Ein von Kulinarik geprägter, dritter Tag in Tokio…

Tag 173 // Guten Morgen Tokio! Konnichiwaaaa!! Hai! Hai! Arigatooouuu! Einen letzten vollen Tag in Tokio haben wir noch vor uns. Die Nacht war sehr angenehm. Das Bett ist sehr bequem. Wir stehen kurz nach 7 Uhr auf. Heute wollen wir früh starten. Um 8 Uhr begeben wir uns zum Frühstück. Vorher klopften wir noch bei der Tür von Stoani und Hauns. Doch keine Reaktion. Schlafen die noch? Was ist da los? Egal, vielleicht sind sie ja schon beim Buffet. Doch im Frühstücksraum sind sie nicht anzutreffen. Wir frühstücken auf jeden Fall mal in aller Ruhe. Danach gehen wir wieder aufs Zimmer. Vorher klopfen wir noch einmal bei den Herren. Wieder keine Reaktion. Gut, dann schreiben wir mal den Blog fertig und machen einen groben Plan für den Tag. Irgendwann, so kurz vor 9:30 Uhr, klopft es schließlich bei unserer Tür. Hauns steht in der Tür und teilt uns mit, dass sie gestern noch „ziagn“ waren. Also die beiden waren bis 4 Uhr früh irgendwo in Tokio unterwegs. Danach konsumieren die beiden noch den letzten Rest des Frühstücksbuffets. Wir packen uns derweil zusammen und die Reisegruppe versammelt sich anschließend beim Hotelausgang. Was steht heute auf dem Programm? So einiges. Gleich rein in die nächste U-Bahn. Wir navigieren per Google Maps. Mit Hilfe des Sushi Wifis, das wir immer im Rucksack dabeihaben, sind wir alle 4 immer online. Das ist sehr praktisch. Vor allem deswegen, weil man ja die Offline Karte von Japan nicht herunterladen kann und deswegen immer Internet braucht, um Google Maps zu verwenden. Also kurz gesagt für die Navigation mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Tokio ist es sehr von Vorteil online zu sein. Das erste Ziel des Tages ist der äußere Tsukiji Fisch Markt. Ein Markt im Freien. Sehr viele Stände mit den unterschiedlichsten Produkten und Speisen. Wir kosten uns durch. Beim heutigen Frühstück haben wir uns genau deswegen sehr zurückgehalten. Erstes Leckerli ist ein Grillspieß mit Wagyū-Rind. Ein teurer Spaß, aber man ist ja nicht jeden Tag in Japan und kann ein echtes Wagyū-Rind probieren. Der Spieß wird nur kurz von der Flamme geküsst, dann ist er auch schon fertig. Und es schmeckt echt edel. Sehr zartes Fleisch, welches fast auf der Zunge zergeht. Eveline probiert eine Mehlspeise. Die ist aber nicht so unser Fall. Die Konsistenz ist gewöhnungsbedürftig. Das nächste Highlight bildet ein Sake Stand. Selbstgebrannter Sake wird hier angeboten. Der gehört natürlich verkostet. Die Runde zahlt Stoani. Normaler Sake für Hauns und Stoani, warmer Sake für Eveline und David. Prost! Oder besser „Kanpai“, wie die Japaner sagen. Der Sake ist ziemlich stark, aber sehr gut. Danach essen wir noch einen Thunfisch-Spieß und ein Rogen Sushi Häppchen, mit fettem orangenem Lachsrogen. Doch das ist noch nicht genug des kulinarischen Experiments. Jetzt gehen wir Sushi essen. Ein Running Sushi Lokal sticht uns ins Auge. Es gibt einen Typen, der den Weltrekord hält für den teuersten, jemals ersteigerten Blauflossenthunfisch. Und dieser Typ hat eine Sushi Restaurant-Kette. Wir stehen gerade vor einem seiner Lokale. Also gleich rein mit uns und losgelegt. Verdammt gutes Sushi. Man bezahlt nach konsumierten Tellern. Also kein „All you can eat“. Je edler ein Sushi Teil ist, desto teurer ist es natürlich. Der Farbcode der Teller gibt an, wieviel man bei der Endabrechnung dafür berappen muss. Uns sind die Farben eigentlich egal. Wir essen nur das, was uns gefällt. Es schmeckt sehr gut. Nur Stoani hat eine Süßigkeit ergattert, die alles andere als leiwand schmeckt. Wir schlagen uns die Bäuche voll, bis nichts mehr geht. Bei der Abrechnung fährt die Kassiererin mit einem Scanner über den Tellerstapel. In jedem Teller ist ein Chip eingebaut. Biep Biep Biep. Und zack, schon hat sie die Zeche auf einen Blick am Display. Sehr genial eigentlich. Kein billiges Erlebnis, aber das war es definitiv wert. Danach gehen wir noch eine kleine Runde durch den restlichen Markt und sind schließlich fertig mit unserem Markterlebnis. Weiter geht’s jetzt. Da wir schon in der Nähe des Hafens sind, wollen wir uns diesen natürlich anschauen. Auf dem Weg dorthin durchstreifen wir den Hamarikyu Garden. Eine schöne Anlage, die ersten Kirschbäume blühen bereits. Am Ende des Gartens besteigen wir ein Boot und nutzen dieses, um ein paar Stationen bis nach Asakusa zu fahren. Es ist sehr heiß auf dem Boot. Heute scheint die Sonne, wir haben perfektes Wetter erwischt. Nach dem wir gut gelandet sind, stärkt sich ein Teil unserer Reisegruppe mit einem Frozen Joghurt. Mit dem Wegproviant geht es weiter zum Touristeninformationszentrum. Dort gibt es im 8. Stock des Gebäudes eine Aussichtsplattform, von welcher aus man einen schönen Blick auf den Asakusa Schrein und den Tokyo Skytree haben soll. Das erledigen wir in kurzer Zeit, um gleich darauf durch Asakusa durchzugehen. Am Ende eines Marktbereiches, wo man Messer, Schwerter, Souvenirs, Sushi Stäbchen und eigentlich so gut wie alles kaufen kann, kommen wir schließlich zum Schrein. Eine Tempelanlage. Das Heiligtum, um welches dieser Tempel gebaut wurde, ist noch nie gesehen oder öffentlich gezeigt worden. Man weiß eigentlich nicht genau, ob das Heiligtum eigentlich existiert. Vor dem Tempel steht eine riesige Schüssel mit Sand, in der hunderte Räucherstäbchen stecken. Der Rauch soll eine heilende und kräftigende Wirkung haben. Man „reibt“ sich quasi mit dem Rauch ein. Wir als Nichtraucher probieren es halt mal aus. Wird schon nicht schaden. Danach betreten wir noch den Tempel und sind schließlich nach ein paar Fotos und Videos auch mit dieser Attraktion fertig. Auf geht’s jetzt zum Skytree. Dieses Gebäude ist das zweithöchste der Welt, gleich nach dem Burch Kalifa in Dubai. Der Tokio Tower hat uns noch nicht gereicht. Wir müssen unbedingt noch höher hinauf. Vorallem weil wir beim Tokio Tower nur auf halber Höhe waren. Wenn wir schon mal hier sind, eh klar. Über 600 Meter ist der Turm hoch. Wir sehen ihn klarerweise schon aus der Ferne und gehen zu Fuß bis zum Eingangsbereich. Nicht zu übersehen, das edle Stück. Natürlich wird man beim zweithöchsten Gebäude der Welt als Tourist abgezockt. Aber da müssen wir jetzt drüberstehen. 25 Euro kostet der Lift bis ganz hinauf. Wobei man nicht von unten ganz hinauffahren kann, sondern einen Zwischenstopp bei der ersten Aussichtsplattform machen muss. Hier gehen wir eine kurze Runde, aber wir checken uns gleich die Tickets für den höchsten Punkt des Gebäudes, den mal als Besucher erreichen kann. Also nochmal rein in den Lift und ganz nach oben. Hier ist die Aussicht über Tokio richtig genial. Eine riesige Stadt. Man sieht nur Stadt, weit und breit. Sogar die Spitze des Mount Fuji kann man über einer Wolkendecke in der Ferne erblicken. Wir bleiben solange, bis die Sonne untergegangen ist. Tokio bei Nacht und das in einer Höhe von 500 Metern. Sehr fein ist das. Ein herrlicher Tag, eigentlich sind wir jetzt fertig mit unserem Plan heute. Und ob man es glaubt oder nicht, wir könnten schön langsam wieder was essen. Hauns hat Lust auf Fleisch. Und er ist es auch, der uns für den restlichen Abend in das Viertel Ueno führt. Dort waren sie gestern Nacht unterwegs und da hat er ein paar nette Lokale gesehen. Also nichts wie dorthin. Viele Touristen gibt es hier nicht. Wir fallen definitiv auf. Wir klappern einige Lokale ab und entscheiden uns dann für ein Grilllokal. Hier wird absolut kein Englisch gesprochen und wir sind die einzigen weißen Menschen und wahrscheinlich auch Touristen in dem Lokal. Wir werden im Obergeschoß platziert. Will man uns verstecken? Ein Gasgriller steht auf dem Tisch. Das hätten wir ja schon öfter gehabt in den letzten Monaten. Per Tablet (iPad) bestellen wir dann das gewünschte Grillgut bzw. ein paar fertig gekochte Gerichte wie Reis und Sushi für Eveline. Nach und nach werden uns die bestellten Sachen serviert. Wir beginnen mit Thunfischsteaks und Garnelen und arbeiten uns dann zu Tintenfisch und Aal vor. Hauns und David übernehmen das Grillen. Ein ausgiebiges Abendessen. Ein paar Bier dürfen natürlich auch nicht fehlen. Sehr, sehr edel war das. Fast wie Raclette. Wir sind zufrieden. Ein gemütlicher Abend. Auch die Rechnung wird per Tablet geordert. Bezahlen muss man beim Ausgang. Sehr freundlich war das Personal hier nicht gerade, aber das stört uns jetzt nicht. Stoani will unbedingt noch in eine Karaoke Bar. Wir gehen halt mal mit und helfen bei der Suche. Richtig fündig werden wir aber nicht. Vielleicht ist das nur ein Gerücht, dass die Japaner so geil auf Karaoke sind? Man weiß es nicht. In einem Lokal werden wir sogar ausgelacht, als wir als auffällige Touristen nach Karaoke fragen. In einem anderen Lokal gibt es nur Darts und Billard, sowie eine für uns zu teure Gebühr, nur damit man auf einem der Tische Platz nehmen darf. Wir seilen uns ab und machen uns auf den Weg retour zum Hotel. Stoani und Hauns suchen weiter nach einer Karaoke Bar und bleiben noch. Zurück beim Hotel waschen wir noch eine Maschine Wäsche in der Hotel Laundry. Dann gehen wir duschen und packen mal unser Zeug zusammen. Morgen früh müssen wir ja schon wieder auschecken. Sehr schön ist es in Tokio. Morgen schauen wir mal, was es sonst noch so an schönen Plätzen gibt, im restlichen Japan…
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Die erste Wagyū Verkostung…

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Typische Fassade beim Tsukiji Fisch Markt…

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Beim Sake Stand…

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Im Sushi Restaurant…

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Spaziergang durch den Hamarikyu Garden…

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Hamarikyu Garden…

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Die ersten Kirschen blühen schon…

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Bootsfahrt nach Asakusa…

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Der Tokyo Skytree aus der Ferne…

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Aussicht am Abend vom Tokyo Skytree…

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Langsam gehen die Lichter der Stadt an…

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Tokyo nach Sonnenuntergang – Ausblick von 450 Metern Höhe…

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