Doubtful Sound und weiter Richtung Milford Sound…

Tag 131 // Wir stehen um halb 7 auf. Es ist ziemlich fresh an diesem Morgen auf dem Possum Lodge Campground in Manapouri. Wir kriechen aus unserem Escape Camper. Carmen und Martin sind auch schon wach und räumen ebenfalls schon fleißig in ihrem Escape Camper herum. Der Escape Camper von Martin und Carmen ist nämlich der schönste überhaupt. Der hat Seelöwen und Gelbaugenpinguine auf den Seiten lackiert. Ziemlich edel. Unserer ist somit jetzt leider nur der zweitschönste Escape Camper hier am Campingplatz. Wir treffen uns in der Küche und nehmen unser übliches Frühstück zu uns. Carmen liest auch den Blog, seit wir uns in Australien kennengelernt haben. Und jetzt weiß sie endlich, was unser „übliches Frühstück“ bedeutet, weil sie es jetzt endlich mit eigenen Augen sieht. Unser übliches Frühstück schmeckt wie immer sehr gut. Gleich danach waschen wir ab und verstauen das Geschirr. Immer dann, wenn es eine Campingküche gibt, borgen wir uns das Geschirr dort aus. Das erspart uns das herumschleppen vom Camper und wieder retour… Na egal. Dann räumen wir noch den Kühlschrank aus und befüllen unsere Kühlbox. Natürlich nur mit den Sachen, die auch uns gehören. Dann geht nochmal jeder aufs Klo und dann sind wir auch schon startklar. Zwei schöne Escape Camper setzten sich jetzt um halb 8 in Bewegung und verlassen die Possum Lodge in Richtung Real Journeys Parkplatz. Ebenfalls in Manapouri. Ungefähr 5 Minuten fahren wir bis dorthin. Dort startet dann nämlich gleich in der Nähe vom Office dieses Veranstalters die Wilderness Cruise Tagestour zum Doubtful Sound im Fiordland National Park. Die Camper werden am Parkplatz dicht gemacht und wir checken im Office ein. Alles ist bereits online vorreserviert. Eh klar. Wir haben uns sogar Lunchpakete gegönnt. Die müssen wir jetzt auch noch in einem kleinen Bistro abholen, bevor wir das Schiff entern. Ja genau. Wir fahren wieder mal mit einem Schiff. Die wievielte Schiffs- bzw. Bootstour das jetzt schon ist, müssten wir genauer nachschauen. Aus dem Stehgreif können wir das gar nicht mehr sagen. Es waren auf jeden Fall schon so einige. Dieser Cruise heute soll ganz speziell sein. Carmen hat die Tour im Internet gefunden und konnte uns auch dafür gewinnen. Wir betreten das Schiff und suchen uns gleich ein nettes Plätzchen, ganz oben am Deck. Die erste Fahrt mit dem Boot ist zwar schön, wir befinden uns aber noch nicht beim Doubtful Sound. Dieser kommt dann erst später. Wir werden jetzt mal nur zu einem Visitorcenter übergesetzt. Hierfür gleiten wir in etwas höherem Tempo über den schönen und kristallklaren Lake Manapouri. Eine halbe Stunde fahren wir bis zum sogenannten West Arm. Dann werden die Passagiere in drei Busse aufgeteilt. 20 Minuten fahren wir danach durch interessante Regenwälder. Ziemlich viel bergauf und bergab, über den sogenannten Wilmot Pass. Der Busfahrer erzählt während der Fahrt so einiges. Doch die Lautsprecheranlage im Bus funktioniert so rein gar nicht. Das Mikrophon übersteuert permanent und die Übertragung auf die kleinen Boxen an der Bus Decke klingt sehr verzerrt. Ziemlich wertbefreit also. Doch die Fahrt vergeht recht schnell und schon sind wir auch schon beim nächsten Schiff angelangt. Auch hier entern wir wieder das oberste Deck und reservieren uns ein paar nette Plätzchen auf neutralem Boden. Jetzt geht es auf dem Doubtful Sound bis fast hinaus zur Tasmanischen See. Wie kann man sich das vorstellen? Ziemlich geile Landschaft. Ein riesiger See, oder eigentlich sind es ja die Ausläufer der Tasmanischen See, auf denen wir dahingleiten. Umgeben von Bergen, die teilweise noch in weiße Nebelwolken gehüllt sind. Ein sehr schönes Erlebnis. Wir genießen diesen dreistündigen Cruise in vollen Zügen. Unsere Lunchboxen werden zu Mittag verzehrt und wir unterhalten uns sehr gut mit Martin und Carmen. Kaffee und Tee werden in der untersten Etage für alle Passagiere vom Veranstalter bereitgestellt. Ganz oben an Deck ist natürlich der beste Platz. Wenngleich es sehr windig ist. Die Kanada-Bekleidungsgarnitur ist heute wieder im Einsatz. Haube und Windjacke, in Kombination mit Sonnenbrille und Sonnencreme. Wie bei einem herrlichen Schitag am Kitzsteinhorn sind wir angezogen. Doch es passt ganz gut so. Natürlich machen wir unzählige Fotos und Videos. Ein herrlicher Tag. Einfach traumhaft. Über die Lautsprecheranlage des Schiffes bekommen wir ebenfalls wieder sehr viele Informationen über diesen außergewöhnlich schönen Nationalpark. Ja, stimmt. Heute sitzen die Adjektive wieder besonders locker. Aber es ist wirklich schön hier. Einmal sagen wir es noch. Man muss übrigens so eine Tour machen, wie diese. Ansonsten hat man so gut wie keine Chance, diese Pracht zu erleben und zu sehen. Mit dem Auto kommt man schon gar nicht hierher. Wir sehen dann noch Seehunde (Fur-Seals) und bei der Hälfte der Strecke werden der Motor und alle weiteren geräuscherzeugenden Geräte des Luxuskatamarans „Patea Explorer“ abgeschaltet und wir gleiten ganz lautlos dahin. Alle Passagiere werden außerdem gebeten, sich nicht vom Fleck zu bewegen und jegliche Art von Geräuscherzeugung zu vermeiden. Fast wie bei einer Schweigeminute im Stadion. Aber es funktioniert schließlich. Diese Aktion nennt sich jetzt „The Sound of Silence“. Die wunderbare Geräuschkulisse des Fjords soll so den Passagieren zu Ohren geführt werden. Auch diesen Moment genießen wir. Als wir mutterseelenallein mit dem Kanu im Algonquin Nationalpark in Kanada unterwegs gewesen sind, hatte es das letzte Mal eine so ähnliche Stimmung. Schließlich werden die Maschinen des Katamarans wieder angeworfen und wir fahren retour zu den Bussen. Diese bringen uns erneut zum Visitorcenter beim West Arm und von dort fahren wir retour zum Festland. Beim Camper angekommen, machen wir noch ein „Gruppenfoto“ mit Martin und Carmen. Eine fast 8-stündige Tour haben wir jetzt gemeinsam hinter uns. Sehr fein war das. Die weiteren Reisepläne werden jetzt noch schnell besprochen. Doch hier trennen sich unsere Wege wieder. Unseren nächsten Programmpunkt haben Carmen und Martin nämlich schon hinter sich. Dabei handelt es sich um den Milford Sound. Dort fahren wir heute noch hin. Zumindest mal in die Richtung. Vorher holen wir noch die Reste unseres gestrigen Abendessens aus dem Kühlschrank bei der Possum Lodge. Die haben wir natürlich heute in der Früh dort vergessen. Das ist schnell erledigt. Danach tanken wir. In Richtung des Milford Sounds soll es nämlich so gut wie gar nichts geben. Keine Tankstellen, keine Geschäfte und keinen Handyempfang. Also versorgen wir uns und den Camper noch mit allen notwendigen Dingen und machen uns auf den Weg. Bei einem i-Site Infocenter in Te Anau holen wir uns noch eine übersichtliche Straßenkarte für Neuseeland. Die gibt es hier kostenlos und wurde uns von Martin und Carmen empfohlen. Kann nicht schaden, so etwas zu haben. Auch das ist sogleich erledigt. Die Sonne ist wieder stark präsent und im Camper wird es während der Fahrt ziemlich heiß. Kurz bevor unser Handyempfang ganz verschwindet, macht sich David noch schnell telefonisch einen Zahnarzttermin in Queenstown aus. Ein rechter oberer Backenzahn wollte nicht mehr so schwere Arbeit verrichten und hat beschlossen, ein ganzes Stück seiner Selbst abzuwerfen. Das geht so leider nicht, wie David findet. Links fahren, links kauen… Wo soll das noch hinführen? Deswegen werden wir in den nächsten Tagen eben einen Dentisten aufsuchen. Auch die Versicherungsmeldung in die Heimat wird noch schnell per Mail verschickt. Dann geht es rein zum Milford Sound und weit weg von Telefon- und Internetempfang. Auf dem Weg zum heutigen Campground halten wir noch bei den Mirror Lakes und gehen einen 5-minütigen Loop. Auch hier ist die Landschaft absolut top. Die ganze Fahrt auf dem Milford Sound Highway ist von herrlicher Landschaft geprägt. Schließlich erreichen wir die DOC Cascade Creek Campsite. Ein ziemlich wilder Campground. Aber günstig. Kein Office, keine Duschen, kein Wasser. Nur die uns schon zur Genüge bekannten Bio-Toiletten. Wir schmeißen 26 NZD in eine Holz-Box und suchen uns ein schönes Plätzchen. Dann kochen wir uns mal eine Suppe. Eigentlich wärmen wir diese nur auf. Eine fertige Pumpkin-Thai. Schmeckt gar nicht schlecht. Danach gibt es noch Nudeln mit Linsen und Tomatensauce. Auch das schmeckt gut. Wir machen es uns noch ein bisschen in der Abendsonne gemütlich. Eine Runde schnapsen geht sich heute auch seit längerem wieder einmal aus. Zuerst im Freien. Nach dem Sonnenuntergang dann im Camper. Eveline gewinnt natürlich auch dieses Mal. Die Tagesberichte gehen heute leicht von der Hand und die Fotos sind auch ziemlich flott ausgesucht. Ein schöner Tag geht zu Ende. Wir sind schon sehr gespannt auf den Milford Sound
Gefahrene Kilometer: 107
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Wilderness Cruise auf dem Doubtful Sound…
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Wunderbares Panaorma hinter dem Schiff…
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Einfach traumhaft ist dieser Cruise…

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Wir können uns nicht sattsehen…

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Mit Carmen und Martin sind wir heute unterwegs…

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Blick auf den Doubtful Sound – Standort: Wilmot Pass…
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Bei den Mirror Lakes…
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Ein edles Plätzchen neben dem Milford Sound Highway…
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Angekommen am Cascade Creek Campground…

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