Ein normaler Dienstag auf der Insel…

Tag 167 // Die erste Nacht in der neuen Hütte war sehr erholsam und angenehm. Wir haben sehr gut geschlafen. Da wir jetzt höher gelegen sind, zieht eindeutig mehr Luft durch die Hütte. Das ist sehr fein. Heute ist Dienstag. Die letzten Tage auf der Insel sind angebrochen. Wie jeden Tag begeben wir uns gegen 8 Uhr zum Frühstücksbereich. Die versammelte Mannschaft sitzt schon hier. Irgendwie scheint es heute ein wenig an Personal zu mangeln. Die Dorfjugend hat anscheinend gestern noch länger gefeiert. Nur die brave Martha ist anwesend. In der Küche stehen Leze und die Oma, wie wir sie nennen. Sie ist die Frau von Vesa. Nach dem Morgengebet gibt es den täglichen Porridge mit Papaya und Bananen. Danach werden Donuts serviert. Richtige Donuts, sogar mit Loch. Aber ohne Glasur oder Zucker. Eigentlich ein ähnlicher Teig, wie die Teigpatscherl, die wir schon öfters zum Frühstück serviert bekommen haben. Leze will anscheinend ein bisschen Nachlegen, weil wir gestern zum Tea House gegangen sind und uns dort die Donuts in die Figur gestellt haben. Uns soll es recht sein. Wir essen, bis wir nicht mehr können. Ein herrliches Frühstück. Dazu natürlich Kaffee und Tee. Beim Kaffee handelt es sich angeblich um instant Kaffee. Vielleicht schmeckt er uns deswegen so vertraut. Kaffeemaschine haben sie leider keine hier auf der Insel. Wahrscheinlich wäre richtiger Kaffee auch zu teuer. Wir wissen es nicht. Nach dem Frühstück kümmern wir uns mal um den Blog und die Fotos. Die deutschen Jungs und die beiden deutschen Mädels, die gestern angekommen sind, gehen jetzt Schnorcheln. Eigentlich wird von ihnen der „Swimming with Sharks“ Trip gebucht. Das Boot ist schnell voll. Wir wollen aber sowieso nicht mitkommen. Philipp borgt sich die GoPro von David aus. Die Jungs haben eine Actioncam um 40 Euro. Ein echtes No-Name Fabrikat aus dem Warehouse in Neuseeland. Die hat jetzt endgültig den Geist aufgegeben. Wir haben kein Problem damit und borgen gerne unsere GoPro her. Während die Jungs und Mädels schnorcheln fahren, machen wir es uns beim Essbereich gemütlich. Hier hat man halbwegs guten Internetempfang mit der Vodafone SIM-Karte. Eigentlich da, wo die Jungs immer ihre „Garries“ rauchen. Genau dort hat man den besten Empfang. Eveline chillt derweil in der Hängematte und liest in einer Zeitschrift. Auch der Japan Reiseführer wird studiert. David ist mit dem Blog und den Fotos beschäftigt. Eigentlich haben wir schon wieder sehr viel aufgenommen und fotografiert hier auf der Insel. Außerdem werden noch ein paar andere Dinge online erledigt. Heute gehen wir es gemütlich an. Die Blaue Lagune ist am heutigen Tag keine Option. Heute ist das Schiff in der Bucht. Wie jeden Dienstag. Da hat man leider nur den halben Strand zur Verfügung. Außerdem ist heute nicht gerade ein Traumtagerl. Es ist bewölkt. Das stört uns aber nicht. Heiß und schwül ist es trotzdem. Anna und „Uschi“ aus Deutschland setzen sich dann zu uns an den Tisch, wo wir unsere Hausaufgaben machen. Wir tratschen eine ganze Weile. Uschi ist aus Kaiserslautern und Anna ist aus Bayern. 19 bzw. 18 sind die beiden. Nach dem Abitur sind sie für Work & Travel nach Australien. 9 Monate sind sie insgesamt unterwegs. Jetzt sind sie eben auch noch nach Fiji. Sie haben sich mit Instan-Nudeln eingedeckt, um Geld zu sparen. Am gestrigen Abend haben sie diese auch brav gegessen. Die beiden Mädels sind komplett aus dem Häuschen, als wir ihnen erzählen, wie alt wir schon sind. Sie hätten uns für 25 geschätzt. Danke, das nehmen wir gerne. Aber dass wir schon soooooooooo alt sind, damit hätten sie nicht gerechnet. Die Jungs gehen dann irgendwann wieder zum Tea House und ersetzen die beim Schnorcheln verbrauchten Kalorien wieder mit den berühmten Donuts. Wir gehen heute nicht mit. Nur nicht zu viel bewegen heute. Es ist sehr stickig und warm. Eveline geht noch einmal schwimmen. Dann beginnt es leicht zu regnen. Eveline geht gleich duschen. Es ist 15 Uhr. Fertig für heute? Nein noch nicht ganz. Es ist gerade High Tide. Das Wasser steht sehr hoch. Alle gehen schwimmen. David schmeißt sich ebenfalls noch ins Meer. Ein bisschen Abkühlung bringt das immerhin. Danach folgt nur noch die übliche Abendprozedur. Duschen, mit Insektenschutz einsprühen, Hütte zusperren und zum Abendessen gehen. Vesa ist heute Nachmittag nach Lautoka gefahren. Einer der Jungs von der Dorfjugend, der immer das Essen serviert und Martha unterstützt, übernimmt heute das Abendgebet. Der ist in letzter Zeit sehr aktiv unterwegs. Meistens ist er eingekifft, oder „lash“ wie es die deutschen Jungs nennen. Das ist Jugendsprache, deswegen haben wir das nicht gleich verstanden und wir mussten peinlicherweise nachfragen. Anscheinend hat er es jetzt auf Uschi und Anna abgesehen. Spitz wie ein Comanchenpfeil ist der junge Herr. Die Mädels sind davon nicht sonderlich begeistert. Wir leisten Schützenhilfe, so gut es geht. Wir spielen noch ein paar Runden UNO. „George“ spielt auch auf einmal mit. Das erste Mal. So ein Zufall. Und ja, wir spielen tatsächlich UNO, obwohl kein Vesa da ist, der das anordnet. Das wundert uns selber am meisten.  David unterhält sich dann noch mit einem der Argentinier. Die ziehen hier meistens ihr eigenes Ding durch und waren schon einige Male nicht zum Abendessen anwesend. Sie haben die Abende immer in der Blauen Lagune verbracht, bis nach Einbruch der Dunkelheit. Deswegen will David jetzt genau wissen, wie der Sonnenuntergang bei der Blauen Lagune so ist. Denn Eveline würde diesen gerne sehen. Das würde aber bedeuten, dass wir im Dunkeln durch den Inseldschungel gehen müssten und Abendessen gäbe es dann auch keines für uns. Das muss dann schon gut geplant und überlegt werden. Und wenn der Argentinier jetzt sagt, dass es der geilste Sonnenuntergang dort drüben ist, den er je gesehen hat, dann werden wir morgen diese Unternehmung in Angriff nehmen. Aber er sagt genau das Gegenteil. Man sieht die Sonne nicht wirklich untergehen bei der Blauen Lagune. Die Sonne sinkt hinter einer gegenüberliegenden Insel ins Meer. Passt. Kein Sonnenuntergang bei der Blauen Lagune. Dafür wollen wir zum Sonnenaufgang aufstehen. Unsere Bucht heißt ja hoffentlich nicht umsonst „Sunrise Lagoon“. David unterhält sich noch eine Weile mit dem sympathischen Südamerikaner. 26 ist er und mit seinem 19 Jährigen Bruder unterwegs. Er war ebenfalls für ein Work & Travel in Neuseeland für fast ein Jahr. Sein Bruder ist ihn dann jetzt abholen gekommen und jetzt sind sie für 3 Wochen auf ein paar Fiji Inseln unterwegs. Er schreibt gerade sein Reisetagebuch. Wir unterhalten uns über den Blog und über unsere Reisen. Um 21 Uhr Fidschi Time wird der Strom abgestellt. Wir begeben uns in die Hütte und schauen uns noch eine heruntergeladene Netflix Doku an. Planet Earth II. Eine geile Doku. Danach gehen wir wie jeden Tag sehr früh schlafen. Wir könnten uns an das einfache und ruhige Leben hier gewöhnen…
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Links der Schlafsaal – hinten unsere Hütte – rechts eine Familienhütte…

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