Von Marsden Bay nach Cape Reinga…

Tag 154 // Eine sehr ruhige Nacht war das am Parkplatz beim Marsden Bay Reserve. Kein Verkehrslärm von der Straße und auch nicht von unseren Nachbarn in den Autos neben uns. Wir haben wirklich sehr gut geschlafen. Der tägliche Wecker war die letzten Tage immer das Öffnen der Schiebetür des schönsten Escape Campers von Carmen und Martin. Dieses Geräusch blieb heute aus. Deswegen schlafen wir gleich mal bis halb 9 Uhr. Und wir sind sogar die Ersten auf dem Parkplatz, die wach sind. Links und rechts neben uns ist noch alles ruhig. Wir sind richtig ausgeschlafen. Der gestrige Tag war sehr anstrengend. Auch heute wird es wahrscheinlich wieder ein langer Tag werden. Deswegen passt das ganz gut so. Wir machen uns Frühstück und nehmen dieses wie gewohnt bei unserem Campingtisch zu uns. Danach packen wir wieder alles zusammen und machen uns startklar. Ein i-Site Visitorcenter befindet sich jetzt im Ort Whangarei auf dem Weg Richtung Norden. Dort werden wir kurz anhalten und uns ein paar Infos holen, was man unterwegs nach Cape Reinga auf der Strecke noch so alles erledigen kann. Duschen gibt es beim i-Site ebenfalls. 2 NZD für 5 Minuten. Diese werden wir ebenfalls in Anspruch nehmen. Denn bei unserem heutigen Tagesziel beim Cape Reinga wird es kein vorraussichtlich kein warmes Wasser geben. Das i-Site wird geentert und eine nette junge Frau berät uns. Sie fragt, wie lange wir denn Zeit hätten, um bis nach Cape Reinga zu kommen. Sie staunt nicht schlecht und fast schon ungläubig, als wir ihr erklären, dass wir das heute noch erledigen werden. Verdattert meint sie, dass wir für die Strecke 6 Stunden benötigen werden. Okay. Google Maps gibt zwar 4,5 Stunden an, aber die erlaubten 100 km/h, welche Google für die Berechnung hernimmt, kann man an den seltensten Stellen der neuseeländischen Straßen ausfahren. Deswegen fährt man grundsätzlich immer länger, als es Google Maps sagt. Das wissen wir schon längst. Wir bekommen noch ein paar Tipps und bedanken uns höflich. Schließlich kaufen wir zwei Tokens für die Dusche. Nach einer kurzen Wartezeit entern wir diese gleich gemeinsam, um Zeit zu sparen. Es gibt nur diese eine hier. Die Sauberkeit der Anlage hält sich in Grenzen. Eine weitere besondere Erfahrung. Wir erledigen die Körperpflege in Rekordzeit. Die Zeit ist knapp bemessen. David empfindet es als ähnlich, wie damals beim Bundesheer, mit dem feinen Unterschied, dass diesmal die Gesellschaft im Duschraum weitaus hübscher anzuschauen ist. Als wir wieder frisch sind, geht es gleich weiter. Keine Zeit mehr verlieren. Oder doch? Den meistfotografierten Wasserfall Neuseelands müssen wir uns jetzt noch anschauen. Dieser befindet sich gleich hier im Ort. Die Whangarei Falls. Wir hätten ja eh schon länger keinen Wasserfall mehr beäugt. Ja, das war sarkastisch gemeint. Irgendwie können wir es nicht lassen. Wenn man schon mal da ist… Schauen wir uns ihn halt einfach an. Es dauert angeblich nicht lange, laut der Dame im i-Site. Wir werden von freiwilligen Pensionisten eingewiesen. Richtig, Pensionisten. Nicht Polizisten. Einiges ist los hier. Jetzt kommt’s gleich wieder: Die Wasserfälle sind schön anzuschauen. Wirklich hübsch. Fotos von oben, Fotos von unten. Eine Runde gehen wir spazieren, ungefähr 20 Minuten. Danach fahren wir weiter. So, jetzt sind wir aber auf Kurs. Es ist kurz nach 12 Uhr. Wir hören wie immer Musik und Eveline telefoniert kurz mit Julia, die gerade ein paar ruhige Minuten im Nachtdienst hat. Wir kommen durch den Ort Waitangi. Heute ist Feiertag in ganz Neuseeland, der Waitangi Day. Hier im Ort findet deswegen ein großes Fest statt. Und in der ganzen Stadt ist die Hölle los. Wir hätten eigentlich zuvor kurz überlegt, stehenzubleiben und uns das Spektakel anzuschauen. Aber die Lust darauf ist uns jetzt vergangen. Es staut. 15 Minuten brauchen wir durch die Ortschaft wegen der vielen Autos und Fußganger und wir fahren deswegen gleich weiter. Den nächsten Halt machen wir schließlich in Kerikeri. Hier befinden sich die zwei ältesten Gebäude Neuseelands. Inklusive Souvenirshop und Museum. Wir parken ganz in der Nähe und stärken uns mit einem Rüebli. Ein Foto davon schicken wir an Carmen und Martin per WhatsApp. Danach besichtigen wir die historischen Gebäude inklusive kleinem Museum. Wir wollen nur sagen können, dass wir da auch dringestanden sind, wenn wir schon mal hier sind. Bei einem der beiden Gebäude ist der originale Holzboden noch vorhanden. Man muss die Schuhe ausziehen, um das Haus besichtigen zu können. Sehr interessant auf jeden Fall. In einer halben Stunde sind wir hier mit unserer Pause fertig und fahren weiter. Eveline übernimmt jetzt das Steuer, damit wir schneller ans Ziel kommen. David wird derweil einige Dinge online erledigen und mal mit diesem Tagesbericht beginnen. Noch haben wir Empfang und das müssen wir ausnützen. Bei Cape Reinga wird der Empfang wahrscheinlich bescheiden sein. Bei der nächsten Tankstelle in Kerikeri halten wir. Eine BP. Hierfür haben wir beim letzten Einkauf im Countdown einen Gutschein erhalten. 6 Cent Ermäßigung pro Liter Normalbenzin mit 91 Octan. Das zahlt sich schon aus. Deswegen gönnen wir uns um das gesparte Geld gleich ein Eis. Zwei TipTop mit Whittaker’s Schokolade und einen Cappuccino für Eveline. Die erworbenen Erfrischungen konsumieren wir gleich noch auf der Tankstelle. Dann geht unser Road Trip weiter. Die Landschaft ist schön und das Wetter wird gen Norden immer wärmer. Kuhherden, Schafherden und Emus. Das alles können wir während der Fahrt neben der Strecke bewundern. Ein wirklich schönes Land. Um 17:45 erreichen wir die Einfahrt zu dem Campground, wo wir heute nächtigen wollen. Doch wir entscheiden uns vorher noch für die Fahrt zum Cape Reinga Lighthouse. Das Licht gefällt uns gerade sehr gut. Die Sonne steht gut. Dort angekommen gehen wir eine Runde. Die Küste ist traumhaft schön. Das Meer in Kombination mit dem Leuchtturm ist einfach edel. Es gefällt uns sehr gut hier und es hat sich eindeutig ausgezahlt, solange hierher zu fahren. Wir machen unsere Foto- und Videoaufnahmen und genießen den Moment. Von der Spitze aus hat man freie Sicht auf beide Meere, die vor dem Cape aufeinander treffen. Durch die leicht unterschiedlichen Gezeiten gibt es im Wasser Verwirbelungen und damit ist das Meer immer unruhig und kräftig in Bewegung. Anhand der unterschiedlichen Farben kann man sogar erkennen, welches Wasser aus der Tasmansee (helles Wasser aus Westen) und welches aus dem  nördlichem Pazifik (dunkles Wasser aus Osten) kommt. Hinter uns ziehen langsam dicke Regenwolken auf und wir beschließen, zum Camper zurückzugehen und zum Campground zu fahren. Nach 5 Minuten biegen wir auf eine Schotterstraße ab und fahren diese 10 Minuten bis zum Campground entlang. Direkt bei einer schönen Bucht ist dieser gelegen und nennt sich Tapotupotu Camping Area. „Please register!“ – steht auf einem Schild. Das machen wir doch gerne. Ein älterer Mann, eindeutig ein Maori, nimmt die Registrierung vor. Wir können zu unserer Überraschung sogar mit VISA bezahlen. Er ist nicht gerade schnell. Nach eigener Aussage ist er „neu hier“. Ein netter Mann. Er hat nur mehr einen Zahn im Mund. Wir bekommen den Campground erklärt und fahren durch ein Gittertor hinein. Danach schließen wir das Gatter wieder. Hinter uns kommen schon die nächsten Camper. Wir suchen uns ein nettes Plätzchen mit Sicht auf die Bucht und das Meer. Danach beginnen wir gleich mit dem Kochen. Es gibt heute Rice Quinoa Spaghetti mit Schinken, Zucchini und Philadelphia-Sauce. Schmeckt echt geil. Wir sind sehr zufrieden mit unserem Stellplatz für die heutige Nacht. Bio Toiletten sind vorhanden. Kalt duschen könnte man auch. Darauf verzichten wir aber. Die Tagesberichte werden dann noch verfasst und das Geschirr waschen wir nur noch notdürftig bei einer Wasserleitung ab. Dabei lernen wir noch eine junge Schwedin kennen, die mit dem Fahrrad in ganz Neuseeland unterwegs ist. Wir spendieren ihr zwei Flaschenfüllungen Trinkwasser aus unserem Kanister. Das gibt es nämlich hier nicht. Und einen Gaskocher, zum Abkochen des Leitungswassers, hat sie keinen dabei. Ein gemütlicher Spaziergang am Strand bei Sonnenuntergang geht sich dann noch aus. Wirklich traumhaft. Wir sind alleine am Strand. Fast schon kitschig. Wenn man den perfekten Abend nicht erwartet und plant, dann ergibt er sich einfach so. Die Fotos der vergangenen Tage werden dann noch begutachtet. Internet und Telefonempfang gibt es absolut keinen hier. Das stört uns nicht. Das Wichtigste haben wir während der Fahrt erledigt. Viel und lange sind wir heute gefahren. Aber jetzt haben wir auch noch den äußersten Zipfel von Neuseeland erreicht. Wir sind hier. Das bleibt, für immer. Der südlichste und der nördlichste Punkt können abgehakt werden. Wobei wir nicht ganz am nördlichsten Punkt sind. Ein paar Inseln und Felsen ragen 30 Kilometer weiter nördlich vom Kap noch aus dem Meer und markieren den geographisch nördlichsten Punkt Neuseelands. Aber da kommt man nicht so leicht hin. Mit dem Auto schon gar nicht. Deswegen sind wir zufrieden. Um 10 Uhr gehen wir schlafen. Morgen wollen wir uns den Leuchtturm und das Kap noch einmal bei Sonnenaufgang anschauen. Wir sind gespannt. Hoffentlich passt das Wetter. Den Wetterbericht haben wir während der Fahrt nämlich nicht mehr rechtzeitig abgerufen…
Gefahrene Kilometer: 346
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Das älteste Haus Neuseelands (Erbaut 1822)…

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Ein bisschen näher nocheinmal…

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Ein Zimmer im ältesten Haus…

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Panorama von Cape Reinga…

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Der Leutchturm beim Cape Reinga…

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Panorama mit Leuchtturm und Wegweisern…

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Aussicht bei der Ankunft in der Tapotupotu Camping Area…

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Am Abend hängen dicke Regenwolken über der Bucht…

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Abendspaziergang am Strand…

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