Von Tokio zum Mount Fuji beim Lake Kawaguchiko…

Tag 174 // Auch die letzte Nacht in Tokio war ganz okay. Eveline hat nicht besonders gut geschlafen. Das viele Essen war für einen ruhigen Schlaf nicht besonders förderlich. Trotzdem gehen wir frühstücken, so wie jeden Morgen. Wenn es schon bei der Übernachtung dabei ist, wird es auch konsumiert. Trotzdem halten wir uns ziemlich zurück. Die Jungs, wie sie Eveline gerne nennt, sind ausgeschlafen. Stoani war schon laufen. Wir sind früh dran heute. Nach dem Frühstück packen wir den Rest zusammen und um 9 Uhr checken wir vom Hotel aus. Danke, es war sehr gemütlich hier. Auf geht’s jetzt zur nächsten Etappe unseres Japan Trips. Im Vorfeld unserer Reise haben wir den Japan Rail Pass erworben. Diesen zu bekommen, ist gar nicht so einfach. Man muss ihn mindestens 6 Wochen vor Reiseantritt in seinem Heimatland beantragen und bezahlen. Dann bekommt man quasi die Gutschrift für die Pässe per Einschreiben mit der Post zugeschickt. Diese Gutschrift haben wir jetzt. Wir haben diese in Österreich per Einschreiben zu Stoani schicken lassen und der hat die Gutschrift jetzt eben mitgenommen. So weit, so gut. Jetzt müssen wir nur mehr diese Gutschrift gegen die endgültigen Pässe eintauschen. Das ist auch nicht überall möglich. Nur in gewissen Bahnstationen in einem JR Office. Das haben wir soweit mal ergoogelt und werden das nächste Office ansteuern. Mit vollem Marschgepäck natürlich. Was ist eigentlich der Vorteil vom Japan Rail Pass? Man spart sich einiges an Geld. Alleine die Strecke nach Hiroshima würde als Einzelticket für den Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen dasselbe kosten, wie der Japan Rail Pass. Also zahlt er sich auf jeden Fall für uns aus. Bei der besagten Station angekommen, begeben wir uns auf die Suche nach dem JR Office. Wir suchen ganz schön lange, sind aber schließlich mit der Suche erfolgreich. Gleich rein in das Office. Zwei nette ältere Damen, die beide sehr gut der englischen Sprache mächtig sind, geben uns bereitwillig Auskunft. Jeder füllt mal einen Zettel aus und sie wollen unsere Gutschrift sehen. Danach teilen wir ihnen unsere Pläne mit und sie beraten uns bezüglich der besten Verbindungen. In den Shinkansen-Zügen sollte man immer die Plätze reservieren. Auch das ist gut zu wissen. Gut informiert und mit Kartenmaterial ausgestattet, geht es weiter zum nächsten Schalter, wo wir jetzt endlich unseren Japan Rail Pass ausgestellt bekommen und gleich für die nächsten Reisetage die Sitzplätze reservieren. Nach 45 Minuten im Office sind wir endlich fertig und startklar. Auf geht’s mit dem Shinkansen zum ersten Stopp in Lake Kawaguchiko. Um 11:30 Uhr geht es los. Nach einem Zwischenstopp und einem Umstieg in Ōtsuki erreichen wir nach insgesamt 2 Stunden gemütlicher Zugfahrt die heutige Endstation unserer Reise, die Ortschaft Kawaguchiko. Nur 100 Meter vom Bahnhof entfernt steht auch schon unser gebuchtes Hotel und wartet auf uns. Es ist ziemlich kalt und bewölkt. Wir sehen keinen Mount Fuji. Sollten wir den nicht schon längst erblicken können? Checken wir mal ein und begeben uns dann auf die Suche. Das Hotel Kawaguchiko Station Inn ist ziemlich simpel. Wir haben ein Zimmer zu Viert. Klo und Duschen befinden sich am Gang. Gleich beim Eingang muss man die Straßenschuhe ausziehen und gegen Plastikschlapfen eintauschen. Die Schuhe verstaut man in einem Schuhkasten, ebenfalls beim Eingangsbereich. Der Check-in geht sehr schnell. Wir bezahlen in Bar. Kreditkarten werden keine akzeptiert. Unser Zimmer befindet sich im zweiten Stock. Lift gibt es keinen im Hotel. Das stört uns nicht, nur so als Detail am Rande, damit wir das ebenfalls festgehalten hätten. Das Zimmer ist sehr simpel. Eigentlich ist es leer. Typisch japanisch. Ein Tatamiboden befindet sich im Zimmer. Das ist einfach ein gewebter Strohmattenboden. Dann stehen da noch ein kleines Tischerl in der Raummitte und ein paar Sitzpolster liegen herum. In einem Kasten werden die faltbaren Matratzen und das zugehörige Bettzeug gelagert. Richtige Betten mit einem Lattenrost, oder was halt sonst noch so zu einem Bett gehört, gibt es nicht. Immerhin gibt es eine Heizung. Bei 7 Grad Außentemperatur in einem sehr kahlen Zimmer nicht gerade ein Nachteil. Besonders Eveline freut sich sehr darüber. Im vierten Stock des Hotels befindet sich ein Onsen-Bereich. Also ein Gemeinschaftsbad mit Duschen und in einem eigenen Bereich befindet sich außerdem noch ein Hot-Pool. Für Frauen und Männer natürlich getrennt. Gut zu wissen. Aber jetzt gehen wir mal den Mount Fuji suchen. Deswegen sind wir eigentlich hier. Wir ziehen uns warm an. Es ist ziemlich schneidig draußen. Eveline führt sogar ihre Softshell Wanderhose aus. Der erste Stopp in der Ortschaft ist das Visitorcenter. Dort wollen wir uns informieren, wo man am besten den Mount Fuji beäugen kann. Doch die Dame gibt uns leider die von uns schon befürchtete Auskunft, dass wir Pech haben werden. Die Sicht heute ist verdammt schlecht. Überall rund um den Vulkan. Der Mount Fuji ist von Nebel und Wolken umhüllt. Man sieht ihn so gut wie gar nicht, obwohl wir uns quasi gerade direkt vor ihm befinden. Auch für morgen ist keine Besserung prognostiziert. Das ist einfach Pech. Was tun mit dem restlichen Tag? Gehen wir mal spazieren. In Richtung des Lake Kawaguchiko. Die Ortschaft heißt nicht umsonst so. Da gibt es einen See. Und dort marschieren wir jetzt hin. Zeit haben wir ja genug dafür. Am Seeufer angekommen, lichten sich die Wolken immerhin ein bisschen und der Mount Fuji zeigt sich ganz kurz. Aber wirklich nur ganz kurz und keinesfalls klar. Wir spazieren eine Runde durch den Yagizaki Park und machen uns langsam auf die Suche nach etwas Essbarem. Hier in Kawaguchiko soll es eine Spezialität geben, die sich Houtou nennt. Das müssen wir natürlich probieren. Der Lonely Planet empfiehlt dieses Nudelgericht und ebneso ein dazugehöriges Lokal. Um dieses zu finden, nehmen wir einen ziemlich langen Fußmarsch durch die Ortschaft auf uns. Japan wirkt hier in der Provinz ziemlich normal, um nicht zu sagen ärmlicher als in der modernen Metropole Tokio. Aber ist das nicht in jedem Land so? Es ist trotzdem sauber und man fühlt sich sicher. Nette kleine Häuser mit kleinen uns sehr kompakten Autos davor. Die meisten davon haben wir zuvor noch nie gesehen. Diese Modelle gibt es bei uns einfach nicht. Hundehütte auf Rädern könnte man zu manchen Modellen sagen. Irgendwann erreichen wir das angepeilte Lokal. Natürlich hat es geschlossen. Doch gleich auf der anderen Straßenseite gibt es noch ein Lokal. Dort stehen sogar einige Autos davor. Ein gutes Zeichen. Schauen wir mal rein. Eine junge Dame empfängt uns und wir lassen uns die Karte Zeigen. Wegen den Preisen warads und wegen der Auswahl natürlich auch. Wir befinden das Lokal für geeignet und geben wieder unsere Schuhe beim Eingangsbereich ab. Ein richtig geiles Lokal. Die Tische sind kniehoch und man sitzt am Boden. Unser Tisch ist anscheinend speziell für Touristen oder alte Menschen. Unter dem Tisch befindet sich eine Ausbuchtung im Boden, ungefähr einen halben Meter tief. Für die Füße eben. Somit gestaltet sich das Sitzen für die nicht Yoga geübten Herren unserer Reisegruppe ein bisschen einfacher. Die Spezialität gibt es auch hier zu verkosten. Alle bis auf Hauns, der Prawn Tempura bestellt, nehmen wir alle das Houtou. Spiced Pork für David, Spiced Beef für Stoani und Pumpkin für Eveline. Serviert bekommen wir den Nudeleintopf in einer gusseisernen Schüssel. Ein Hot-Pot quasi. Das kennen wir schon von unserer Taiwan Reise vor drei Jahren. Nicht gleich, aber ähnlich. Dazu Bier. Halten wir das Kulinarische heute kurz: Es schmeckt einfach geil. Wir sind sehr zufrieden und mehr als satt. Ein traditionelles japanisches Abendessen. Sehr fein ist das. Das Lokal heißt übrigens Koushu hoto Ozaku Kawaguchiko Branch. Als wir den Esstempel wieder verlassen, zeigt sich der Fuji. Wir gehen noch ein Stück die Straße entlang und machen ein paar Fotos. Nicht der perfekte Ausblick, aber immerhin sehen wir ihn. Besser als nichts. Langsam machen wir uns danach wieder auf den Weg in Hotel. Kurz nach 18 Uhr erreichen wir dieses. Was jetzt? Gehen wir gleich mal baden und uns aufwärmen. Stoani geht die Lage checken. Niemand sitzt gerade im Hot Pool. Bahn frei für die Japan Gang. Handtuch, Bier und Spotify. Mehr brauchen wir jetzt nicht. Rein ins heiße Becken. Eveline geht separat im Damenbereich baden. Zu dritt ist es gerade angenehm im Becken. Eine gute halbe Stunde sitzen wir drin und wärmen uns so richtig auf. Länger ist es dann fast nicht auszuhalten. Eveline gibt schon früher auf und begibt sich retour ins Zimmer. Das Matratzenlager müssen wir jetzt noch aufbauen. Wir machen es uns im Anschluss im Zimmer gemütlich. Jetzt wird nur noch Film geschaut. Auf Stoanis Laptop läuft Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand. David kümmert sich nebenbei noch um den Tagesbericht. Nach dem Film heißt es schließlich Nachtruhe für die ganze Reisegruppe. Morgen checken wir wieder aus und das nächste Ziel heißt Hiroshima
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Unser Zimmer im Kawaguchiko Station Inn…

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Der Lake Kawaguchiko…

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Koushu hoto Ozaku Kawaguchiko Branch…

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Das edle Restaurant…

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Am Abend zeigt sich doch noch der Fuji…

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