Von Lautoka zur Sunrise Lagoon…

Tag 159 // Die Nacht im Hotel in Lautoka war leider alles andere als erholsam. Eine indische Hochzeitsfeier fand im Saal des Hotels statt. Und unser Hotelzimmer ist nur einmal um die Ecke gewesen. Die Lautstärke der Feierlichkeiten war enorm und diese dauerten bis 24 Uhr an. Trotz offener Terrassentür und zusätzlich laufender Klimaanlage war der chemische Geruch, der sich vom Badezimmer ausgehend ausbreitete, kaum auszuhalten. Wir haben deswegen nicht besonders gut geschlafen. Um 6:30 stehen wir auf und gehen gleich frühstücken. Ein nettes Buffet in dem Restaurant, welches wir schon vom Abendessen kennen. Danach warten wir noch kurz auf die Dame, die hier im Hotel für die Buchung und Organisation von diversen Ausflügen zuständig ist. Wir haben gestern mit der Rezeption vereinbart, dass wir die Fähre und den Transport dorthin mit ihr heute morgen ausmachen. Zuvor holen wir jetzt noch unser Zeug vom Zimmer und checken gleich mal aus. Die Dame erscheint schließlich kurz nach 7 Uhr und wir erklären ihr unser Vorhaben. Sie telefoniert und hängt dabei 10 Minuten in der Leitung. Sie erreicht aber niemanden. Daher nehmen wir die Sache jetzt selbst in die Hand und beschließen, einfach mit dem Taxi zur Ablegestelle des „Seabus“ zu fahren. Ein Taxi steht schon vor der Tür. 5 FJD (Fiji Dollar) kostest dieses. Das ist es uns auf jeden Fall wert. Alleine schon wegen dem Gepäck. Eine der billigsten Taxifahrten unseres Lebens. Nach 3 Minuten Fahrt sind wir auch schon da. Ein cooler Typ mit schwarzer Sonnenbrille schnappt sich gleich mal unangekündigt unser Gepäck direkt aus dem Kofferraum. David lässt ihm das nur deswegen durchgehen, weil er ein rotes T-Shirt mit dem Aufdruck „Crew“ trägt. Der wird dann wohl hier arbeiten. Eine beleibte Dame mit weißem Polo Shirt und viel Goldschmuck fragt uns, wie sie uns weiterhelfen kann und auf welche Insel wir denn wollen. Sie hat die Handkassa fest im Griff. Eindeutig die Chefin hier. Nachdem wir alles geklärt haben, bezahlen wir in Cash unsere Überfahrt. 20 Kilo Gepäck pro Person sind inkludiert. Für jedes weitere Kilo müssen wir zusätzlich noch einen Dollar Aufpreis bezahlen. Jetzt wirkt sich Davids 13 Kilo schwerer Kamerarucksack erstmals negativ aus. Aber das werden wir uns auch noch leisten. Jetzt heißt es mal abwarten, bis wir endlich starten. So genau geht es hier auf Fidschi anscheinend nicht zu. Wir lernen in der Zwischenzeit noch ein deutsches Mädchen kennen. Aus Aachen ist sie. Sie reist ganz alleine in der Welt herum. In Neuseeland war sie schon und nach Südostasien will sie nach Fidschi dann noch. Wir unterhalten uns ein wenig mit ihr. Schließlich wird unser Gepäck von der Crew verladen und wir dürfen ebenfalls das Boot betreten, nachdem der coole Typ mit Sonnenbrille unsere Namen vorgelesen hat. Schwimmwesten bekommen wir keine. Kurz vor 9 Uhr verlassen wir langsam den Hafen. 8 Uhr wäre eigentlich auf dem Plan gestanden. Aber uns soll es egal sein. Stress werden wir uns ab jetzt keinen mehr machen. So ist zumindest mal der Plan. 3 Stunden fahren wir jetzt über das offene Meer. Die Fahrt ist ruhig. Kein hoher Wellengang oder so. Das ist schon mal sehr fein. Wir hören Musik und genießen die Fahrt. Nach den 3 Stunden kommt laut Google Maps dann schon unsere Insel. Wir halten und ein kleineres Boot kommt von der Insel zum Seabus herangefahren. Wir verladen unser Gepäck in das kleinere Motorboot. Zwei Männer sitzen darin und begrüßen uns mit „Bula“. Es ist Jo, unser Gastgeber über Airbnb. Bei seinem Anwesen und bei seiner Familie werden wir unsere Zeit auf Fidschi verbringen. Das Boot kurvt einmal um die halbe Insel herum und wir landen schließlich direkt bei der Sunrise Lagoon. Edel, richtig edel. Wir verlassen das Boot und werden gleich einmal vom Großvater der Familie mit „Bula“ begrüßt. Vesa heißt er. Ein älterer Herr. Father of the family, wie er sich selbst nennt. Unser Gepäck bringt der zweite junge Mann im Boot, dessen Namen wir nicht genau verstanden haben, gleich in unseren Bungalow. Dort sitzt schon die Chefin, Leze. Sie ist die Frau von Jo und erinnert uns ein bisschen an die Big Mama vom Film Big Mamas House. Sie erklärt uns ungefähr, wie das hier so abläuft. Es gibt Frühstück und Abendessen. Das Frühstück ist inklusive. Das Abendessen muss man extra bezahlen. Mittagessen kann man auch haben, braucht man aber nach dem Frühstück nicht unbedingt. Unser Bungalow ist auch nur für die heutige Nacht. Keine Toilette und keine Dusche. Eine ganz einfache Holzhütte. Ein besseres Gartenhäuschen, mit Bett und einem Plastiksessel. Kein Strom. Man bekommt hier nur eine Solarlampe für die Nacht zur Verfügung gestellt. Der Stromgenerator läuft täglich nur von 18 bis 21 Uhr. Eine Glocke gibt das Signal, wenn es soweit ist, damit man keine wertvolle Ladezeit verliert. Dann kann man die elektronischen Geräte im Essbereich neben der Küche bei den zwei vorhandenen Steckerleisten laden. Okay. Gleich vom kleinen Anwesen ausgehend gibt es einen Wanderweg, der quer über die Insel zur anderen Seite führt. Dort befindet sich die berühmte Blaue Lagune, aus dem gleichnamigen Film aus den 80er Jahren. Einen Mini Market gibt es auch dort am anderen Ende der Insel. Snacks und Softdrinks kann man sich dort kaufen. Und Bier, bei einer kleinen Bar, gleich nebenan. Ideal, somit werden wir also versorgt sein während unseres Aufenthalts. Wir schmeißen uns gleich mal in die Hängematte. Ein paar Mädels haben wir schon im Vorbeigehen kennengelernt. Eine Italienerin und eine Portugiesin sonnen sich bereits in der Nähe des Strandes. Einige andere junge Leute laufen herum. Internetempfang haben wir auch, mit Vodafone. Das stand auch so in den Airbnb Bewertungen. Zwar nur 3G, aber besser als nichts. Das sollte für den Blog und ein paar WhatsApp Nachrichten reichen. Mal schauen, wie das mit den Fotos funktioniert. Das wird sich noch herausstellen. Am Nachmittag gehen wir gleich mal den Wanderweg bis zur Blauen Lagune. Gute 45 Minuten wandern wir auf einem schmalen Weg durch den Inseldschungel. Weit weg vom Strand im Landesinneren steht die Luft regelrecht. So geschwitzt haben wir das letzte Mal im Dampfbad in der Therme Loipersdorf. Schließlich erreichen wir die berühmte blaue Lagune. Hier soll ein Großteil der Szenen aus dem berühmten Film gedreht worden sein. Ein erster Abschnitt ist jederzeit für die Touristen zugänglich. Ab der Hälfte befindet sich der Strand in Privatbesitz. Schilder weisen darauf hin, dass man gerne den Strand benutzen darf, solange keine Touristenschiffe in der Bucht ankern. Hier gibt es nämlich ein Resort – eh klar – und die Gäste kommen mit fetten Schiffen, legen hier an und gehen beim Resort an Land. Da will man dann nicht, dass irgendwelche Rucksacktouristen hier herumlaufen. Na gut, wissen wir das auch. Aber heute ist hier genau niemand. Kein Schiff. Keine Menschen. Nur wir beide. Eveline und David. Fast wie damals im Film. Natürlich gehen wir auch schwimmen. Und der Rest des Nachmittages bleibt der blühenden Phantasie eines jeden einzelnen Lesers überlassen. Irgendwann gehen wir dann wieder retour zur Sunrise Lagoon und schmeißen uns gleich unter die Dusche in der angrenzenden Duschbaracke. Danach wird gleich ordentlich Insektenschutz aufgetragen und wir machen bereit für das Abendprogramm. Um halb 8 gibt es schließlich Abendessen. Leze schreit laut „Dinnertime“ von der Küche in Richtung der Hütten. Wir begeben uns zum Küchenbereich. Hier sitzen schon alle 14 Inselgäste des Homestays aufgereiht beisammen. Der „Altchef“ Vesa sitzt auch dabei. Alle reichen sich jetzt die Hände. Jetzt wird anscheinend mal gebetet. Na servas. Vesa murmelt irgendwas auf Fidschianisch. Englisch ist es auf jeden Fall nicht. Danach antworten alle geschlossen mit „Amen“. Auch geil. Wir hinterfragen nicht, ob es sich bei der Familie hier überhaupt um Christen handelt. Wurscht jetzt. Wir haben Hunger. Endlich wird das Essen serviert. Es gibt gebratenen Fisch mit Erdäpfeln und Reis als Beilage. Das Essen schmeckt schon mal sehr gut. Kein Fehler erkennbar. Während dem Essen wird nicht viel geredet. Traut sich keiner? Wir wissen es nicht. Wir werden als Neuankömmlinge nicht damit anfangen. Danach gibt es auf Wunsch noch Tee. Während die Teller von Martha, der Tochter der Familie, abserviert werden, folgt jetzt noch die Abschlussrede vom Old Chef Vesa. „Did you like our Dinner today?“ – Alle: „Yeahhh“. Vesa klatscht. Alle klatschen mit. Ein Applaus für die Küche. Wie leiwand. Jetzt werden wir noch offiziell als neue Gäste willkommen geheißen. „Vinaka“ (Danke), antworten wir. Morgen werden alle Gäste bis auf uns und ein deutsches Pärchen die Insel verlassen. Hierfür folgt jetzt noch die Befehlsausgabe von Vesa. Er erklärt, wie das mit dem Gepäck zu funktionieren hat und wie das mit dem Seabus klappt. Geht uns morgen noch nichts an. David grinst nur frech und amüsiert in die Richtung des alten Häuptlings. Dieser zwinkert zurück. Jetzt heißt es dann Farbe bekennen nach dem Essen. Vesa: „Daviiiiid! Did you bring Playing Cards with you?” – David: „Yes, do you know Schnapsen?” Ein leerer und finsterer Blick retour. Natürlich kennt er kein Schnapsen, aber UNO kennt er. Und da ist er jetzt ganz geil drauf. Seine Augen leuchten, als David mit den UNO Karten daherkommt. Die schon länger anwesenden Gäste verdrehen die Augen und einige verlassen gleich den Tisch. Vesa fragt, wer denn jetzt aller mitspielen will. Natürlich müssen wir das jetzt, da kommen wir nicht mehr aus. Wir mischen und teilen die Karten aus. Aber nur 5 Karten – „Sunrise Rules“. Hier gibt es ganz eigene UNO Regeln, die uns Vesa erklärt. Soll uns recht sein. Ein wirklich lustiges Kerlchen. Wir spielen 4 Runden, bis schließlich um 21 Uhr der Strom abgeschaltet wird. Spätestens jetzt begeben sich alle in ihre Baracken. Good night und Bunaka. Bula Bula. Wir machen es uns auch unter dem Moskitonetz gemütlich. Starker Wind zieht auf und es beginnt zu regnen. Das Meer rauscht noch zusätzlich. Eine wunderbare Geräuschkulisse. Wir schauen noch ein bisschen Netflix und surfen im Internet. Der Regen wird immer stärker und peitscht heftig auf das Blechdach der Hütte. Sehr bald schlafen wir ein. Wunderbar einfach ist das Inselleben hier. Die Insel ist traumhaft schön. Es gefällt uns sehr gut und wir sind sehr zufrieden…
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Wir werden mit dem Boot zu unserer Insel gebracht…

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Gleich sind wir da…

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Schaut nicht schlecht aus…

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Hier werden wir es aushalten…

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