Von Curio Bay zum Monkey Island Beach…

Tag 129 // Es war verdammt kalt in der Nacht. Unglaublich kalt. Ausgekühlt von der Pinguin Beobachtungstour gingen wir schlafen. Mit allem, was wir so an Gewand anhatten. Der Bus war ebenfalls ziemlich ausgekühlt vom starken Wind. Kurz: Es war einfach ziemlich ungemütlich. So kalt war es das letzte Mal in Kanada. Wir stehen auf und fühlen uns nicht gerade besonders fit. Deswegen ist es jetzt Zeit für ein geiles Frühstück. David macht Pancakes. Eine Buttermilk Pankcake Fertigmischung haben wir beim letzten Einkauf im Supermarkt erstanden. Da muss man jetzt nur mehr Wasser dazu geben, kräftig schütteln und fertig ist der Teig. Sehr schnell ist das erledigt. Noch schnell die Gaskartusche vom Campingkocher ausgewechselt und schon wird die Pfanne heiß gemacht. 5 Minuten später brutzeln auch schon die ersten Pfannkuchen im runden Steakeisen. Wir machen sie mit Butter. Da werden sie bestimmt noch edler, als mit Öl. Doch was wir vergessen haben, ist, dass wir ja eigentlich seit langem nur mehr gesalzene Butter kaufen und essen. Deswegen schmecken die fertigen Buttermilch-Pfannkuchen dann gleich noch um einiges „interessanter“. Die Sonne ist endlich wieder zu sehen und durch das Frühstück in der Morgensonne wird uns gleich um einiges wärmer. Nach dem Frühstück kümmern wir uns um den Abwasch und machen uns fertig für die Weiterfahrt. Gut, dass wir im Camper gekocht haben, denn in der Camp Kitchen ist schon wieder die absolute Hölle los. Alles liegt herum. Die Herde sind dreckig und überall picken die Essensreste. Das dreckige Geschirr stapelt sich und jeder lässt alles liegen und stehen. Uns hält hier nichts mehr. Wir verlassen den Campground um 11 Uhr und fahren zur Porpoise Bay. Die ist auch noch gleich neben der Curio Bay. Neben den Pinguinen ein weiterer Grund, warum wir hierhergefahren sind. Hier soll man nämlich Hector-Delfine beobachten können. Eine der kleinsten Delfinarten. Wir stellen uns auf einen Parkplatz, von wo aus man gleich den perfekten Überblick über die Bucht hat. Wir brauchen gar nicht auszusteigen. Gleich nach dem Einparken sehen wir schon die ersten schwarzen Rückenflossen aus dem Wasser blitzen. Und noch eine. Und noch eine. Mit Evelines Fernglas können wir sie dann ganz deutlich und gut erkennen. Sehr süß sind die. Und die schwimmen fast bis ganz an den Strand. Einige Surfer im Wasser sind bestimmt nur mehr 10 Meter von ihnen entfernt. Wir verzichten auf den direkten Kontakt mit den Delfinen. Zum Schwimmen ist es uns ohne Neoprenanzug definitiv zu fresh. Nachdem wir genug beobachtet haben, fahren wir weiter. Nächstes Ziel ist der südlichste Punkt Neuseelands. Der Slope Point. Der ist nur mehr 15 Minuten von Curio Bay entfernt. Der ist natürlich auch noch ein Muss auf unserem Roadtrip. Dort angekommen, sehen wir einige bekannte Gesichter von den letzten Campgrounds wieder. Ziemlich viele Leute fahren dieselbe Route. Vom Parkplatz geht man mitten durch eine Schafherde ungefähr 20 Minuten bis zum Slope Piont. Eine Tafel markiert die südlichste Stelle. Ein Wegweiser gibt die Richtung zur Antarktis an. Nur mehr 4803 Kilometer bis dorthin. Und nur 5140 Kilometer bis zum Äquator. Eigentlich nicht weit, wenn man bedenkt, dass wir das in den USA ganz locker gefahren sind. Über 7000 Kilometer haben wir nämlich in den USA mit dem Camper zurückgelegt. Aber uns ist es hier schon frisch genug. Für die Antarktis müssten wir uns dann doch noch ein bisschen Ausrüstung besorgen. Noch schnell ein paar Fotos und dann geht es wieder retour zum Camper. Die Sonne ist jetzt gottseidank wieder stark präsent und der Spaziergang trägt sein Übriges dazu bei, dass uns endlich wieder warm ist, als wir den Camper erreichen. Weiter geht die wilde Fahrt. Der Haipapa Point ist auch nicht weit weg. In weiteren 25 Minuten erreichen wir auch diesen. Dort gibt es das nächste Lighthouse zu bewundern. Das lassen wir uns doch nicht entgehen. Und tatsächlich ist dieser Leuchtturm sehr schön und nicht so stark frequentiert, wie das Nugget Point Lighthouse. Wir lassen uns Zeit und genießen die Sonne. Nach einem kurzen Spaziergang um den Leuchtturm machen wir dem dem Stativ ein paar Fotos von diesem. Dann wieder retour zum Camper. Die Überreste des Lightkeepers House schauen wir uns auf dem Rückweg auch noch an. Das war jedoch weniger spektakulär. Viel spektakulärer hingegen ist der Burger-Trailer, der sich auf dem Parkplatz aufgestellt hat. Hier schlagen wir jetzt zu. Zwei Burger bitte! Einen davon mit extra Spiegelei. 10 Minuten müssen wir darauf warten. Wir sind trotzdem die einzigen Kunden. Irgendwie haben wir das Gefühl, dass sie sehr froh über unsere Bestellung sind. Die Burger essen wir dann auf einem Bankerl, welches sich gleich neben unserem parkenden Camper befindet. Die Burger schmecken sehr gut. Nur der Bun hätte auch angebraten gehört. Aber man kann nicht alles haben. Das Fleisch schmeckt auf jeden Fall exzellent. Danach sind wir ganz schön satt. Eveline zumindest. David hätte auch noch einen zweiten vertragen können, besonders nach dieser energieraubenden kalten Nacht. Wir fahren jetzt mal weiter. Nächster Zwischenstopp ist Invercargill. Fast eine Stunde fahren wir bis dorthin. Wir nehmen natürlich wie immer die Southern Scenic Route. Wir brauchen noch einiges an Lebensmitteln. Außerdem müssen wir tanken und zu einem Warehouse wollen wir auch noch schauen. In ein paar Coolpacks wollen wir nämlich jetzt auch investieren. Die Lösung mit den Eiswürfeln im Plastiksack ist der größte Scheißdreck. Das werden wir nur mehr als Notlösung in Erwägung ziehen, wenn wir mal längere Zeit keinen Campground mit Gefrierschrank ansteuern sollten. Und unser Stromkabel ist auch noch immer im Arsch. Auch hierfür wollen wir uns Ersatz besorgen. In Invercargill erledigen wir mal zuerst den Einkauf. Hier gehen wir heute zu einem New World. Wir probieren, wie überall, einfach mal alle Lebensmittelgeschäfte durch. Sehr nett ist es hier einzukaufen. Schnell haben wir alles beisammen, was wir auf unserer Liste hatten. Auch die Tankstelle befindet sich gleich nebenan. Auch das Tanken ist also schnell erledigt. Jetzt wird es schon interessanter mit den restlichen Besorgungen. Wir fahren mal zum Warehouse. Dort fragen wir erneut wegen dem Kabel. Nein, das haben sie nicht. Wir bekommen dafür eine Auskunft, wo wir das im Ort bekommen könnten. Es ist schon spät. Wir fahren deswegen wieder weg vom Warehouse und fahren zu dem Shop, wo wir angeblich erfolgreich sein sollen. Doch leider hat schon alles geschlossen hier im Ort. Später Nachmittag am Samstag. Kein Wunder. Wieder retour zum Warehouse. Das hat nämlich bis 8 Uhr geöffnet. Dort fragen wir nach Coolpacks. Leider alles ausverkauft. Nicht unser Tag heute. Eine kleine Tupper-Dose und einen Kübel für das schmutzige Geschirr kaufen wir dann trotzdem. Okay, keine Tupper Dose. Eine normale Plastikdose. Ähnlich wie original Tupper. Aber nicht annähernd die gleiche Qualität. Das muss jetzt auch noch gesagt werden. Fertig mit shoppen. Endlich. Wir haben noch eine Wegstrecke vor uns. Wir haben mit dem Campermate App zwei Campgrounds herausgesucht. Beide kostenlos. Einer davon wieder gleich in der Nähe eines Strandes. Den fahren wir jetzt gleich an. Weitere 65 Kilometer werden wir dafür in der nächsten Stunde gemütlich zurücklegen. Beim Monkey Island Beach angekommen, erkundigen wir mal den Campground. Dieser ist schon ziemlich voll. Hier campen sie also Alle. Vanlife pur. Die Leichtigkeit des simplen Seins. Wir stellen uns auch dazu. Ganz am Rand ist noch ein Platzerl für uns frei. Es gefällt uns aber sehr gut hier und wir sind mit unserem Platz mehr als zufrieden. Wir erledigen ein paar Backups und beginnen dann mit dem Kochen. Es gibt noch Reis und zwei kleine Steaks. Dazu Eisbergsalat mit Zitronensaft und Cashewnüssen. Abwaschen können wir heute nur mit einer Wasserflasche, die wir sowieso nicht mehr trinken wollen, weil uns das abgefüllte Leitungswasser darin nicht besonders schmeckt. Sonst gibt es kein fließendes Wasser hier. Nur das Meer. Auch die Toilette ist erneut ein simples Bio-Plumpsklo. Dieses ist aber überraschenderweise sehr sauber. Das muss auch festgehalten werden. Danach telefonieren wir noch mit Evelines Eltern und schreiben noch an den Tagesberichten. Der angrenzende Strand ist ganz okay, aber nicht spektakulär. Alles in allem stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis hier am kostenlosen Freedom Campground in Orepuki. Als die Sonne untergegangen ist, wird es wieder ziemlich frisch. Wir verkriechen uns im Camper und machen es uns mit unseren Decken gemütlich. Um 11 Uhr schlafen wir ziemlich bald ein…
Gefahrene Kilometer: 175
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Auf dem Weg zum Slope Point…

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Eveline beim Slope Point…

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Hinter uns kommt dann nur mehr die Antarktis…

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Das Waipapa Point Lighthouse…

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