinsenflüssigkeit. Doch diese bekommen wir hier leider nicht. Die Pharmacy-Abteilung dieser Supermarktfiliale hat Sonntags dann leider doch geschlossen. Dafür kaufen die Herren der Runde Bier ein. Bei der Kassa dann die komplette Verarschung. Der normale Ausweis wird an der Supermarktkasse nicht akzeptiert. Hier muss nämlich jeder einen Ausweis herzeigen, um Alkohol kaufen zu können. Egal wie alt man ist, oder wie man ausschaut. Und das Beste: Der österreichische Führerschein wird natürlich nicht als Ausweiß anerkannt. Man muss den Reisepass herzeigen. David geht daraufhin zum Auto, um seinen Reisepass zu holen, während Eveline bei den (!! drei  !! Uhhuu da kauft jemand Bier) zusammengelaufenen Kassendamen wartet. Als David mit dem Reisepass retour kommt, diesen vorzeigt und bezahlen will, wird jetzt auch noch von Eveline der Reisepass verlangt. Versteckte Kamera? Wo ist die bitte genau montiert? Das gibt es jetzt nicht. Nur weil Eveline wartet und offensichtlich zu David gehört. Also geht auch Eveline noch einmal zum Auto und holt ebenfalls ihren Reisepass. Dann können wir erst endlich bezahlen. Der ganze Aufwand nur wegen 6 kleinen Dosen Bier. So ein Kindergarten. Frisch geshoppt fahren wir jetzt weiter. Wir wollen uns einen Picknickplatz suchen und ein bisschen etwas jausnen. Das erledigen wir auf der Strecke. Wir essen ein Vollkornweckerl mit Philadelphia und Räucherlachs. Danach jeder ein Rübli und als Nachspeise eine Golden Kiwi. David übernimmt jetzt wieder das Steuer und wir fahren weitere 1,5 Stunden bis nach Stratford. Dort soll es ein Visitorcenter geben. Doch dieses hat bei unserer Ankunft leider schon geschlossen. Wir googeln, was man hier so alles unternehmen kann und entscheiden uns für den 10 Minuten entfernten Potaema Track. Ein netter Abendspaziergang. Insgesamt sind wir nur 30 Minuten unterwegs. Ein Easy-Walk quasi, durch einen dichten Regenwald. Der Stratford Plateau Carpark ist unser nächstes Ziel. Dort wollen wir heute nächtigen. Wieder einmal handelt es sich nur um einen simplen Schotter-Parkplatz. Kein offizieller Campingplatz eben. Aber eine Toilette ist zumindest mal vorhanden. Ein halbwegs gerader Stellplatz wird gesucht und die zwei schönsten Escape Camper stehen auch diesen Abend wieder einmal nebeneinander. Es ist kurz nach 17 Uhr. Auf dem Plateau kann man einen kurzen Spaziergang zu einer Aussichtsplattform machen. Dort gehen wir ebenfalls noch hin und unterhalten uns. Danach beginnen wir mit dem Kochen. Es gibt Maiskolben als Vorspeise. Danach Filet Steaks mit Reis und Salat. Das Fleisch hier ist einfach qualitativ hochwertig und verhältnismäßig günstig. Da muss David einfach immer zuschlagen. Bei Carmen und Martin gibt es Wraps, ebenfalls mit einem Rumpsteak gefüllt. Abwaschen können wir nur beim Handwaschbecken bei den Toiletten. Mit kaltem Wasser. Es funktioniert. Besser als gar nicht abzuwaschen. Danach schreiben wir unsere Tagesberichte. David überspielt Carmen und Martin alle Folgen Game of Thrones auf ihre Festplatte. Es ist ziemlich frisch hier am Abend. Es zieht Nebel auf hier beim Mount Taranaki und wir verkriechen uns bald in den Camper. Es werden dann noch weitere mögliche Aktivitäten auf der Nordinsel besprochen. Ein gemütlicher Tag geht zu Ende…
Gefahrene Kilometer: 287
dscf0167-2

Beim Potaema Track…

dscf0169-2

Angekommen beim Stratford Plateau Carpark…

dscf0170-2

Aussicht vom Plateau…

dscf0180-2

Der Mount Taranaki ist heute Abend in dichten Nebel gehüllt…

Ein schöner Tag in Wellington und weiter nach Eketahuna…

Tag 143 // Sehr gut und lange haben wir geschlafen. Es ist schließlich Samstag. Die Nacht auf dem öffentlichen Parkplatz Barnett Street Car Park mitten in Wellington war überraschenderweise sehr ruhig. Wir hätten erwartet, des Öfteren von berauschten Partytigern aus dem Schlaf gerissen zu werden. Ähnlich wie damals in Las Vegas, am Walmart Parkplatz. Aber dem war nicht so. Um halb 9 stehen wir erst auf. Martin und Carmen sind auch schon wach. Wir machen uns Frühstück. Es ist sehr windig heute. Deswegen setzen wir uns mit dem Joghurt, den Butterbroten und dem Kaffee in die Fahrerkabine. Carmen und Martin haben sogar ihr Bett abgebaut und für das Frühstück den Tisch im Inneren ihres Campers aufgebaut. Nach dem Frühstück setzen wir uns zu den Nachbarn an den Tisch und wir besprechen den heutigen Tag und die Route für die Nordinsel. Irgendwie haben wir eh ziemlich ähnliche Pläne. Also werden wir mal gemeinsam weiterreisen. Den heutigen Tag verbringen wir auf jeden Fall gemeinsam. Was steht heute auf dem Programm? Es gibt ein super Museum in der Stadt. Das Te Papa Tongarewa nämlich. Eine echt edle Sonderausstellung ist noch dazu gerade hier in Wellington zu sehen. Und zwar handelt es sich hierbei um die berühmten chinesischen Terrakotta Krieger. Nicht alle natürlich. Aber 10 davon werden um die ganze Welt geschifft oder eben geflogen. Und zufälligerweise sind wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Diese Krieger wollten wir schon immer sehen. Und China ist sich auf unserer Reise dann leider nicht mehr ausgegangen und wäre auch nicht mehr möglich gewesen. Den Grund dafür wissen wir jetzt nicht mehr genau. Es hat aber auf jeden Fall etwas mit den zuvor schon besuchten Ländern zu tun. Wir hätten auf dieser Reise auf jeden Fall nicht in China einreisen dürfen. Komplett egal jetzt. Wir sind in Wellington und die Terrakotta Krieger sind es auch. Das Museum sperrt um 10 Uhr auf. Fünf Minuten gehen wir bis dorthin. Es ist schon einiges los hier. Die Terrakotta Krieger ziehen anscheinend die Besuchermassen an. 19 NZD bezahlt man für die Sonderausstellung. Der Eintritt in das restliche Museum ist frei. Auch nicht schlecht. Wir kaufen die Tickets und dürfen erst um 11 Uhr zur Sonderausstellung. Derweil schauen wir uns im restlichen Museum um. Ein sehr schönes Gebäude mit interessanten Ausstellungen. Um einiges größer, als wir das gewohnt sind. Die zuletzt besuchten Museen waren allesamt klein und hatten einen sehr privaten Charakter. Aber hier handelt es sich ja schließlich um ein Museum in einer Hauptstadt. Das darf schon mal ein bisschen größer sein. Um 11 Uhr ist es dann soweit und wir dürfen zu der Ausstellung über die Han Dynastie im 4. Stock des Museums. Man wird an zahlreichen Ausstellungsstücken vorbeigeschleust, bis man schließlich beim Raum mit den Terrakotta Kriegern ankommt. Es ist sehr dunkel. Nur die lebensgroßen Tonfiguren sind beleuchtet. Zwei Terrakotta Pferde sind auch dabei. Sehr beeindruckend. Echte Kunstwerke. Kein Krieger ist doppelt. Jeder ist ein Unikat. 8000 Stück sind es insgesamt, an der Fundstelle in China. Jeder hat seine Funktion. Von den Bogenschützen über den Schreiberling bis hin zum General. Über eine Stunde verbringen wir in der Sonderausstellung. Danach schauen wir uns noch im restlichen Museum um. Eine Maori Ausstellung gibt es ebenfalls hier. Diese ist auch sehr interessant. Zwei verschiedene Welten aus verschiedener Zeit. Sehr fein. Ungefähr um 14 Uhr verlassen wir das Museum und machen uns zu Fuß auf den Weg Richtung Hafen. Dort gibt es einen Underground Market. Der ist hier jeden Samstag von 10 bis 16 Uhr. Eveline nimmt einen Coffee to go und wir schauen uns um. Viele Basteleien, Schmuck und dergleichen gibt es auf diesem Markt zu erwerben. Bei den Essenständen wird es dann schon viel interessanter. Beim Taiwan Food Stand schlagen wir zu. Chrispy Chicken und einen Chrispy Chicken Salad. Carmen und Martin gönnen sich eine Paella. Frisch gestärkt geht es jetzt weiter zum Parlament. Das müssen wir uns natürlich auch noch anschauen, wenn wir schon mal in der Hauptstadt von Neuseeland sind. Es ist sehr windig heute. Nach der äußerlichen Parlamentsbesichtigung und ein paar Fotos starten wir auf eine Tour durch die Innenstadt. Eveline sucht schon seit längerem eine neue Regenjacke. David braucht endlich eine neue Weste. Die alte ist durch die bisherige Weltreise sehr stark in Mitleidenschaft gezogen worden. David wurde von Martin deswegen schon als „Landstreicher“ bezeichnet. Auf jeden Fall besuchen wir einige Outdoor Geschäfte, wir werden jedoch nicht fündig. Kein Shoppingerfolg also in Wellington. Macht auch nichts. Wieder retour zu den Escape Campern. Jetzt fahren wir einkaufen. Ein New World befindet sich gleich neben dem Parkplatz. Es ist 16:15 Uhr. Ein paar Lebensmittel brauchen wir wieder für die weitere Reise. Vor allem frisches Brot und Joghurt. Carmen und Martin geht es ähnlich. Nach dem Einkauf reserviert Carmen telefonisch den Campground für den heutigen Abend. Dieser befindet sich 2 Stunden entfernt in Eketahuna. Eveline und Martin übernehmen die Steuer der Campervans. Die Landschaft ist wie bei uns in Österreich. Wir haben das Gefühl, in Richtung Pielachtal unterwegs zu sein. Schließlich müssen über einen Bergpass und bleiben daher kurz beim Rimutaka Crossing Lookout stehen. Es hat ungefähr 20 Grad und es ist nach wie vor sehr windig. Kurz vor 20 Uhr kommen wir beim Campground an. Dieser ist sehr überschaubar und gemütlich. Günstig ist er ebenso. 14 NZD für 2 Personen. Der Chef kassiert den Stellzins persönlich. Bar natürlich, ohne Receipt. Es sei ihm vergönnt. Die Duschen sind sauber und wir können die Lebensmittel in einem Kühlschrank einkühlen. Die Wasserarmaturen hier in Neuseeland geben uns nach wie vor Rätsel auf. Links befindet sich ein Heißwasserhahn mit kochendem Wasser, rechts der Hahn für das (eis-) kalte Wasser. Kein Mischer. Interessant. Kein Warmwasser. Keine Kompromisse also hier in Neuseeland. Entweder 0 oder 1. Zum Abendessen gibt es Springrolls und Sushi für Eveline und David. Carmen und Martin genießen ebenfalls ihren Salat. Wir essen im Freien zwischen unseren beiden Campern. Es ist schon sehr frisch jetzt am Abend. Ungefähr 15 Grad hat es und es ist immer noch windig. Sonnenuntergang ist schon um 20:45 Uhr. Wir machen es uns im Camper gemütlich und Eveline telefoniert noch mit ihren Eltern, während sich David um diesen Blogeintrag kümmert…
Gefahrene Kilometer: 144
dscf0119

Terrakotta Armee – Sonderausstellung in Wellington…

dscf0102

Jeder Tonkrieger ist ein Unikat…

dscf0091

Wir sind sehr beindruckt…

dscf0038

Auf Entdeckungstour durch Wellington…

dscf0031

Wellington hat viel zu bieten…

dscf0140

Parliament House Wellington…

dscf0144

Aussicht beim Rimutaka Crossing Look Out…

dscf0150-2

Rimutaka Crossing Look Out…

Mit der Fähre von Picton nach Wellington…

Tag 142 // Die Nacht war ganz okay. Die Straße war nur 10 Meter von unserem Camper entfernt, deswegen war es etwas lauter, als wir das gewohnt sind. Trotzdem haben wir gut geschlafen. Eveline ist wieder einmal früher auf und geht schon um 7:15 duschen. David schläft bis kurz nach halb 8. Nach dem üblichen Frühstück packen wir uns einen Rucksack für die Fähre. Wir verlassen den Campground um 9:15 Uhr. Eine Stunde vor dem Ablegen der Fähre sollte man nämlich dort sein. Das passt. Wir fahren gerade einmal 5 Minuten bis dorthin. Wir reihen uns ein und zeigen der Dame bei der Schalterdurchfahrt unsere Reservierung. Vor fast einem Jahr schon haben wir diese Fähre gebucht. Die ist ziemlich busy, die Interislander. Wir stehen in der Lane Number One. Ziemlich weit vorne, weil wir so früh dran sind. Kaum als wir den Campervan geparkt haben, kommt auch schon ein Security Mitarbeiter vorbei und fragt, ob wir denn fischen gewesen wären oder sonstigen Kontakt mit Gewässern gehabt hätten. Er gibt uns einen Flyer. Irgendeine Wasserpflanze oder einen Parasiten gibt es hier anscheinend auf der Südinsel. Und sie wollen verhindern, dass diese auf die Nordinsel eingeschleppt wird. Er würde gerne unsere Schuhe sehen und diese desinfizieren. Eine Desinfektion der Wanderschuhe kann auf keinen Fall schaden, wie David findet. Deswegen tun wir dem Mann den Gefallen und lassen ihn unsere Schuhe einsprühen. Doch nur die Sohle wird behandelt. Danach ist er zufrieden und glücklich. Wir sind es somit auch. Wir lehnen uns zurück und warten, bis wir auf die Fähre gelassen werden. Nach einer guten weiteren halben Stunde ist es dann soweit. Anders als damals in Kanada, dürfen wir diesmal gleich auf die Fähre rauf. Wir sind unter den ersten Fahrzeugen. 5 Minuten später parkt der Camper dann schließlich gesichert im stählernen Bauch der Fähre und wir sind auf dem Weg auf das oberste Deck. Wir suchen uns ein gemütliches Plätzchen. In den nächsten 3 Stunden werden wir 90 Kilometer auf dem Seeweg von Picton nach Wellington zurücklegen. Wir nutzen diese Zeit für die Beantwortung von einigen Mails, für die weitere Reiseplanung und für den Blog. Wir haben vollen Internetempfang. 4G teilweise, mit dem Glocal Me. Ein paar Fotos gehen sich dann auch noch aus, ganz oben an Deck im Freien. Aber dort ist es sehr fresh. Wir haben Blick auf den Marlborough Sound. Es ist sonnig. Um 13:45 kommen wir in Wellington an. Wir verlassen die Fähre und fahren daraufhin gleich zum Mount Victoria Look Out. Dort können wir parken und man hat einen schönen Überblick über die Stadt und den Hafen. Carmen und Martin kommen dann auch zu uns. Sie sind ebenfalls heute Morgen mit der Fähre übergesetzt. Wir beratschlagen die weiteren Reisepläne. Wellington wollen wir uns unbedingt anschauen. Passt gut. Weil da sind wir ja gerade. Carmen hat einen Parkplatz gleich in Hafennähe gefunden, wo es anscheinend möglich ist, dass man dort auch übernachtet. Das ist zwar kein richtiger Campingplatz, aber man kann ein 24 Stunden Parkticket lösen. Das machen wir schließlich um 16:30 Uhr. Danach gehen wir zu Fuß in die City. Eine Brauerei – Mac’s Brewbar – gefällt uns sehr gut von außen, deswegen setzen wir uns und genehmigen uns ein Bierchen. Die Auswahl an unterschiedlichsten Biersorten ist riesig. Martin hat sogar eine App, wo er alle Biere einträgt, die er auf der Reise so in den verschiedenen Ländern probiert. Auch ein schönes Projekt. Nach der Stärkung mit dem Bier geht es weiter zur Cuba Street. Dort findet der Friday Food Market statt. Wird eh schon Zeit für das Abendessen. Auf dem Parkplatz wollen wir sowieso nichts kochen. Deswegen wird heute indisches Street Food gefuttert. Ein Roti Wrap wird es für den Anfang. Ein Butterchicken Roti für Eveline und ein Lamb Roti für David. Der Stand nebenbei ist auch nicht schlecht. Hier kocht eine Maori Familie ihr Fried Bread. Auch sowas genehmigen wir uns jetzt. Mit Butter und Ahorn Sirup. Sehr edel. David hat danach immer noch Hunger und schlägt noch einmal bei einem venezuelischen Stand zu. Alles schmeckt sehr gut. Das Abendessen wäre somit erledigt. Wir gehen noch ein bisschen durch die Innenstadt. Es ist schon ziemlich kalt und wir suchen uns deswegen das nächste Lokal und ordern noch ein weiteres Bier. Ein kurzer Spaziergang zum Hafen geht sich vorher auch noch aus. Eveline probiert jetzt im Bin44 Restaurant ein Gurkenbier. Das schmeckt sehr interessant. Hier verbringen wir noch einen gemütlichen restlichen Abend. Um 20:30 Uhr gehen wir retour zu unseren Campervans. Wir schließen die Schotten und machen es uns gemütlich. Sehr viel gibt es nicht mehr zu tun hier auf dem Parkplatz. Heute gehen wir sehr früh schlafen. Um 22:30 sind wir bereits im Schlummerland. Neuer Rekord für David. Gute Nacht Wellington, du nette Hauptstadt Neuseelands…
Gefahrene Kilometer gesamt auf der Südinsel: 3621
Gefahrene Kilometer: 11
dscf0048-2

Unsere Fähre, die Interislander…

dscf0002-2

An Deck der Fähre…

dscf0006-3

Auf dem Weg nach Wellington…

dscf0024

Beim Mount Victoria Lookout in Wellington…

dscf0021

Panorama beim Mount Victoria Lookout…

dscf0071

Abendspaziergang beim Hafen in Wellington…

Von Nelson nach Picton…

Tag 141 // Wir werden um 7.15 Uhr wach. Wir haben sehr gut geschlafen. Die Schweiz ist auch schon munter. Ein kurzer morgendlicher Plausch mit unseren Nachbarn, bevor wir uns in die Küche begeben und mit den Frühstücksvorbereitungen beginnen. Bei uns gibt es das übliche Joghurt mit Früchten. Dazu ein getoastetes Butterbrot mit frischem Schnittlauch. Den gibt es hier in einem Beet am Campground zur freien Ernte. Please help yourself! Na sehr gerne. Danke! Carmen und Martin haben ebenfalls eine Pancake Mischung erworben. Diese machen sich die Beiden heute zum Frühstück. Martin schüttelt schon fleißig die Flasche, als David die Küche betritt. Ein voller Erfolg. Auch die Pancakes nach schweizer Art schauen sehr gelungen und lecker aus. Wir frühstücken gemeinsam an einem Tisch in der Küche des Campgrounds. Nach dem Abwasch müssen wir jetzt noch unbedingt ein Erinnerungsfoto schießen. Mit Selbstauslöser und Stativ versteht sich. Beide Kameras kommen zum Einsatz. Martin hat eine Sony Alpha 6000. Auch nicht schlecht. Wir nehmen unsere Fuji. Unsere beiden Escape Camper so schön nebeneinander. Der Schönste und der Zweitschönste. Das gehört festgehalten. Martin und David erklimmen das Dach der Campervans. Die Mädels bedienen die Kameras und haben danach auch 10 Sekunden Zeit, sich in Pose zu schmeißen. Das Spielchen spielen wir ungefähr eine Viertelstunde. Zur Belustigung der anderen Bewohner des Campingplatzes. Uns wurscht. Uns kennt ja hier eh keiner. Wir sind schließlich mit den Ergebnissen zufrieden. Eine schöne Erinnerung. Kurz nach 10 Uhr verlassen wir den Campground. Gemeinsam fahren wir mal nach Nelson. Dort parken wir bei einem i-Site Parkplatz. Gratis kann man hier für eine Stunde stehen. Das sollte uns reichen. So groß und spektakulär ist Nelson jetzt nicht gerade. Wir bummeln durch die Stadt und kommen zur Nelson Cathedral. Diese nennt sich auch Christ Church. Eine sehr schöne Kirche. Schon länger haben wir keine Kirche mehr besucht. Danach suchen wir uns noch eine Bäckerei. Wir brauchen noch Brot. Bäckerei ist nicht gleich Bäckerei. Richtig gutes und frisches Brot zu bekommen, ist gar nicht so leicht. Oder vielleicht sind wir einfach zu anspruchsvoll. Schließlich findet Eveline eine schwedische Bäckerei. Diese wird unseren Ansprüchen gerecht. Wir kaufen ein Roggenvollkornbrot mit Haselnüssen und Feigen. Dazu noch eine Zimtschnecke und einen Krapfen. Carmen und Martin kaufen ebenfalls ein. Danach ist unsere Parkzeit zu Ende. Eveline kauft sich noch ein neues Brillenetui in einem Souvenirgeschäft in der Nähe des Parkplatzes. Ihr altes ist leider irgendwo auf der langen Reise abhandengekommen. Auf dem Parkplatz in Nelson trennen sich nun unsere gemeinsamen Wege mit Martin und Carmen wieder. Unsere vorreservierten Campgrounds für heute Nacht sind ebenfalls unterschiedlich. Warum das so ist, wissen wir jetzt nicht mehr so genau. Besonders Eveline kann sich nicht mehr genau erinnern, wie das abgelaufen ist. Die Abfahrtszeiten und Fähren für morgen differieren ebenfalls. Wir (Eveline und David) machen uns jetzt auf den Weg Richtung Picton. Zwei Stunden Fahrt bis dorthin. Wir legen einen Stopp beim Cullen Point Lookout ein. Eigentlich nur, um uns kurz die Füße zu vertreten. Die Aussicht ist alles andere, als spektakulär. Weiter geht es auf dem Queen Charlotte Drive. Eine sehr kurvenreiche und steile Küstenstraße. Wir halten einige Male und man hat auf dieser Straße einen schönen Ausblick auf den Marlborough Sound. In Picton angekommen, haben wir eine schönere Ausschicht. Und zwar sieht man hier sehr schön und gut über den Fährenhafen, wo wir morgen die Fähre zur Nordinsel von Neuseeland nehmen werden. Danach besuchen wir das Edwin Fox Ship Museum. Das neuntälteste erhaltene Holzschiff der Welt und dessen Geschichte sind hier ausgestellt. Baujahr 1854. Es hat tausende Häftlinge von England nach Australien verfrachtet und ebenso viele Auswanderer nach Neuseeland gebracht. Die Reisebedingungen unter Deck waren auf der 14-wöchigen Reise nicht besonders komfortabel. Sehr interessant auf jeden Fall. Man kann das trockengelegte Schiff hier im Hafen sogar betreten und besichtigen. Einen Film über die Trockenlegung gibt es ebenfalls im Museum zu sehen. Wieder einmal ein netter Museumsbesuch. Liebevoll ist diese Ausstellung gestaltet. Nach 1,5 Stunden im Museum geht es schließlich zu unserem vorreservierten Campground. Der Picton Campervan Park nennt sich dieser. Nach der üblichen Check-in Prozedur beginnen wir mit dem Kochen und laden alle Akkus und Geräte. Die Küche und die Lounge sind sehr sauber und gut ausgestattet. Ein sehr schöner Campground. Sehr empfehlenswert. Es gibt wieder einmal kleine Filetsteaks mit Nudeln und Gemüse. Vorher noch eine Suppe. Wir treffen die Bayern Schoos und Anneliese wieder. Auch ihre Fähre geht morgen früh. Aber schon um 8 Uhr. Wir werden erst um 11 Uhr nach Wellington übersetzten. Wir machen es uns im Camper gemütlich und erledigen einige WhatsApp-Telefonate mit der Heimat. Arbeitskollegen, Freunde und Familie werden mit Updates versorgt. Der Blog wird ebenfalls auf den neuesten Stand gebracht. Das freie W-Lan hier ist eindeutig das beste bis jetzt hier in Neuseeland. Eine Maschine Wäsche waschen wir dann auch noch und räumen den Campervan zusammen. Wir sind bereit für die Nordinsel…
Gefahrene Kilometer: 122
dscf0005-2

Der schönste (rechts) und der zweitschönste Escape Campervan…

dscf0025

Die Rückansicht der Nelson Cathedral…

dscf0096-2

Das Holzschiff Edwin Fox…

dscf0077

Im Bauch der Edwin Fox…

dscf0052-2

Die trockengelegte Edwin Fox unter Dach…

dscf0098-2

Die Aussenfassade des alten Schiffes…

dscf0069-2

Bereit zum Entern…

Wanderung im Abel Tasman National Park, Janie Seddon Shipwreck in Motueka und weiter Richtung Nelson…

Tag 140 // Unglaublich… So lange sind wir schon unterwegs. Und wir sind immer noch nicht müde. Auch am heutigen Tag wollen wir etwas unternehmen, damit uns nicht fad wird, hier in Neuseeland. Der Wecker ist auf 7 Uhr Tagwache gestellt und erfüllt brav seine Aufgabe. Carmen und Martin sind auch schon wach. Es ist schon rege Bewegung im schönsten Escape Camper hier auf dem Campgingplatz und überhaupt. Auch die Bewohner des zweitschönsten Escape Campers beginnen jetzt, sich für das Frühstück fertig zu machen. Es gibt das Übliche. Das nehmen wir bei der Camp Kitchen zu uns. Sonst ist noch nicht viel los hier am Campground. Die schlafen alle noch. Wir sind fast alleine im Küchenbereich. Die Lebensmittel aus dem Kühlschrank packen wir auch gleich ein. Nur unsere natürlich. Die Kühlbox von Martin und Carmen ist ziemlich im Arsch. Da hält gar nichts kühl. Die ist einfach undicht. Da haben wir mit unserer Box noch Glück gehabt. Kurz nach 8 Uhr verlassen wir den Campground. Wir fahren ungefähr 20 Minuten zum Office des Abel Tasman Aqua Taxis in Marahau. Wir wollen mit dem Boot zu einem 12,5 Kilometer langen Wandertrack im Abel Tasman National Park übersetzen. Dort parken wir uns ein und machen den Camper dicht. Traktoren stehen hier herum. Blaue Ford Cabrios. Schauen eigentlich aus wie Oldtimer. Die gefallen uns sehr. Diese sind als Zugmaschinen gedacht. Es ist Ebbe und die Boote müssen mit den Traktoren per Anhänger ins Meer hinausgezogen werden, bis das Wasser tief genug ist und sie schließlich schwimmen können. Wir werden auf eines dieser an den Traktor angehängten Speedboote verfrachtet. Rettungswesten bekommen wir umgehängt. Mit sehr vielen Canyoning Abenteurern teilen wir uns das Wassertaxi. Die Überfahrt über das Meer dauert ungefähr 20 Minuten. Wir halten bei einem runden Felsen, dem sogenannten Split Apple Rock, der in der Mitte geteilt wurde. Angeblich von Chuck Norris persönlich, wie unser Skipper erzählt. Weiters sehen wir eine weitere Kolonie von Seehunden, die Adele Island Seal Colony. Schließlich kommen wir beim Trail Head beim Strand Anchorage an. Nach einer kurzen Pipi Pause beginnen wir gleich mit unserer Wanderung. Zu Beginn ist es etwas steil und wir wandern in der prallen Sonne. Schließlich wird es schattiger und flacher. Ideal, wie wir finden. Wir unterhalten uns gut mit Carmen und Martin und wandern fleißig vor uns hin. Die Natur und die Aussicht auf das türkisblaue Meer sind natürlich traumhaft hier im Abel Tasman National Park. Der Plan lautet, dass wir jetzt auf dem Landweg wieder zu unseren Autos nach Marahau retour gehen. An der Küste entlang. Und bei einigen Stränden und Buchten kommen wir auch vorbei. Die Mittagspause legen wir in der Apple Tree Bay ein. Apfelbäume gibt es keine hier. Auch wenig Schatten. Das Meer ist eiskalt. Deswegen verzichten wir auf ein Bad. Wir machen es uns im Schatten gemütlich und essen unsere mitgebrachte Jause. Ein Ausläufer des Meeres läuft wie ein kleiner Bach neben uns vorbei. Wir sehen einige Wekas und im Wasser zwei Aale. Einer davon ist wirklich ziemlich lang. Über einen Meter bestimmt. Martin kann mit dem Handy Videos von ihm machen. Schließlich gehen wir weiter und kommen nach insgesamt 3 Stunden und 45 Minuten wieder in der Nähe unserer Campervans an. Am Ende des Trails befindet sich eine Pizzeria, inklusive Eisbude. Ein junges Mädel arbeitet hier. Wir gönnen uns jetzt ein Eis. Eine willkommene Erfrischung. Im Gastgarten der Pizzeria finden wir ein schattiges Platzerl und genießen unser Eis. Fast wie bei einem Heurigen oder einer Buschenschank schaut es hier im Gastgarten aus. Anschließend gehen wir zu den Campern und weiter geht es. Eine günstige Tankstelle ist unser nächstes Ziel. Zwei schöne Campervans fahren jetzt hintereinander tanken. Und als wir hintereinander bei den Zapfsäulen stehen, stellt sich auch noch ein dritter Escape Camper hinter uns an. Die Jungs aus Stuttgart fahren den „Fish & Chips“ Escape Campervan. Wir wissen nicht, wie unsere heißen, aber sie sind definitiv schöner. Vollgetankt mit günstigem 91 Octan Sprudel geht es jetzt weiter zum Janie Seddon Shipwreck in Motueka. Auch nicht mehr weit bis dorthin. Ein extrem verrostetes Schiffswrack ruht hier im Schlamm. Vor Ort keine Infotafeln oder dergleichen. Naja. Das müssen wir noch genauer googeln. Es ist wirklich ziemlich schlammig hier. Die Mädels sind an diesem Ort mit ihren Flip Flops nicht gut ausgestattet. Mit ein paar Steinen ist ein Weg zum Wrack in den Schlamm gelegt. Carmen rutscht gleich mal fett in den Schlamm ab und dreht daraufhin um. Ganz können wir nicht bis zum Wrack vordringen. Aber für ein paar Fotos reicht es. Schließlich sind wir auch hier fertig. Am Parkplatz wird noch beraten, wo wir die heutige Nacht verbringen wollen. Wir zücken unsere Smartphones und befragen Campermates. Kollektiv wird eine Entscheidung getroffen. Wir haben dasselbe Ziel, nämlich Picton. Dort müssen wir zur Fähre. Deswegen trennen sich unsere Wege heute nicht mehr. Wir fahren hintereinander in die Nähe von Nelson zum Brook Valley Holiday Park. Zwei Stellplätze nebeneinander werden gebucht. Ohne Strom. Es ist ziemlich warm heute und wir werden deswegen keine Heizung brauchen. Wir stehen gleich neben den sanitären Anlagen und der Küche. Wir beginnen mit dem Kochen und machen es uns gemütlich. Es gibt Dinkel-Wraps, die sehr dünn sind. Gefüllt mit gebratenen Steakstreifen, Guacamole, Tomaten, Zwiebel und Reis. Einfach göttlich. Bei Carmen und Martin gibt es Spaghetti. Danach werden wir von unseren beiden Schweizer Freunden auf ein Bier und einen Cider eingeladen. Schön und gemütlich war dieser Tag wieder. Wir haben kein Internet hier am Campground. Kein Handyempfang. Nichts. Also unterhalten wir uns einfach miteinander. So geht es auch. Der Blog muss deswegen wieder einmal warten. Kurz nach 9 Uhr verkriechen wir uns in den Camper. Es gibt hier leider sehr viele Sandmücken. Wir schreiben noch die Tagesberichte. Ein herrlicher und schöner Tag war das wieder…
Gefahrene Kilometer: 82
dscf0196-2
Das Aqua Taxi steht bereit…
dscf0203
Wir werden in tiefere Gewässer gezogen…
dscf0221
Der Split Apple Rock…
dscf0241
Wanderung mit der Schweiz…
dscf0258
Mittagspause bei der Apple Tree Bay…
dscf0269-2

Janie Seddon Shipwreck in Motueka…

Kawatiri, Te Waikoropupū Springs, Takaka und Kaiteriteri…

Tag 139 // Wir stehen um 8 Uhr auf. Die Nacht am Riverside Holiday Park in Murchison war sehr angenehm. Heute beschließt David, wieder einmal Pancakes für das Frühstück zu zaubern. Gleich ist die Flasche mit der Fertigmischung mit Wasser befüllt und schon wird durch kräftiges Schütteln der edle Teig hergestellt. Die Pfanne ist auch schon heiß und los geht’s. Wir kochen in der Camp Küche des Campgrounds. Hier ist heute einiges los. Sehr viele Jugendliche tummeln sich hier. In der Küche herrscht deswegen das pure Chaos. Die deswegen unsauberen Arbeitsflächen bringen Eveline zur Weißglut. Gut, dass David der einzige in der Küche ist, der mostviertlerisch versteht. Unser Arbeitsplatz wird auf jeden Fall pipifein sauber gehalten. Auch schon während der Zubereitung der edlen Pancakes wird fleißig um die Pfanne herum gewischt. Ein paar Früchte gibt es auch dazu. Und Ahorn Sirup. Den haben wir uns aus einer Leftover Box gekrallt. Ideal. Extra kaufen wollten wir nämlich keinen für die paar Pfannkuchen. Die Kreationen von David werden immer größer und größer. Die letzten Exemplare sind schon ziemlich Palatschinken ähnlich. Aber sie schmecken sehr gut. Wir verspeisen das nicht ganz so übliche Frühstück wieder auf der Terrasse des Küchencontainers. Dann kommen auch schon wieder die beiden Bayern Schoos und Anneliese vorbei. Wieder ein kurzer Smalltalk im Dialekt. Wie herrlich. Nach dem Abwaschen packen wir zusammen und verlassen kurz nach 10 Uhr den Campground. 25 Minuten entfernt gibt es einen stillgelegten Eisenbahntunnel. Den schauen wir uns jetzt an. Der liegt nämlich am Weg. Wir verbringen dann ungefähr eine halbe Stunde auf dem Kawatiri Historic Railway Walk. Ein schöner Rundwanderweg. Der Eisenbahntunnel wurde 1923 gebaut. Dann weiter. Wir fahren jetzt Richtung Golden Bay. 2,5 Stunden Fahrt, sagt Google Maps. Eveline übernimmt das Steuer. David arbeitet nebenbei auf dem MacBook. Wir hören Musik und einige Audio Podcasts auf Spotify. Der Internetempfang während der Fahrt lässt leider zu wünschen übrig. Kein Netz. Die meiste Zeit auf der Strecke haben wir zero Empfang. Den nächsten Halt machen wir erst bei den Te Waikoropupū Springs ein. Eine Süßwasserquelle, die unglaubliche 14000 (!!!) Liter Wasser pro Sekunde (!!!) an die Oberfläche befördert. Und das in atemberaubender Reinheit. Das müssen wir uns natürlich anschauen. Der Ort ist für die Maori heilig und man sollte deswegen jeden Kontakt mit dem Wasser vermeiden. Also natürlich kein Schwimmen oder sonstiger Wassersport. Der See ist glasklar. Wirklich glasklar. Das Wasser ist durch zahlreiche Filtrationen durch den Erdboden fast wie destilliert. Sowas haben wir noch nicht gesehen. Wir sind seit längerem wieder einmal  beeindruckt. Sowas würde eigentlich gut in den Yellowstone Nationalpark passen. Wir gehen eine Runde um den See und machen einige Fotos. Wieder beim Camper, legen wir jetzt eine Jausenpause beim Kofferraum ein. Währenddessen rufen wir beim Campground an, wo wir heute nächtigen wollen. Diesen Campground hat uns Carmen per WhatsApp durchgegeben. Sie und Martin schlafen heute dort. Passt. Dann fahren wir eben auch dorthin. Site Nr. 92 haben die Beiden. Das geben wir bei der telefonischen Reservierung an und die Lady im Office positioniert uns auf den Stellplatz gleich nebenan. Na ideal. So gefällt uns das. Dann fahren wir mal weiter, damit wir noch rechtzeitig dort ankommen. Einkaufen müssen wir auch noch. Und Bier brauchen wir auch für die Zusammenkunft. So viel zu erledigen. Vorher fahren wir jetzt noch kurz zur Golden Bay. Aber hier ist gerade Ebbe und es schaut deswegen weniger spektakulär aus. Wieder weiter. In Takaka halten wir bei einem Super Liquor. Hier gibt es Bier von der Zapfsäule. Dieses wird in 1,25 Liter Flaschen abgefüllt, wenn man dies wünscht. Das ist sogar sehr preiswert. Wir machen ein paar Kostproben und entscheiden uns für das angeblich schon einmal mit einer Auszeichnung geehrte und lokal gebraute Townshend Pouri Lane Pacific Lager. Der Bier Einkauf ist somit erledigt. Jetzt geht es gleich weiter zum Fresh Joyce. Da waren wir zwar schon einmal, aber für andere Experimente haben wir jetzt keine Zeit. Wir kaufen Fleisch und Fisch für das Abendessen und ein paar andere Lebensmittelvorräte gehören auch wieder aufgestockt. Nach insgesamt einer Stunde sind wir in Takaka fertig. Jetzt geht es auf direktem Wege zum reservierten Bethany Park Christian Camp in Kaiteriteri. Wir checken im Office ein und beziehen unseren Stellplatz. 5 Minuten nach unserer Ankunft kommen auch schon Carmen und Martin am Campground an. Sie waren heute Kajak fahren und sind auch ein bisschen geschlaucht. Wir wollten eigentlich grillen. Doch bei den Grillplätzen auf dem riesigen Campingplatz ist Alkohol verboten. Deswegen bleiben wir, wo wir sind und stellen unsere Campingtische zusammen. Gekocht wird heute eben einfach auf den beiden Gaskochern in der Pfanne. Geht auch. Es gibt für uns einen Monk Fish (Seeteufel) mit Salat und Brot. Carmen und Martin braten ebenfalls Hühnerspieße in ihrer Pfanne. Wir kommen drauf, dass die beiden Schweizer nicht nur den schöneren Camper haben, sondern auch den besser funktionierenden Gaskocher. Unserer braucht einfach um einiges länger. Der Seeteufel schmeckt herrlich. Ein sehr guter Fisch. Wir haben noch nie einen gegessen und er war eigentlich ziemlich günstig. 12 NZD für ein großes Filet, wovon wir zu zweit satt werden. Nebenbei trinken wir das Bier und endlich auch den Rosé. Als unsere Flasche Bier leer ist, holt Martin dasselbe noch einmal aus seiner Kühlbox. Die Flasche leeren wir dann auch noch. Als Nachspeise spendieren Carmen und Martin noch ein Ben & Jerry’s Eis. Ein sehr netter Abend. Wir tratschen und chillen vor unserem Camper bis kurz nach 22 Uhr. Auch den nächsten Tag werden wir gemeinsam verbringen. Eine gemeinsame Wanderung beim Abel Tasman National Park steht auf dem Programm…
Gefahrene Kilometer: 263
dscf0125-2

Bei den Te Waikoropupū Springs…

dscf0141

Das Wasser ist glasklar…

dscf0165

14000 (!) Liter pro Sekunde…

Von Greymouth zu den Pancake Rocks, Cape Foulwind Walkway und weiter nach Murchison…

Tag 138 // Die Nacht am Parkplatz hinter der Tankstelle in Greymouth war ganz in Ordnung. Sehr starker Regen prägte auch diese Nacht. Das Wasser peitschte auf das Dach und die Seitenwände des Campers. Das war teilweise ziemlich laut. Wir schlafen heute wieder einmal länger. Erst um halb 9 stehen wir auf. Das Frühstück wird zu einer Hälfte hinter dem Camper zubereitet und zur anderen Hälfte im Aufenthaltsraum des Parkplatzcampgrounds. Toaster und Wasserkocher sind hier vorhanden. Irgendwie machen wir uns heute keinen Stress. Das ist auch mal ganz in Ordnung so. Monday it is. Der Parkplatz ist ziemlich voll mit den unterschiedlichsten Typen und Campern. Bei einigen merkt man einfach, wie lange sie schon unterwegs sein müssen. Da sind schon einige individuell gestaltete Campervans dabei. Innen sowie Außen. Unserer ist eindeutig der Schönste hier. Nach dem Frühstück packen wir in aller Ruhe alles zusammen und machen uns auf den Weg. In Greymouth gibt es einen Spark Store. Hier wollen wir uns jetzt endlich neues Datenvolumen checken. Eigentlich gleich eine neue Prepaid SIM. Ein (1) !! weiteres Gigabyte bei Vodafone kostet nämlich 20 NZD. Nein danke. Wir entern den Shop. Ein Mitarbeiter gibt uns einen Zettel mit den diversen Angeboten. Wir entscheiden uns für die 50 GB Data Only Variante. Mit dieser werden wir den Glocal Me bestücken und so quasi immer ein mobiles Pocket W-Lan im Camper haben. Unsere Vodafone SIM Karten haben wir immer noch – zum Telefonieren. Der große Vorteil der Vodafone SIM Karten ist, dass Social Media Daten unbegrenzt verfügbar sind. Sowie weiterhin unlimitiert Text & Talk. Also WhatApp, Facebook und Snapchat gehen unbegrenzt weiter. Das bringt uns für den Blog leider nichts und deswegen brauchen wir jetzt neues mobiles Datenvolumen. Die Lady im Shop hat keinen Stress und braucht ziemlich lange für die Prozedur. Das 50 GB Paket geht anscheinend nicht so oft über den Tresen. Dann funktioniert das Kastl für die VISA nicht. Wir müssen zum Bankomaten und Bargeld holen. Nach einer gefühlten Ewigkeit ist der Einkauf endlich erledigt. Dann gehen wir gleich zum Camper und probieren aus, ob die neue SIM Karte eh Hotspot fähig ist. Es funktioniert nicht gleich. Wieder retour zum Shop. Dort ist jetzt wieder eine Schlange vor uns. Wir probieren es nochmal im Shop. Dann funkt es endlich. Okay. Die ganze Besorgungstour hat uns eine ganze Stunde Zeit gekostet. Jetzt geht die heutige Tagesfahrt endlich los. Die Pancake Rocks sind unser nächstes Ziel. Eine gute halbe Stunde fahren wir bis dorthin. Heute fahren wir den ganzen Tag auf der Coast Road. Eine herrliche Küstenstraße. Am Parkplatz bei den Pancake Rocks angekommen, parken wir den Camper. Eh klar. Was sonst. Hier ist anscheinend einiges los. Es gibt ein Kaffeehaus und ein paar Stände. Hier werden die Kunden mit Pfannkuchenvariationen in die Lokale gelockt. Da hat sich wohl jemand was überlegt. Wir schauen uns zuerst mal die Pancake Rocks an. Die sind aufgebaut, wie ein Stapel Pfannkuchen. Aus sehr vielen Gesteinsschichten bestehen die Felsen hier. Es gibt einen netten Rundwanderweg. Das Meer ist hier sehr stürmisch und die wilden Wassermassen preschen gegen die Felsen. Auch einige Blowholes kann man wieder bewundern. Unsere dritten Blowholes auf unserer Reise. Nach Hawaii und Australien. Immer wieder spektakulär. Als wir mit der Runde fertig sind, überlegen wir tatsächlich wegen der Pancakes. Die wären jetzt echt geil. Aber wir verzichten dann schließlich und haben somit das Marketing besiegt. Weiter geht die wilde Fahrt. Fast eine weitere Stunde sind wir jetzt bis zum Cape Foulwind Walkway unterwegs. Was gibt es dort zu sehen? Eine Seehunde-Kolonie. Das müssen wir uns anschauen. Während der Fahrt hören wir Musik und diverse Podcasts. In der Bay angekommen, treffen wir gleich kurz nach dem Parkplatz das bayrische Paar wieder, die wir schon in Haast kennengelernt haben. Immer wieder treffen wir die Beiden seither. Auch hier wieder ein kurzer Smalltalk. Dann gehen wir eine Runde auf einem Küstenweg entlang. Per Fernglas sehen wir die Seehunde in der Sonne auf einer felsigen Insel vor der Küste chillen. Einige süße Jungtiere sind da auch dabei. Außerdem beobachten wir ein paar unterschiedliche Möwenarten und Wekarallen. Diese „Wekas“ sehen fast aus wie Kiwis. Aber nur fast. Die sehen eigentlich aus, wie eine Mischung aus Ente und Möwe. Auch hier bei der Bay sind wir in einer halben Stunde fertig. Heute ist es meistens sonnig und es hat um die 15 Grad. An der Küste ist es immer etwas kühler, als im Landesinneren. Der Tag vergeht schnell. Eigentlich ist unser nächstes Ziel jetzt schon nur mehr der Campground in Murchison. Diesen haben wir auf dem Campermate App gefunden. Bis dorthin müssen wir jetzt noch 110 Kilometer zurücklegen. 1,5 Stunden Fahrt, sagt Google Maps. Die Küstenstraße ist kurvenreich und es geht viel bergauf und bergab. Eine anspruchsvolle Fahrt. In Murchison angekommen, suchen wir uns den Campground. Wir haben nicht reserviert. Das ist hier kein Problem. Es gibt noch Plätze. Die Dame im Office ist sehr relaxed drauf. Sie freut sich über unsere Ankunft und wir bekommen noch ein nettes Platzerl. Einige blutsaugende Insekten sind hier unterwegs. Nach der üblichen Campingplatz Eincheck-Routine gehen wir gleich mal duschen und tragen danach wieder den Bushman Insektenschutz auf. Ein Stellplatz mit Strom ist es wieder geworden. Wir laden alle Akkus – gleich im Camper – und beginnen danach mit dem Kochen in der Campground-Küche. Es gibt Kürbiscreme Suppe. Danach noch griechischen Salat und Erdäpfel mit Tomaten-Bohnen-Eintopf. Wir essen auf der Terasse der Küche und haben einen netten Ausblick auf einen vorbeifließenden Fluss. Während wir die Suppe Essen, kommen wieder die beiden Bayern vorbei. Wieder kurzer Smalltalk. Sie setzten sich dann anschließend mit einem Bier zu uns an den Tisch. Wir bekommen gleich ein Bier spendiert. Schoos (Georg) und Anneliese heißen die Beiden. Schoos ist schon in Pension. Er hat sein ganzes Leben lang in einem Atomkraftwerk gearbeitet. Anneliese ist bei der Sparkasse in Bayern. Ihr ganzes Leben lang sind sie schon viel gereist. Auch zu Hause besitzen sie ein Wohnmobil und waren damit schon in Schweden und natürlich in Italien etc. Gute 1,5 Stunden unterhalten wir uns mit unseren deutschen Camperkollegen. Ein netter Plausch. Nach dem Abwasch verziehen wir uns in den Nissan und heizen uns ein. Die Tagesberichte werden geschrieben und der Blog wird aktualisiert. Ein paar Backups sind auch wieder mal notwendig. Das Internet von Spark über den Glocal Me via Hot Spot funktioniert großartig. Das W-Lan des Campgrounds lässt leider zu wünschen übrig. Laut der Dame im Office hängen nämlich alle Kinder der näheren Umgebung ebenfalls drin und streamen Netflix und diverse Spiele. Na dann – Kein Wunder. Ein schöner Tag war das wieder. Viel gesehen, wieder viel erlebt. Die notwendigen Kilometer haben wir ebenfalls zurückgelegt. Morgen fahren wir Richtung Abel Tasman National Park
Gefahrene Kilometer: 227
dscf0005
Die Aussicht neben der Coast Road…
dscf0053
Die Pancake Rocks…
dscf0027
Pancake Rocks…
dscf0045
Blowhole bei den Pancake Rocks…
dscf0075

Die Küste bei den Pancake Rocks…

Franz Josef Gletscher, Hokitika Gorge, Hokitika und Greymouth…

Tag 137 // Wir haben gut geschlafen. Der Tag beginnt um 7:15 Uhr. Das Frühstück halten wir heute ziemlich kurz. Nur einen schnellen Kaffee gönnen wir uns. Das gestrige Abendessen hält noch immer an. Wir packen alles zusammen und machen uns startklar. Das Wetter ist klar an diesem Morgen. Das wollen wir ausnützen und gleich in Richtung Gletscher starten. Kurz vor 9 Uhr verlassen wir den Campground. Die Fahrt zum Parkplatz des Gletscher Trail Heads ist nur von kurzer Dauer. Ein Parkplatz ist schnell gefunden und wir marschieren schon los. Von Weitem sieht man schon den Gletscher in der Ferne. 1,5 Stunden soll der Marsch jetzt dauern. Bis zu einer Stelle, wo der Gletscher dann nur mehr 750 Meter entfernt ist. Näher kommt man dem Franz Josef Gletscher dann nicht. Es sei denn, man bucht eine Tour mit einem Hubschrauber. Das Wetter ist perfekt. Die Wanderung geht flach dahin und ist sehr angenehm. Wir kommen an zahlreichen Wasserfällen vorbei. Immer näher kommen wir dem Gletscher. Er schaut imposant aus. Ewiges Eis. Er schimmert leicht türkisblau. Aber nur leicht. Kommt auf die Sonneneinstrahlung drauf an. Nach 45 Minuten stehen wir dann an der Stelle, an der es nicht mehr weitergeht. Schön ist er. Aber manche Schilder während der Strecke beschreiben ganz genau, wie groß der Gletscher in den letzten hundert Jahren war und wie stark sich dieser mittlerweile zurückgebildet hat. Ziemlich schlimm. Wir machen einige Fotos und gehen dann wieder den Weg retour. Neben dem Weg ist ein imposanter reißender Fluss. Das Wasser ist zementgrau. Pure Gletschermilch. Am Parkplatz quatschen wir kurz mit einem asiatischen Vater von zwei Zwillingsmädchen, der uns mit seiner Familie schon seit zwei Campingplätzen auf unserer Tour verfolgt. Dann geht unsere Fahrt auch schon weiter. Wir wollen den Tag nützen. Am Nachmittag ist schon wieder Regen angesagt. Nächste Station ist der Hokitika Gorge. Zwei Stunden fahren wir bis dorthin. Dort soll der Fluss ebenfalls türkisblau sein. Wir sind gespannt. Während der Fahrt machen wir spontanen Fahrerwechsel und Eveline übernimmt das Cockpit. David beschäftigt sich leise mit den Fotos. Wir hören Musik. Beim Hokitika Gorge angekommen, sieht man schon dicke schwarze Wolken aufziehen. Ohje. Wir beeilen uns und gehen einen 15-minütigen Fußmarsch bis zu einer Hängebrücke. Der Fluss ist leider alles andere als türkisblau heute. Graue Gletschermilch. Ähnlich wie der reißende Fluss beim Franz Josef Gletscher. Wahrscheinlich auf Grund des starken Regens gestern. Man weiß es nicht. Wir schießen trotzdem ein paar Fotos. Okay. Wir waren hier. Weiter geht es jetzt in Richtung Hokitika. Das Städtchen ist vorallem bekannt für Greenstone, besser oder auch bekannt als Pounamu oder Jade. Der grüne Edelstein wird hier in diversen Läden und Shops noch weiter veredelt und in unterschiedlichste Formen gebracht sowie graviert. Das ist eine Kunst, für welche hauptsächlich die Maori bekannt sind. Das interessiert uns deswegen besonders. Wir schauen uns in diversen Shops um und nehmen uns Zeit. David bekommt hier von Eveline einen Greenstone Anhänger nachträglich zum Geburtstag geschenkt. Wir tratschen mit der Verkäuferin im Geschäft, die ganz begeistert ist, dass wir aus Österreich sind, weil sie demnächst auch dorthin fährt. Im Anschluss gehen wir noch zum Strand. Dort ist aus Treibholz in großen Lettern „Hokitika“ geschrieben. Natürlich müssen wir auch noch hier ein paar Fotos machen. So. Genug Tagesprogramm. Greymouth ist unser nächstes Ziel und eigentlich auch das Tagesziel. Hier haben wir uns einen Campground herausgesucht, der hinter einer Tankstelle liegt. Der Central Park Camping Greymouth. Eigentlich gehört der Stellplatz für Campervans zur Tankstelle dazu. So sieht es zumindest aus. Aber er ist verdammt günstig und hat Stromanschluss und Toiletten. Mehr brauchen wir für heute nicht. Wir checken im Office ein und wieder sind die Dame im Office und ihr Ehemann sehr gesprächig. Auch sie sind ganz begeistert, als wir beim Check-in angeben, dass wir aus Österreich sind. Eine ganze Weile unterhalten wir uns. Danach parken wir uns ein und chillen mal eine Runde. David beginnt zu schreiben und Eveline beginnt nebenbei zu kochen. Heute gibt es die Geburtstags-Rindersteaks, welche eigentlich für gestern gedacht gewesen wären. Dazu Champignion-Reis und griechischen Salat. Edel edel. Wie immer. Den Geburtstagswein haben wir auch noch nicht getrunken. Da haben sich gestern die Gin Tonics quergelegt. Aber der Rosé wird ja gottseidank nicht schlecht. Den restlichen Abend verbringen wir im Camper mit den Tagesberichten. Eveline telefoniert mit ihren Großeltern, die neuerdings ein Smartphone besitzen. Wir sind beeindruckt, dass Evelines Opa nach drei Mal läuten ohne Probleme den WhatsApp Anruf entgegennimmt. Yeaaah! Danach werden noch Evelines Eltern mit einem Anruf beglückt und später dann noch Berni und Patrick. Draußen regnet es ab und zu. Dann wieder nicht. Ein gemütlicher Tag war das und wir haben wieder einige Kilometer auf der Westküste gutgemacht. Wir sind gespannt, was die nächsten Tage noch so bringen werden…
Gefahrene Kilometer: 253
dscf0196

Wasserfälle auf dem Weg zum Gletscher…

dscf0201-2

Der Gletscher ist schon in Sichtweite…

dscf0240

Der Franz Josef Gletscher…

dscf0281

Der leider heute nicht türkisblaue Hokitika Gorge…

dscf0299

Am Strand in Hokitika…

Von Haast zum Franz Josef Gletscher…

Tag 136 // In der Nacht begann es plötzlich sehr stark zu regnen. Naaaa, geh bitteee net. Danach hat es am späten Abend so gar nicht ausgeschaut. Den Wetterbericht haben wir natürlich nicht verfolgt. Unsere ganze Wäsche hängt noch draußen. Und unsere Bergschuhe stehen heute natürlich auch zum Auslüften im Freien. Was die alles mitmachen müssen. Jetzt sind sie wenigstens sauber und vom Staub der Wanderung befreit. Aber eben ziemlich nass. Am frühen Morgen, gleich um 7 Uhr, schmeißt Eveline die ganzen nassgewordenen Sachen noch einmal in die Waschmaschine. Und dann in den Trockner. Das ist ihr heute jetzt Wurscht. Hahaha. Es regnet noch immer. David darf länger schlafen. Heute vor angeblich 32 Jahren hat er nämlich das Licht dieser schönen Welt erblickt. Deswegen drückt Eveline heute ein Auge zu. Wir machen uns ein edles Frühstück. Das übliche Joghurt mit Früchten und dann einen Vollkorntoast mit Spiegelei. Dazu Kaffee. Um 10 Uhr müssen wir auschecken. Beim Abwaschen wird David von einer Dame aus Bayern angesprochen. Auch sie ist ganz begeistert von unserem bunten Camper. Sie und ihr Mann sind ebenfalls für 2 Monate unterwegs. In Neuseeland und Australien. Bali hängen sie dann auch noch an. Ihr Mann ist gerade in Pension gegangen und sie hat sich irgendwie ihren Urlaub zusammengespart. „Ia zwoa weats nu studian, goi?“ – „Naaa. Scho erledigt.“ Eine ganze Weile tratschen wir dann noch über Neuseeland und unsere bisherigen Erfahrungen. Sie stehen eigentlich gleich gegenüber mit ihrem Wohnmobil. Kurz nach 10 Uhr verlassen wir den Campground. Es regnet noch immer ganz stark. Alles ist feucht im Camper. Ein ziemliches Scheißwetter. Aber solche Tage braucht man auch mal. Den Fox Gletscher passieren wir angeblich. Sehen kann man ihn heute auf Grund des schlechten Wetters leider nicht. Also beschließen wir, einfach zum nächsten Campground zu fahren. Den haben wir ebenfalls schon vorreserviert. Dieser befindet sich im Township Franz Josef Glacier. Wir wollen uns schließlich den Franz Josef Gletscher anschauen. Während der Fahrt regnet es ununterbrochen. Wir halten kurz bei einer Lachszucht in der Nähe von Paringa entlang des Haast Highways und kaufen uns einen Räucherlachs und einen Muffin. Und jetzt kommt’s. Einen Knirps gibt es hier auch zu erwerben. Und wir schlagen zu. Endlich haben wir einen Knirps. Davids Oma wird bestimmt begeistert sein über diese Tatsache. Beim Verlassen der South Westland Salmon Farm treffen wir die beiden Bayern wieder. Kurzer Smalltalk und danach verputzen wir in aller Ruhe den Himbeer-Weiße-Schokoladen-Muffin. Nach insgesamt 2 Stunden Fahrt erreichen wir das Städchen Franz Josef Glacier. Hier tanken wir jetzt gleich mal. Damit wir irgendwas erledigt haben am heutigen Tag und uns morgen nicht darum kümmern müssen. Der Regen hat immer noch nicht aufgehört. Teilweise extremer Regen. Echt Wahnsinn, was da runterkommt. Wir checken im Office des Rainforest Retreat Franz Josef ein und bekommen einen Stellplatz zugewiesen. Nach der üblichen Campground Prozedur beschließen wir, den Stellplatz nicht zu akzeptieren. Er ist eng und wir stehen nicht waagrecht. Genügend andere Stellplätze um den gleichen Preis scheinen noch frei zu sein. Also retour zum Office. Dort sitzt jetzt eine Lady, die sogar fließend Deutsch spricht. Wir erklären ihr unser Anliegen und bekommen ohne Probleme einen viel schöneren und geraden Stellplatz zugeteilt. Na bitte, geht ja. Immer noch Regen. Wir trinken jetzt mal ein Geburtstagsbier unter dem Kofferraumdeckel. Prost! Dann sorgen wir dafür, dass es im Inneren des Campers etwas kuscheliger wird. Wir haben ja mittlerweile ein Stromkabel. Und heute sogar einen Stellplatz mit dem dazugehörigen Anschluss. Ein Heizstrahler gehört ebenfalls zur Grundausstattung des Escape Campers. Das Alles ergibt schließlich eine gemütliche und wärmende Combo, wenn man alle Komponenten in der richtigen Reihenfolge ihren vorgesehenen Zwecken zuführt. Wir heizen quasi ein und die Feuchtigkeit verschwindet allmählich aus dem Camper. Nacheinander gehen wir ausgiebig und lange duschen. Die Sanitäranlagen hier sind überaus sauber und gut ausgestattet. Den restlichen Nachmittag verbringen wir im wohlig warmen Camper. Draußen schüttet es wie aus Kübeln. Wir haben deswegen auf rein gar nichts Lust. Die weitere Reiseplanung für Japan wir in Angriff genommen und der Blog wird upgedatet. Eigentlich sehr fein, dass wir uns dafür einmal einen Ruhetag gönnen. Eigentlich gefällt uns das sehr gut so. Um halb 7 gehen wir dann Abendessen. Ja, ausnahmsweise kochen wir heute nicht selbst. Gleich beim Campground gibt es ein Lokal und eine Bar. Das Monsoon Restaurant. Der Name ist ganz passend für das heutige Wetter und ideal für Davids Geburtstag, wie Eveline findet. Hier verbringen wir einen gemütlichen Abend. Als Vorspeise nehmen wir die Tagessuppe und frittierte Fish Bites. Danach wird es ein Hippie Veggie Burger für Eveline und ein Pulled Pork Burger für David. Zusammen nehmen wir noch Pommes dazu. Als Nachspeise versuchen wir die Crème brûlée. Zwei edle Gin Tonic runden das Abendessen ab. Es ist schon ziemlich frisch draußen am Abend. Der Regen hat aufgehört. Wir gehen noch eine Runde im Ort spazieren und David telefoniert mit seinen Eltern. Den restlichen Abend verbringen wir dann gemütlich im Camper. Wir heizen uns ordentlich ein und machen es uns gemütlich…
Gefahrene Kilometer: 149

Bei starkem Regen erreichen wir den Campground…

Wanderung auf den Roys Peak und danach weiter nach Haast…

Tag 135 // Der Wecker läutet um 7:15 Uhr. Ja, sehr früh wieder einmal für unsere Verhältnisse. Heute wollen wir eine fette Wanderung unternehmen. Neuseeland ist ja bekannt für seine Alpen und die herrlichen Wanderwege. Zwei davon haben wir uns auch herausgesucht. Gleich in der näheren Umgebung. Nach dem Frühstück wird der Daypack gepackt. Wasser, Kameras, Drohne, Sonnencreme. Was man halt so braucht. Wir wollen jetzt zum Rob Roy Track. Die Straße bis dorthin soll laut i-Site in Wanaka für Campervans eher nicht zu empfehlen sein. Das wollen wir nicht glauben. So fett ist unser Camper jetzt auch wieder nicht. Ein Spuckerl im Gegensatz zu den Cruise America Mobile Homes in Canada und den USA. Und die Feldwege, die wir im Death Valley gefahren sind, waren auch alles andere als leicht befahrbar für normale Fahrzeuge. Ja… Okay. Wir sind dann irgendwann in der Mojave Wüste im Sand festgesteckt. Aber soweit wollen wir jetzt mal nicht denken und so schlimm wird der Weg bis zu diesem Track dann schon nicht sein. Wir wollen es genau wissen und machen uns auf den Weg. Laut Google Maps fahren wir nur 45 Minuten bis zum Trail Head. Nach 10 Minuten Fahrt kommen wir schon auf den ersten Feldweg. Eine Schotterstraße. Ziemlich uneben. Irgendein Raupenfahrzeug muss hier gefahren sein. Die tiefen Rillen sorgen dafür, dass es den Camper und uns so richtig durchvibriert. Mehr als 20 km/h können wir nicht fahren. Wir probieren es kurz. Aber der Camper und unser Geschirr und überhaupt eh alles wird dadurch auf eine harte Probe gestellt. Google Maps aktualisiert sich außerdem auch schon bereits auf eine ganze Stunde Fahrzeit, wenn wir mit dieser niedrigen Geschwindigkeit weiterfahren. Okay. So wird das nichts. Wir wollten ja eigentlich früh starten, damit wir dann nicht in der ärgsten Hitze in der Gegend herumwandern. So verlieren wir einfach zu viel Zeit. Außerdem haben wir genau NULL Empfang. Kein Netz. Wenn der Camper hier einen Motorschaden hat, dann gute Nacht. Also entscheiden wir uns für die Umkehr. Wieder retour Richtung Campground. Wir gehen den anderen Track. Zu diesem kommt man ganz einfach hin. Auf einer richtigen Straße. Den Roys Peak. 6 Stunden Gehzeit, laut Lonely Planet. Steffi hat diese Wanderung während ihrer Zeit in Neuseeland übrigens dreimal gemacht. Wir finden gleich einen Parkplatz und marschieren los. Es ist mittlerweile 10 Uhr. Die Sonne kann es schon ganz ordentlich um diese Uhrzeit. Der Roys Peak ist nichts für Ungeübte. 1200 Höhenmeter bis zum Gipfel. Kein Schatten. Die ganze Zeit kein bisschen Schatten. Es sei denn, man versteckt sich unter einem der vielen fetten Schafe, die hier am Steilhang auf den Weiden grasen. SPF 50+ und Kopfbedeckung ist heute Pflicht. Eveline greift heute sogar auf den Outback-Hut aus Australien zurück. Die Bergschuhe werden ebenfalls ausgeführt. Das ist bei den heutigen Temperaturen zwar nicht besonders förderlich für die Füße, aber man hat einfach den besseren Grip. Die Wanderung ist sehr anstrengend. Wir legen des Öfteren Pausen ein. Die Aussicht ist sehr gut. Man hat den perfekten Überblick über den Ort Wanaka und den blauen Lake Wanaka. David lässt dann bei der Hälfte des Aufstieges die Drohne steigen. Einige Paragleiter sind auch in der Luft. Ja, wir passen eh auf. Nach der 20-minütigen Pause geht es dann weiter Richtung Gipfel. Wir treffen die Voralberger von gestern wieder. Sie sind schon um 7 Uhr gestartet und befinden sich jetzt schon wieder auf dem Abstieg. Nach einigen weiteren Pausen und Stärkungen mit Jausenbroten, Müsliriegeln und Rüblis, erreichen wir schließlich nach 3 Stunden und 45 Minuten den Gipfel. Hier steht kein Kreuz. Nur ein Sendemast. Dafür hat man 4G LTE hier am Gipfel. Auch was ganz Neues für uns. Dieser ist natürlich mit hunderten Pickerln beklebt und mit diversen Weisheiten und Initialen beschmiert. Wir lernen einen Iraker kennen, der die letzten Meter bis zum Gipfel mit uns gemeinsam erklommen hat. Er ist ganz nett, lebt in Finnland und ist mit seiner Frau jetzt hier in Neuseeland unterwegs. Die Welt ist eben ein Dorf. Wir sollen Fotos von ihm machen. David übernimmt wieder einmal ein fremdes Smartphone. Dann darf der Iraqi auch noch ein Gipfelfoto von uns beiden machen. Mit unserer Kamera. Neben uns fängt ein anderes Pärchen an, mit einem Gaskocher Tee zu kochen. Auch nicht schlecht. Die Geduld hätten wir nicht. Wir haben jetzt übrigens auch schon unsere Wasservorräte aufgebraucht. Kein Wasser oder sonstiger Proviant ist jetzt noch für den Abstieg vorhanden. Schlecht eingeteilt. Mit weniger Wasser wären wir jedoch erst gar nicht hier hochgekommen. Wir müssen trotzdem wieder runter. Nach 2 Stunden ziemlich anstrengenden Abstieges in der immer noch prallen Sonne, kommen wir ziemlich erschöpft, überhitzt, durchgeschwitzt und ein „bisschen“ durstig am Parkplatz an. Bis zu 27 Grad hatte es heute übrigens. Wir leeren gleich einen unserer Wasserkanister im Kofferraum. So durstig waren wir schon lange nicht mehr. Die Hitze staut sich auch im Camper. Eine Pet-Wasserflasche in der Fahrerkabine kocht fast. Und das meinen wir wirklich so. Man kann es nicht trinken. Nicht, weil es so grauslich schmeckt, sondern wegen der Temperatur. Der Kanister im dunklen Kofferraum hat sich zum Glück halbwegs kühl gehalten. Die Wanderung war trotzdem nicht schlecht. Schon lange haben wir uns nicht mehr richtig ausgepowert. 16 Kilometer und 1200 Höhenmeter haben wir in 6 Stunden zurückgelegt. Jetzt brauchen wir dringend eine Abkühlung. Ein Plätzchen gleich neben dem Campground hat Eveline noch in Erinnerung. Dort fahren wir jetzt hin und schmeißen uns in den glasklaren und 15 Grad kühlen Lake Wanaka. David erledigt das gleich in der Unterflak. Nur keine Zeit verlieren. Eveline greift dann doch lieber auf den Bikini zurück. Eine himmlische Erfahrung. Bist du deppert, tut das gut. Ein wahres Highlight, diese 5 Minuten im eiskalten See. Die beste Erfrischung überhaupt. Echt edel. Wir könnten jetzt noch einige Superlative hinzufügen. Aber die Botschaft sollte angekommen sein, dass es einfach geil war. Jetzt geht es abgekühlt zum Campground retour. Nein, wir bleiben hier keine weitere Nacht, aber wir haben unsere ganzen Lebensmittel während des Tages im Kühlschrank gelassen. Und das war gut so. Im Auto wären diese heute nicht besonders gut aufgehoben gewesen. Wir fahren einfach wieder rein zur Küche und räumen unser Zeug ein. Die Wasservorräte werden ebenfalls noch aufgefüllt. Dann machen wir uns auf den Weg nach Haast. Dort haben wir schon den nächsten Campground reserviert. Auf dem Weg fällt David ein, dass er seine Bergschuhe bei der Badestelle beim Lake Wanaka stehen gelassen hat. Scheiße. Wieder retour nach Wanaka. Gottseidank sind wir noch nicht weit gefahren. Die Schuhe sind noch da. Die würde eh nur ein echter Fetischist fladdern. Okay. Dann halten wir noch in Wanaka. David hat nämlich sein Datenvolumen von 10 GB schon längst versaugt. Wir brauchen Nachschub, um den Blog aufrecht zu erhalten. Leider gibt es in Wanaka keine SIM Karten mehr. Alles ausverkauft beim einzigen Shop, dem von Vodafone. Also jetzt endlich weiter nach Haast. Die Fahrt ist sehr angenehm und wir sind sehr entspannt. Wir hören Musik und sind ziemlich happy. Riesige Schafherden sehen wir neben der Strecke. Nach 2 Stunden Fahrt erreichen wir den Haast River Motels & Holiday Park. Sehr gemütlich schaut dieser aus. Hier wieder die übliche Prozedur. Einchecken, Einparken, Lebensmittel in den Kühlschrank geben. Wir wechseln außerdem noch Scheine zu Kleingeld, um wieder einmal Wäsche zu waschen. 4 Stück Freilandeier kaufen wir uns noch beim Office. Für das Abendessen und das Frühstück. Die Hühner laufen hier am ganzen Gelände frei herum. Zum Abendessen gibt es eine Tomatensuppe mit getoasteten Bagels als Einlage, gekochte Maiskolben, Cocktailwürstchen und Spiegelei. Nach dem Abwasch kümmern wir uns noch um die Wäsche und hängen alle Sachen, die nicht in den Trockner dürfen, auf den Campingsesseln und dem Campingtisch rund um den Camper auf. Zum Trocknen eben. Dann machen wir es uns im Camper gemütlich. Einen anstrengenden und langen Tag haben wir wieder einmal hinter uns…
Gefahrene Kilometer: 208
dscf0048

Herrliches Panorama am Gipfel des Roys Peak…

dscf0044-2

Die Aussicht auf den Lake Wanaka ist traumhaft…

dscf0056

Gipfelfoto…

dscf0145-2

Schafe und Rinder neben der Strecke Richtung Haast…