Te Puia und der Redwood Forest Walkway…

Tag 149 // Wir haben wieder einmal sehr gut geschlafen. Um halb 8 stehen wir auf. Morgenessen gibt es heute keines. Wir haben bei unserer heutigen Tour im Maori Park ein fettes Buffet gebucht. Das wollen wir natürlich voll auskosten und deswegen gibt es am frühen Morgen nur Kaffee, den Martin für alle kocht. Eigentlich kocht er nur Wasser auf. Der Gaskocher von Carmen und Martin funktioniert einfach besser und ist somit der schnellere Heißwasseraufbereiter. Wir trinken nach wie vor nur instant Kaffee. Diesen sind wir schon gewöhnt. Vielleicht schmecken uns gar kein Mokka oder Espresso mehr. Man weiß es nicht. Was steht heute auf dem Programm? So einiges. Eine halbe Stunde entfernt gibt es ein geothermisches Valley. Dieses nennt sich Te Puia. Dort haben wir heute eine Tour gebucht. Fahren wir mal dorthin. 20 Minuten fahren wir bis zum Eingang. Kurz vor 9 Uhr sind wir dort. Die Karten haben wir ja schon gestern im i-Site gecheckt und dadurch sogar 10% gespart. Die Tour ist nicht gerade günstig, aber wenn man hier in Neuseeland was erleben will, darf an nicht knausrig sein. Wir werden gleich um Punkt 9 Uhr von einem Maori Guide begrüßt. Wir sind eine sehr kleine Gruppe. Wahrscheinlich, weil es noch sehr früh ist. Es ist generell noch nicht viel los hier im Park. Wir bekommen ein paar interessante Dinge erklärt. Hier im Park gibt es verschiedene Schulen, die nur von Maoris besucht werden dürfen. Und zwar für traditionelle Holzschnitzereien, Greenstone und Whalebone Carvings sowie für Flachsbearbeitung. Alle diese Schulen dürfen wir uns jetzt aus nächster Nähe anschauen, den Schmuckbearbeitern und Handwerkern aus nächster Nähe über die Schultern schauen und diesen Fragen stellen. Für einen 10 Zentimeter großen Hei-Tiki aus echtem Greenstone, benötigt ein Arbeiter ganze 7 Werktage. So ein fertiges Werkstück kostet dann bis zu 3000 NZD. Die Werkzeuge, mit denen der Greenstone hier bearbeitet wird, sind allesamt aus Diamant. Nur das ist härter als der Greenstone. Stahl reicht angeblich für die Bearbeitung nicht aus. Okay. Wir kommen danach an einem Tattoo Studio vorbei. Hier sitzt ein beleibter und ziemlich tätowierter Maori Mann und wartet auf die nächsten Kunden. Sein Gesicht ist vollkommen im Maori Style tätowiert. Und der Rest seines Körpers auch. Zumindest jedes sichtbare Stück Haut. Ein kurzes Tratscherl mit dem weltweit tätigen Tattoo Künstler geht sich im Vorbeigehen aus. Seit 14 Jahren werkt er schon. Geübt hat er sein Handwerk zu Beginn seiner Karriere nach eigener Aussage an allen seinen Cousins. Die würden wir gerne sehen. Zwei Kunden hat er durchschnittlich pro Tag. Wir überlegen kurz, uns auch tätowieren zu lassen, doch dann geht leider schon die Führung weiter. Nach einigen weiteren interessanten Details endet die sehr kurzweilige Führung und es geht gleich mit einer Vorführung von traditionellen Maori-Tänzen weiter. Diese beginnt zuerst im Freien und geht schließlich in einer überdachten traditionellen Halle weiter. Es werden einige Tänze gezeigt. Schließlich wird dann das Publikum miteinbezogen. Die Damen aus dem Publikum dürfen ihr Talent beim Schwingen von Bällen an einer Schnur unter Beweis stellen. Eveline und Carmen machen eine gute Figur. Danach sind die Herren an der Reihe und dürfen einen Maori Kriegstanz auf der Bühne aufführen. Uns kennt ja zum Glück eh keiner hier. Martin und David sind da natürlich mit dabei. Haaaaaaaaaaahhhhhhhh… HUUUUUAAAAA… Bäääähhhhhh… Klatsch klatsch, stampf stampf… Ja genau. So hat das ausgeschaut. Das von den Damen unter großer Belustigung gedrehte Beweismaterial wurde nach der Aktion sofort konfisziert. Alles in Allem war es eine schöne Vorführung und sehr interessant. HUUUUUAAAAA… BÄÄÄÄÄÄÄÄHHHHHH… Sieht man nicht alle Tage. Jetzt gehen wir Mittagessen. Wir sind schon sehr hungrig. Das Restaurant schaut ziemlich edel aus. Wir gehen mal nachfragen, ob das Buffet schon angerichtet ist. Nach 10 Minuten Wartezeit in einer gemütlichen Lounge, wird das Buffet endlich eröffnet. Wir sind die ersten hier. Das Buffet ist ein Wahnsinn. Echt leiwand. Eine große Auswahl an Vorspeisen, Salaten und traditionellen maorischen Hāngi Gerichten. Wir probieren von Allem etwas. Die enorme Vielfalt genau aufzuzählen, wäre jetzt zeitlich weder für die Verfasser und wahrscheinlich auch nicht für die treuen Leser dieses Blogs möglich. Deswegen belassen wir es einfach dabei, dass es gut und sehr wohlschmeckend war. Okay, es gab: Schwein, Hendl, Schinken, Lamm, Süßkartofeln, Reis, alle möglichen Antipasti Salate, Shrimps Salat, Nudelsalat. Nachspeisen: Schokomousse, warmer Schokoladenkuchen mit Vanillesauce, verschiedene Torten, Eiscreme mit Beerenkompott. Wir essen, bis wir nicht mehr können. Göttlich war das. Danach brauchen wir eine Pause. Wir besprechen den weiteren Tagesplan und die weiteren Aktionen für die nächsten Tage. Mehr als gestärkt gehen wir jetzt eine dringend notwendige Verdauungsrunde im Te Whakarewarewa Thermal Reserve. Wir besichtigen vorher noch das Kiwi House. Ein verdunkelter Rotlichtraum, wo man hinter einer Glasscheibe Kiwis beobachten kann. Wir sehen sogar einen Kiwi. Sehr dunkel und eigentlich nur die Umrisse. In Gefangenschaft und hinter Glas. Aber wir sehen ihn immerhin. Weitere Begegnungen mit den sehr scheuen Kiwis  gibt es dann wahrscheinlich nicht mehr auf unserer restlichen Neuseeland Reise. Die Kiwis waren deswegen ein Hauptgrund für die heutige Tour. Jetzt starten wir aber endlich die Runde durch das geothermische Tal. Wir besichtigen unter anderem das Pikirangi Village, den Pohutu Geyser, den Papakura Geyser, den Ngarararuatara Cooking Pool, den Lake Waikaukau und den Ngā mōkai-ā-Koko Mud Pool. Die geothermischen Aktivitäten sind sehr beeindruckend. Sehr viel auf einer relativ kleinen Fläche gibt es zu bewundern. Das ist fast besser als im Yellowstone National Park. Ja. Das müssen wir jetzt einfach zugeben. Wir sind nach dem gestrigen Ausflug aber total gesättigt mit geothermischen Aktivitäten und diversen kochenden natürlichen Becken mit starkem Schwefelgeruch. Einen kurzen Abstecher machen wir noch zum Souvenir Shop. Ein paar Postkarten und eine Mud-Seife werden geshoppt. Um 16 Uhr verlassen wir Te Puia. Der Campground wird jetzt angesteuert. Hier machen wir es uns gemütlich und kümmern uns um den Blog und einige organisatorische Dinge. Gekocht wird nichts, wir sind immer noch voll vom Mittagessen. Am späten Abend haben wir noch etwas auf dem Programm. Eine Tour zu beleuchteten Baumwipfeln im Redwood Forest steht noch an. Um 20:15 Uhr starten wir dorthin. Es ist schon fast dunkel, als wir beim Redwood Forest Walkway Parkplatz ankommen. Gleich werden die Camper geparkt und beim Eingang die Tickets gecheckt. Rechtzeitig mit der Dunkelheit beginnt unser Rundgang in über 12 Metern Höhe, in der Nähe der Baumwipfel der Redwood Bäume, welche allesamt kreativ beleuchtet werden. Man geht zwischen den Bäumen auf Hängebrücken von einer Plattform zur nächsten. Auf jeder Plattform gibt es interessante Infos über die Bäume selbst und das aufwändige Beleuchtungskonzept. Sehr interessant und wirklich ein schönes Erlebnis. Mal was ganz anderes. Eine Stunde sind wir in den Baumwipfeln unterwegs. Nach der Tour fahren wir wieder zum Campground und parken uns für die Nacht ein. Ein kleiner Snack vor dem Schlafengehen geht dann auch noch, wie Eveline findet. Um 23 Uhr sitzen wir schließlich im Camper und kümmern uns um die Tagesberichte. Ein erneut sehr ereignisreicher Tag liegt hinter uns. Die Nordinsel hat wirklich einiges zu bieten und unser Programm ist sehr intensiv. Im Vorfeld wurde uns immer von unterschiedlichsten Seiten von der viel schöneren Südinsel vorgeschwärmt. Das können wir so nicht ganz bestätigen. Von der Landschaft her vielleicht ja. Die Südinsel ist schön, keine Frage. Aber die Nordinsel ebenso, nur eben auf eine andere Art und Weise. Alles in Allem sind wir sehr zufrieden mit der Nordinsel bis jetzt…
Gefahrene Kilometer: 28
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Der Beginn der Maori Cultural Performance…

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Eine traditionelle Maori Behausung…

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Überall dampft und schwefelt es aus dem heißen Erdboden…

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Der Pohutu Geyser während einer kreativen Schaffenspause…

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Ngā mōkai-ā-Koko Mud Pool…

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Hier kocht der Schlamm…

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Beim Redwoods Treewalk…

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Beim Redwoods Treewalk…

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