Vom Tongariro National Park nach Taupo…

Tag 147 // Wir stehen um 7:30 auf. Carmen und Martin sind natürlich auch schon wach. Zeit für das tägliche Morgenessen. Das wird ebenfalls im Freien neben den Campervans erledigt. David kümmert sich während dem Frühstück noch um ein paar Überweisungen und Backups. Wir wissen schließlich nicht, wann wir wieder so gutes Internet haben werden, deswegen müssen wir den guten Empfang hier ausnützen. Eveline übernimmt derweil den Abwasch des Frühstücksgeschirrs. Kurz nach 9 Uhr verlassen wir gemeinsam mit den Schweizer Kollegen den Campground. Danke, es war sehr schön hier. Was steht heute auf dem Programm? Wir wollen nach Taupo fahren und uns dort Kajaks ausborgen. Mit diesen wollen wir dann auf dem Lake Taupo zu den Maori Rock Carvings paddeln. Diese kann man nur auf dem Wasserweg besichtigen. Wir fahren gleich direkt zu einem Kajakverleih, den Martin aus dem Internet via Campermate herausgesucht hat. Vor Ort parken wir die Camper und gehen entschlossen zum Geschäft. Dort arbeitet eine junge Dame und berät die Hobby-Paddler. Einige bunte Plastikkajaks stehen auch schon in der Einfahrt des Ladens herum und einige Kunden warten schon darauf, dass ihnen die Boote ausgehändigt werden. Nach einem kurzen Beratungsgespräch entscheiden wir uns leider für eine Planänderung. Der Preis ist mit 50 NZD pro Person eindeutig zu teuer. Das bekommt man definitiv billiger. Wahrscheinlich nicht hier. Denn das ist schon ein gutes Business. Ein guter USP, wenn man hier vor Ort Kajaks verleiht und das der einzige Weg zu einer Touristenattraktion ist. Aber wir verzichten. So spektakulär haben die Felsschnitzereien jetzt nicht ausgeschaut. Außerdem wurden sie angeblich nicht von den Maoris, sondern von einem Künstler gemacht. Nächster Stopp ist also das nächste i-Site Infocenter. Wir wollen uns Tipps und Infos holen, was man denn sonst noch so in Taupo und Umgebung unternehmen kann. Die Auskunft ist nicht gerade die beste, aber es reicht uns. Wir haben einen ungefähren Tagesplan. Die Huka Falls sind unser nächstes Ziel. Die sollen sehr schön und spektakulär sein. Und man kann sie mit dem Auto und dann zu Fuß locker erreichen. Und tatsächlich. Wassermassen. Türkisblaue Wassermassen strömen zwischen zwei Felswänden hindurch. Das Wetter ist heute traumhaft. Es ist sehr warm und strahlender Sonnenschein komplettiert das Kaiserwetter. Nach einigen Fotos und Videos geht es weiter. Wir halten uns nicht sehr lange bei den Huka Falls auf. Jetzt wollen wir baden gehen. Das wäre bei den Huka Falls keine so gute Idee gewesen. Deswegen fahren wir jetzt zu heißen Quellen im Spa Thermal Park. Dort schmeißen wir uns gleich am Parkplatz in die Badesachen und tragen ordentlich Sonnencreme auf. SPF 50+ natürlich. In Neuseeland ist mit der UV-Strahlung nicht zu scherzen. Auf dem 500 Meter langen Schotterweg zu der Badestelle gibt Davids rechter Flip-Flop den Geist auf. Der Riemen will nicht mehr. Fast 8 Jahre lang haben sie David treue Dienste geleistet. Jetzt wird es endlich Zeit für ein neues Paar. Aber heute nicht mehr. Jetzt gehen wir mal baden. In einer Seitenbucht des Waikato River treffen das heiße Thermalwasser des Otumuheke Streams und das kalte Wasser des Flusses aufeinander und bilden einen natürlichen Whirlpool. Die Badestelle befindet sich unter einer Brücke und ist sehr gut besucht. Es gibt keinen Eintritt oder dergleichen. Man braucht hier nur seine Badesachen mit. Rein ins glasklare Wasser. Sehr interessant ist das hier. Das Wasser ist nicht etwa lauwarm oder warm, sondern es wechseln sich abschnittsweise kalte und warme Ströme ab. Man kann sich das so vorstellen, dass man schwimmt und einen Meter ist es kalt und auf dem nächsten Meter ist es warm. Sehr interessant. Typisch für Neuseeland. Wie bei den Wasserarmaturen. Entweder kalt oder warm. Aber nichts dazwischen. Okay. Ganz so ist es dann auch wieder nicht. Ganz in der Nähe der heißen Quelle findet dann schon eine Vermischung statt. Das ist auch gut so, denn das Wasser ist wirklich ziemlich heiß. Wir sitzen eine Weile im natürlichen Whirlpool. Wenn es uns zu heiß wird, schwimmen wir wieder in Richtung des vorbeifließenden Flusses. Doch man muss aufpassen, dass man die Ausbuchtung nicht zu weit verlässt. Die Strömung ist sehr stark. Laut Lonely Planet sind auch schon einige Leute beim Baden ertrunken. Das riskieren wir lieber nicht. Zu gemütlich ist es im warmen Thermalwasser. Ein perfektes Badeerlebnis. Viel besser als gestern im richtigen Whirlpool am Campingplatz. Nach einer Stunde verlassen wir sehr entspannt das natürliche Thermalbecken und machen uns wieder auf den Weg retour Richtung Camper. David benutzt trotzdem noch den kaputten Flip-Flop. Ohne Schuhwerk wäre der steinige und heiße Weg nicht zu bewältigen. Irgendwie geht das schon. Ein bisserl hatschert, aber es geht. Nachdem wir uns umgezogen haben, geht es jetzt geschlossen zum nächsten Countdown. Wieder einmal müssen wir Lebensmittel einkaufen. Das erledigen wir in gewohnter Routine. David kauft zwei Dosen Kaiser Bier. Ja, österreichisches Kaiser Bier. 0,5l Dose um 2,8 NZD. Somit ist das „Kaiser“ das zweitgünstigste Bier hier im Geschäft. Auf dem Parkplatz wird dann kurz ein Donut gesnackt. Der musste einfach sein, wie Eveline findet. Den nächsten Stopp des Tages legen wir am Five Miles Bay Campground ein. Der Campground ist kostenlos. Eigentlich handelt es sich wieder einmal nur um einen größeren Parkplatz bei einem Strand. Perfekt. Wir finden einen Platz, der uns gut gefällt und stellen die Campervans wieder einmal schön parallel nebeneinander. Danach gehen wir noch einmal baden. Diesmal in den grössten See Neuseelands, Lake Taupo. Sehr viele Camper und Wohnwägen in allen Größen und Variationen stehen hier am Parkplatz. Der schwarze Strand ist sehr schön. Das Wasser ist ebenfalls glasklar. Riesige Bimssteine liegen am Strand herum. Die können sogar schwimmen. Riesige leichte Steine, die schwimmen. Wie leiwand. Da spielen wir uns ein bisschen deppert damit. Eh klar. Daraufhin kommt eine einheimische Dame daher und erklärt uns, dass man mit diesem Gestein ganz prima seine Hornhaut auf den Fußsohlen entfernen kann. Danke für Info. Das werden wir bei nächster Gelegenheit mal ausprobieren. Danach lassen wir uns in der Sonne trocknen und begeben uns danach wieder zu unseren Campern. Wir stellen die Campingtische zwischen den beiden Campern zusammen und beginnen im Schatten mit dem Kochen für das Abendessen. Bei Carmen und Martin gibt es heute Hörnli und Ghackets (Hörnchennudeln mit Faschierten bzw. Hascheehörnchen könnte man auch dazu sagen). Ein wenig Parmesan darf da dann auch noch drüber und nicht fehlen. Bei Eveline und David gibt es wieder einmal Wraps. Die haben wir frisch gekauft. Mit „Italian Herbs“. Gefüllt werden diese mit gebratenem Hendlbrust-Geschnetzeltem, Champignons, Salat und Paradeisern. Einfach ein göttliches Abendessen. Von den Hörnli dürfen wir auch noch kosten. Schmeckt wirklich gut, diese Schweizer Spezialität. Leider haben sie kein Öpfelmues (Apfelmus). Das isst man normalerweise nämlich auch noch dazu. Wir sind glücklich und zufrieden mit unserem edlen Abendessen. Wir waschen das Notwendigste mit Hilfe unserer Wasserkanister ab. Aber nicht sehr gründlich, das werden wir dann morgen auf dem nächsten richtigen Campground erledigen. Martin und David trinken ein Kaiser Bier. Der Schweizer Bierexperte Martin befindet das österreichische „Kaiser“ als „mjooo isch guat xi“. Wir unterhalten uns noch großartig und kümmern uns danach um die Tagesberichte. Die Pläne für die nächsten Tage werden dann noch geschmiedet. Sehr viele Falter gibt es hier auf unserem Stellplatz. Das taugt Eveline überhaupt nicht. Aber wir werden es überleben. Ein gemütlicher Tag war das heute…
Gefahrene Kilometer: 145
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Bei den Huka Falls…

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Huka Falls…

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Beim Spa Thermal Park…

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Ein schwimmender Bimsstein… (Foto ist von Martin – mit seinem Samsung Handy)

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