Von Osaka nach Phuket…

Tag 181 // Um 5 Uhr läuten die Wecker. Zur Sicherheit haben wir uns gleich mehrere davon gestellt. Die Wäsche hatten wir über Nacht im Trockner gelassen. Und sie ist sogar trocken geworden. Hat eh nur 5 Stunden gedauert. Egal jetzt, wir müssen packen. Alles rein in die fetten Rucksäcke und gecheckt, ob wir eh alle unsere sieben Sachen beisammenhaben. Nichts liegen gelassen? Unter dem Bett liegt auch nichts mehr? Okay, dann geht es jetzt los. Kurz nach halb 6 verlassen wir das Hotelzimmer und versperren den Schlüssel im Postkasten mit der Zahlenkombination. Erfolgreich ausgecheckt. Mit vollem Marschgepäck müssen wir jetzt nur immer geradeaus gehen, dann kommen wir zur JR Osaka Station, von wo unser Zug Richtung Flughafen abfahren wird. Unser Japan Rail Pass ist heute nicht mehr gültig. Diesen haben wir übrigens ziemlich gut ausgenützt, wie wir finden. Alleine die Fahrten mit den Shinkansen Zügen wären sehr teuer gewesen. Was wir noch immer haben, ist unsere PASMO Karte mit 900 Yen drauf. Und 1000 Yen haben wir noch ganz genau im Börserl. Die Fahrt zum Flughafen kostet 1440 Yen pro Person. Das könnte die nächste Punktlandung werden. Wir gehen also ganz normal durch das Gate, obwohl wir wissen, dass das Geld auf der Karte für die Fahrt nicht reicht. Rein zum Bahnsteig kommen wir immerhin. Kurz nach 6 Uhr besteigen wir einen ziemlich vollen Zug zum Kansai Airport. Ganz schön viel ist los um diese Uhrzeit. Aber Richtung Flughafen wollen sehr viele. Wir sind die einzigen weißen Menschen im Zug und weit und breit. Wir fallen wie immer auf. Haben wir das eigentlich schon erwähnt, dass die Trendfarben hier in Japan anscheinend grau und schwarz sind? Also fallen wir doppelt auf. Das ist uns in den letzten 10 Tage bewusst geworden. Eveline trägt eine blitzblaue Jacke und eine gelbe Haube über ihren blonden Haaren. David eine Jacke mit knallgelber Einlage und roter Haube. Stoani hatte wie immer seine bewährte orangene Jacke an und trägt noch dazu einen Vollbart. Nur Hauns war mit seiner schwarzen Jacke bestens getarnt und an die vorherrschende Modefarbe angepasst. Hätten wir das also ebenfalls festgehalten. Nach 70 Minuten Fahrzeit, die wir im Stehen hauptsächlich nützen, um im Internet zu surfen und noch ein paar Netflix Filme zu saugen, erreichen wir den Kansai Airport. Natürlich kommen wir mit der PASMO Karte jetzt nicht mehr raus aus dem Zugbereich. Wir bezahlen direkt beim Schalter den Restbetrag in Bar. Somit wäre das auch erledigt. Die leere PASMO Karte behalten wir als Souvenir. Jetzt checken wir uns den Baggage Drop Off. Da wir gestern schon online eingecheckt haben, ersparen wir uns jetzt das Anstellen bei einer sehr langen Menschenschlange. Das ist sehr fein. Die großen Rucksäcke gehen wie immer ohne Probleme durch die Gewichtskontrolle. Doch als Eveline den Kamerarucksack aufhebt, um diesen auf unser Gepäckswagerl zu stellen, und sich ziemlich schwer damit abplagt, wird die Dame beim Schalter stutzig und will das Gewicht unserer Handgepäckrucksäcke jetzt ganz genau wissen. Wir wägen ab und der Kamerarucksack wiegt fast 14 Kilo. Das ist zu heavy – eh klar. Die Dame meint, wir sollen unbedingt was davon in das Aufgabegepäck dazu packen. Das ist aber nicht möglich, weil man eigentlich nichts einchecken darf, was sich im Rucksack befindet. Irgendwann, nach langer Diskussion, drückt die Dame dann ein Auge zu und meint, wir dürfen nichts mehr shoppen im Duty-Free, damit unser Handgepäck nicht noch mehr an Gewicht zunimmt. Okay, danke! So machen wir das. Nichts kaufen. Wir haben sowieso keine Yen mehr zu verprassen. Auf dem Weg zur Sicherheitskontrolle schmeißen wir das ausgeschaltete Sushi Wifi samt Zubehör noch in einen Postkasten. Das fertige Kuvert für die Rücksendung wurde damals bei unserer Ankunft schon mit ins Hotel geliefert. So einfach geht das. Echt edel. Erledigt. Ohne Probleme kommen wir wie immer durch den Security Check und warten dann nur mehr ungefähr 10 Minuten bei unserem Gate, bis endlich das Boarding beginnt. Wir fliegen heute mit AirAsia. Die hatten wir bis jetzt auch noch nie. Oder doch? Wir sind uns nicht sicher. Auf dieser Reise eher nicht. Es handelt sich um eine Billigfluglinie mit Sitz in Kuala Lumpur. 6 Stunden sind wir jetzt unterwegs. Bordentertainment gibt es leider keines. Was zu essen auch nicht. Das mit dem Bordentertainment ist jetzt nicht so schlimm, darauf sind wir vorbereitet. Aber nachdem wir fast nichts gefrühstückt haben, außer einer Reisecke vor dem Abflug, stellt sich irgendwann während des Fluges leichter Hunger ein. Nicht mal mit normalem Wasser gehen sie durch und unsere Thermoskannen mussten wir natürlich bei der Sicherheitskontrolle leeren. Was wir bis jetzt noch nie gemacht haben auf einem Flug, machen wir jetzt. Wir bestellen uns was zu Essen und zu Trinken. Per Menükarte im Flieger. Und wir lassen uns Zeit mit unserer Entscheidung, weswegen der Steward, der neben uns kniet und auf die Bestellung wartet, fast einen Krampf erleidet. Irgendwann haben wir uns dann entschieden. Natürlich nehmen wir das Chicken. Mit Reis. Was anderes Genießbares gibt es sowieso nicht. Dazu einen Espresso, eine kleine Flasche Wasser und ein KitKat. Na wenn schon, denn schon. Bezahlt wird der Spaß natürlich mit VISA. Hätten wir also auch in ein paar tausend Metern Höhe, geographisch gesehen einfach irgendwo, mit VISA bezahlt. So gefällt uns das. Die gute alte VISA. Das beste wo gibt. Wer sich jetzt fragt, ob das nicht zu teuer ist, sich im Flieger was zum Essen zu bestellen, dem sei gesagt, dass es gar nicht so schlimm war. Wir sind ja in einem billigen Flieger unterwegs. Noch dazu nach Thailand. Und die Preise sind in thailändischen Baht angeschrieben. Also nein, es war echt nicht schlimm. Umgerechnet vielleicht 15 Euro zusammen. Wir werden jetzt nicht schreiben, dass es gut geschmeckt hat oder es ein herrliches Essen war. Weil lügen wollen wir nicht. Aber es hat den Zweck erfüllt und wir sind nicht mehr fuadagrantig. Wir schauen ein paar Filme auf Netflix, schlafen ein bisschen und David kümmert sich um die Tagesberichte und die dazugehörigen Fotos der letzten Tage. Der Flug ist außerdem einer der unruhigsten auf unserer bisherigen Reise. Vielleicht hat der Pilot erst gestern auf der Pilotenakademie maturiert, man weiß es nicht. Das Wetter war auf jeden Fall traumhaft, wenn man aus dem Fenster geschaut hat. Also keine Gewitter oder so. Ein paar Mal hebt es uns ziemlich aus den Sitzen, woraufhin ein lautes Raunen und fast schon kollektives Geschrei durch den Innenraum des Airbus A330-300 geht. Schließlich landen wir doch noch in Bangkok. Geklatscht wird nicht. Da wir fast ganz hinten in der vorletzten Reihe gesessen sind, können wir uns mit dem Aussteigen Zeit lassen. Was wir sowieso immer tun. Aber ausgerechnet auf diesem Flug wären wir sogar früher aufgestanden und hätten uns aus dem Flieger gedrängt. Nur 45 Minuten haben wir jetzt nämlich Zeit, bis unser nächster Inlandsflug nach Phuket weitergeht. Endlich draußen, geht es mit dem Bus zum Terminal. Dort werden wir durchgeschleust zu einer eigenen Einreisekontrolle sowie nochmaligen Sicherheitscheck. Hier ist genau rein gar nichts los. Sehr viele Angestellte lungern herum und sind ziemlich angepisst, dass wir daherkommen und sie jetzt was hackeln müssen. Auf jeden Fall geht sich alles ohne Probleme aus und wir sitzen rechtzeitig wieder beim nächsten Gate. Schnell loggen wir uns ins freie Flughafen Wifi ein und schreiben ein paar WhatsApp Nachrichten und checken ein paar Mails. Das Hostel in Phuket ist uns noch Antworten schuldig bezüglich Abhol- und Transferzeiten. Noch keine neuen Nachrichten. Wurscht jetzt. Es geht schon weiter. Rein in den nächsten Flieger. Wieder eine AirAsia. Ein kleinerer Airbus A320-200. Eine erneute Premiere auf unserer Reise ist, dass wir jetzt nicht nebeneinandersitzen. Zum ersten Mal. Für ganze 1,5 Stunden. Warum das so ist, können wir nicht genau sagen. Schon beim Online Check-in für diesen Flug war das so und wir konnten die Sitzpositionen nicht ändern. Und da die Dame beim Schalter sowieso schon unentspannt wegen unseres Handgepäckes war, wollten wir sie deswegen nicht fragen. Aber es ist uns eigentlich eh wurscht. Die kurze Zeit werden wir schon irgendwie überbrücken. Am besten mit Netflix und Spotify. Eveline sitzt neben einem frisch verliebten Pärchen, David neben einem nicht mehr so verliebten Paar mit zwei kleinen Kindern. Nach 1,5 Stunden landen wir wie gesagt endlich in Phuket. Jetzt sind wir wieder einmal fast die Letzten, die aus dem Flieger steigen. Wir wollen uns einfach keinen Stress mehr machen. Gleich nach dem Aussteigen werden wir vom Flughafenpersonal abgepasst, denn wir müssen zu einer speziellen Gepäckausgabestelle gehen, für internationale Arrivals. Hierfür werden wir durch einige Schleusen und abgesperrte Räume durchgelotst und schließlich kommen wir zu einem einsamen Förderband, wo schließlich irgendwann unsere Rucksäcke auftauchen. Alles da. Sehr geil. Wie geht es jetzt weiter? Haben wir schon eine Nachricht? Ja, anscheinend werden wir abgeholt. Okay. Gehen wir mal zum Ausgang. Doch wir sind jetzt beim internationalen Terminal wegen dem Gepäck. Und nicht beim nationalen, wie unsere Flugnummer vermuten ließe. Deswegen warten wir jetzt vergeblich auf unseren Abholdienst, der uns zum Hostel in Phuket bringen soll. Es ist noch dazu verdammt heiß. Ja eh klar, wir sind in Thailand. Was haben wir uns auch anderes erwartet? Die Luftfeuchtigkeit ist immerhin nicht ganz so schlimm wie auf Fiji.  Ein Security Mitarbeiter ist schließlich so freundlich und ruft bei der Nummer an, die wir ebenfalls im Mail erhalten haben. Wir telefonieren schließlich wieder mit dem Hostel. Ein Mitarbeiter teilt uns mit, dass kein Abholdienst mehr vor Ort ist und es um einiges besser und schneller ist, wenn wir jetzt einfach den öffentlichen Bus um 100 THB nehmen. Alles klar, danke. Dann machen wir das. Schnell finden wir den Bus und erfragen die genauen Stationen. Die Klimaanlage des Buses ist auf Nordpol gestellt. Einfach fast schon eine Frechheit. Eveline zieht sich gleich mal Davids Hardshell Jacke an. Ganz zur Erheiterung des Busfahrers und seiner kleinen Assistentin, welche für die Eintreibung des Wegzolls verantwortlich ist. Eine Stunde sind wir jetzt mit dem öffentlichen Bus unterwegs. Wir fahren bis zum Busbahnhof. Von hier müssen wir jetzt noch 950 Meter bis zum Hostel gehen. Kurz überlegen wir, ob wir uns ein Taxi nehmen sollen. Doch Eveline entscheidet sich für den Fußweg. Für David ist das sowieso in Ordnung. Also marschieren wir los und kommen nach weiteren 15 Minuten beim Hugger Hostel an. Hier lassen wir mal alles fallen und läuten ein Glöckchen, damit hoffentlich ein Angestellter auftaucht. Da kommt er schon. Es ist schon nach 20 Uhr Ortszeit. Nachdem wir die Rechnung beglichen haben, wird uns das gebuchte Zimmer gezeigt. Ein wunderschönes Doppelzimmer mit Bad und Klo. Nur für uns beide. Im dritten Stock des Gebäudes. Sogar eine Klimaanlage haben wir, die wir sofort aktivieren. Eveline hat ziemlich starke Kopfschmerzen. Die Strapazen des Reisetages machen sich bemerkbar. Deswegen Machen wir heute genau gar nichts mehr. Nur mehr duschen und rein ins Bett. Gute Nacht, Phuket. Morgen Vormittag geht es weiter…
Processed with RNI Films. Preset 'Agfa Vista 100'

Rückgabe unseres Sushi Wifis per Postkasten am Flughafen…

Processed with RNI Films. Preset 'Agfa Vista 100'

Wir verlassen Japan in Richtung Thailand…

Processed with RNI Films. Preset 'Agfa Optima 200'

Gut gelandet in Phuket…

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Das letzte Kapitel unserer Reise ist jetzt leider schon angebrochen…

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