Vom Waipoua Forest nach Auckland…

Tag 156 // Wir sind um halb 9 ausgeschlafen und machen uns Frühstück. Die Nacht war sehr ruhig und angenehm. Keine besonderen Vorkommnisse. David schnappt sich das restliche Brot und toastet dieses in der Küche des Campgrounds. Eveline kocht derweil Wasser am Gaskocher auf und schneidet Früchte für das Joghurt. Wir frühstücken ein letztes Mal neben unserem bunten Escape Camper in der Morgensonne. Wir haben zwar noch eine Nacht vor uns, aber wir werden am nächsten Morgen kein ausgiebiges Frühstück mehr zelebrieren. Davids Termin beim Zahnarzt steht an. Und dieser ist schon um 9:15 Uhr. Außerdem verbrauchen wir gerade die letzten Vorräte. Es gibt dann also sowieso nichts mehr, das wir dann frühstücken könnten. Was gehen wir heute noch an? Wir müssen auf jeden Fall eine weite Strecke bis nach Auckland zurücklegen. Auf dem Weg dorthin, werden wir weiterschauen. Wir machen uns nach dem Frühstück gleich startklar. Ein bisschen morgendlicher Smalltalk mit den finnischen Bekanntschaften geht sich auch noch aus. Aber nur ein bisschen ganz klitzekleiner Smalltalk. In der Früh sind wir noch nicht so gesprächig. Wir wünschen „Good Luck“ und fahren davon. Kurz vor 10 Uhr verlassen wir den Campground beim Waipoua Forest. Erstes Ziel des Tages ist der Te Matua Ngahere. Oder der Vater des Waldes, wie in die Maori nennen. Der dickste und älteste lebende Kauri Baum. Den müssen wir uns ebenfalls noch anschauen, wenn wir schon mal hier sind. 3000 (!) Jahre soll dieser Gigant alt sein. Echt faszinierend. Ein so altes Lebewesen. Wir parken den Camper. 20 Minuten gehen wir jetzt bis zu diesem Baum. Wir kommen vorher noch bei den Four Sisters vorbei. Ebenfalls sehr hohe und dicke Kauri Bäume, die sehr knapp nebeneinanderstehen. Schließlich gehen wir durch den wunderschönen Wald, der mit vielen großen Kauri Bäumen bewachsen ist. Am Ende des Weges kommen wir zu einer Plattform, wo eine Maori Dame ganz einsam mit einem Buch in der Hand auf einer Bank sitzt und scheinbar Wache hält. Wir sind die einzigen Touristen hier im Moment. Ein riesiger Baum. Ein Gigant. Echt eine Erscheinung. So richtig fett ist der. Knapp 30 Meter ist er nur (mehr) hoch und er hat einen Umfang von über 16 Metern. Ein Blitz hat vor 40 Jahren in ihn eingeschlagen und ihn um die Hälfte gekürzt. Aber er lebt noch immer und treibt noch immer neu aus. Faszinierend. Wir halten mal kurz inne und stehen einfach nur da und genießen die Ruhe und die Energie, die von diesem Baum ausgeht. Dann machen wir ein paar Fotos und tratschen mit der Maori Dame. Die arbeitet offensichtlich hier und passt auf, dass keiner der Besucher was anstellt. 15 Minuten später verlassen wir die kleine Lichtung im Wald wieder und gehen retour zum Camper. Eine ganze Stunde waren wir jetzt hier im Wald unterwegs. Erneut hat es sich ausgezahlt, hierherzukommen. Ein schönes Erlebnis. Weiter geht unsere wilde Fahrt. Nach einer Stunde kommen wir nach Dargaville. Wir wollen uns bei der Post erkundigen, was es kostet, ein Paket nach Hause schicken zu lassen. Das Angebot ist uns zu teuer und zu kompliziert und wir lassen es deswegen bleiben. Nach der Post fahren wir noch zu einem i-Site Visitorcenter. Dort befindet sich auch eine Kauri Holzkunst Gallery von Rick Taylor. Der Kauri Mann, wie er sich selbst nennt. Das i-Site ist urig und sehr heruntergekommen und wird von der Gattin von Rick Taylor betrieben. Wir interessieren uns sehr für die gedrechselten Holzschüsseln und Teller. Wir bekommen eine Einführung von Rick. Ein dicker alter Mann mit Brille und weißem Bart. Er schaut aber trotzdem nicht aus wie der Weihnachtsmann. Er zeigt uns eine Fotomappe. Das Kauri Holz, welches er verwendet, ist teilweise bis zu 4000 Jahre alt oder älter. Ja, das ist wirklich unglaublich. Und das Holz ist nicht versteinert. Er und sein Freund haben Land gekauft. Großteils Sumpfland. Und hier sind sie irgendwann draufgekommen, dass dort riesige Kauri Bäume im Sumpf begraben sind. Diese sind teilweise sehr alt und noch immer wie frisch gefällt. Einfach über die Jahrtausende luftdicht konserviert. Ein Tsunami hat sie vermutlich damals vor 4000 Jahren gefällt. Proben von den ausgegrabenen Bäumen schickten sie an die Universität und diese bestätigte das Alter per Radiocarbondatierung. Die Schüsseln und Exponate sind sehr schön anzuschauen, aber sehr teuer. Wir kaufen nichts, sondern fahren weiter. Eveline übernimmt jetzt das Steuer. Nach einiger Zeit Fahrt überkommt uns der Hunger. Wir halten bei einem Rastplatz und essen den gestern schon vorgekochten Quinoa mit Avocado und Paradeisern. Ein sehr leckerer Snack für Zwischendurch. Danach fahren wir bis Auckland 3 Stunden durch. Dort checken wir im Avondale Motorpark ein. Ein kleiner, komplett unfreundlicher asiatischer junger Mann kassiert den Zins für den Stellplatz. Ein Platz ohne Strom wird es für die letzte Nacht. Etwas abseits des Geschehens. Stört uns aber nicht. Wir haben alles, was wir brauchen. Heute müssen wir noch den Camper ausräumen und zusammenpacken. Morgen ist schon die Rückgabe. Das auch noch. Jeglicher Müll wird sogleich entsorgt und alles aussortiert. Nur keinen Ballast anhäufen. Sogar Davids „Landstreicher-Weste“ darf jetzt endlich in den Müll. Über die letzten Jahre hat sie immer wieder gute Dienste geleistet. 80 Euro, die gut investiertes Geld waren. Gute Qualität eben, von Quicksilver. Entsorgt am Avondale Motorpark. In Japan muss Ersatz her. In Fiji brauchen wir hoffentlich keine warme Kleidung. Wir kochen dann noch die letzte Suppenpackung, Reis mit Bohnen, Zwiebeln und Paradeisern. Die Lebensmittel, Öle und Gewürze, welche uns übrigbleiben, stellen wir zur freien Entnahme in die Campgroundküche. Danach nutzen wir noch die Duschen und packen den Rest zusammen. Im Camper werden dann noch die Tagesberichte geschrieben und einige organisatorische Dinge erledigt. Der Internetempfang mit dem Glocal Me funktioniert sehr gut. Das nützen wir aus. Davids WhatsApp funktioniert leider nicht mehr. Das iPhone hat sich während eines Updates aufgehängt. Also kein WhatsApp mehr für David. Derweil mal. Auch dafür werden wir noch eine Lösung finden. Alles nach der Reihe und mit der Ruhe. Die letzte Nacht im zweitschönsten Escape Camper bricht an. Jetzt haben wir ihn doch erst abgeholt. Wie schnell doch die Zeit vergeht…
Gefahrene Kilometer: 276
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Wir gehen durch den dichten Kauri Wald…
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Endlich stehen wir vor dem ältesten noch lebenden Kauri Baum…
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Te Matua Ngahere…

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Rick Taylor Kauri Gallery…

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Unser letzter Stellplatz in Neuseeland. Am Abend in Auckland…

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