Von Purakaunui zur Curio Bay…

Tag 128 // So gut wie heute haben wir schon länger nicht mehr geschlafen. Die Nacht war sehr erholsam und lang. Um 8 Uhr stehen wir auf. Eine herrliche Aussicht haben wir auf die Bucht. Heute wird uns das Frühstück mit Sicherheit besonders gut schmecken. Nicht deswegen, weil dieses heute anders wäre als sonst, aber weil die Aussicht heute extra edel ist. Und tatsächlich, wir genießen das Frühstück in vollen Zügen. Es ist sehr kalt hier an diesem Morgen und auf diesem Campground. Liegt wahrscheinlich auch an der Küstennähe. Wir packen wieder mal die Kanada-Garnitur aus. Das hätten wir nicht gedacht, dass die Temperaturen hier in Neuseeland so stark schwanken. Aber gut, so nahe bei der Antarktis wie jetzt waren wir auch noch nie. Wir sind ja mittlerweile ziemlich weit im Süden von Neuseeland angekommen. Um halb 10 packen wir zusammen und machen uns auf den Weg. Vorher wird die herrliche Kulisse natürlich noch für die Ewigkeit festgehalten. Jetzt geht es weiter mit unserem Road Trip. Erste Station des Tages ist wieder einmal ein Wasserfall. Gleich in der Nähe unseres Campgrounds befindet sich nämlich der Purakaunui Falls Walk. Den wollen wir uns nicht entgehen lassen, wenn wir schon mal hier sind. Auf dem Parkplatz ist noch nicht viel los. Ein „wilder“ Camper, sonst sind wir die Einzigen hier. Wir marschieren auch gleich los. Dieser Wasserfall ist wirklich schön. Nicht besonders hoch, aber etwas anders, als die meisten, die wir bis jetzt so auf unserer Reise gesehen haben. Über drei Treppen verteilt läuft an dieser Stelle das Wasser eine Felsenwand herunter. Nach ein paar Fotos kommen auch schon die nächsten Wanderer und wir lassen uns nicht länger stören. Wir gehen wieder retour. Kurz vor dem Parkplatz fängt es plötzlich an zu regnen. Ziemlich stark regnet es jetzt. Weiter geht es jetzt auf der Southern Scenic Route. Unbefestigte Schotterstraßen befahren wir in diesem Abschnitt. Ungefähr 40 Minuten cruisen wir gemütlich dahin. Wir genießen die Aussicht auf und neben der Strecke und können einige riesige Schafherden beobachten. Auf dem Weg kommen wir bei einem Kuriositätenladen vorbei. The Lost Gypsy Gallery nennt sich das Ganze. Ein Künstler stellt hier so einiges an selbstgebautem Zeug aus. Und das in einem alten Bus, wo er auch seine Werkstatt drin eingerichtet hat. Überall befinden sich Knöpfe und Kurbeln. Man darf und soll alles angreifen und benutzen. Normalerweise gibt es auch Kaffee hier. Deswegen sind wir hauptsächlich stehen geblieben. Aber heute ist die Kaffeehütte leider wegen Krankheit geschlossen. Also schauen wir uns ein wenig in der Galerie im alten Bus um und fahren dann weiter. 8 NZD Eintritt für ein „Theater“ bezahlen wir nicht. Unser eigentliches Ziel sind nämlich die Cathedral Caves. Die kann man nur bei Ebbe besuchen. Das heutige Zeitfenster für den Besuch dieser Küstenhöhlen ist von 10:45 bis 13:45 Uhr. Wir sind ziemlich genau um 11:45 vor Ort. Das ist die perfekte Zeit. Sogar Eintritt muss man auf dem Parkplatz bezahlen, damit man zu den Höhlen darf. Nur 5 NZD pro Person. Der einzige Zugang zu den Höhlen liegt nämlich auf Privatgrund. Das bezahlen wir doch gerne. Eine Dame mit orangener Warnweste weist uns am Parkplatz ein und kassiert dann die Gebühr. Fast eine halbe Stunde gehen wir vom Parkplatz zum Strand. Dort angekommen, fängt es wieder sehr stark an zu regnen. Wir packen die Regenjacken und Plastikponchos aus und gehen am Strand bei Ebbe direkt zu der Höhle. Die Höhle – eigentlich ist es nur eine – ist ziemlich hoch und man kann eine Runde gehen. Man kommt dann 20 Meter weiter rechts wieder am selben Strand raus. Ein „U“ quasi. Wir können ein paar nette Fotos machen und als wir nach 15 Minuten wieder fertig sind mit der Höhlenbesichtigung, kommt auch die Sonne wieder raus. Das geht sehr schnell heute. Es ist sehr wechselhaft. Auf jeden Fall sind wir wieder trocken, als wir beim Camper sind. Nächste Station des Tages ist Curio Bay. Diesen Platz hat uns Heiko aus der Schweiz empfohlen. Es soll dort Gelbaugenpinguine und Hector-Delfine in der Bucht geben. Einen Campingplatz gibt es auch. Den Curio Bay Holiday Park. Den steuern wir jetzt gleich mal an. Irgendwo müssen wir heute sowieso nächtigen. Also warum nicht gleich dort? Die Fahrt nach Curio Bay ist sehr gemütlich. Wir machen uns heute keinen Stress mehr. Es ist 14 Uhr, als wir dort ankommen. Das Campground Office ist gleichzeitig ein Gasthaus. Wir checken mal ein und reservieren uns ein nettes Platzerl. Eveline braucht dann schon dringend einen Kaffee. Den nehmen wir jetzt gleich im besagten Lokal zu uns. Unser Stellplatz befindet sich gleich neben der Camp-Küche und den Duschen. Unsere Lebensmittel kühlen wir wie gewohnt im Kühlschrank ein und beschriften sie auch brav. Die Küche ist gleichzeitig ebenso noch Aufenthaltsraum und Essbereich. Ein paar Sofas stehen an der Wand. 6 Esstische und 3 Kochbereiche gibt es auch. Alle Akkus werden geladen und wir ziehen quasi gleich in das Containerhaus ein. Ein ganzer Esstisch und eine Couch gehören jetzt mal uns. Ein Herd ebenso. Sonst ist eh noch niemand da. David kümmert sich um den Blog. Eveline schreibt mit Carmen und Martin per WhatsApp. Die beiden wollen nämlich mit uns gemeinsam eine Tour buchen für die nächsten Tage. Sie sind uns eigentlich nur einen Tag voraus und fahren die gleiche Route ab wie wir. Ein baldiges Treffen steht also eh schon länger im Raum. Weiter geht’s dann mit dem ganz simplen Camperalltag. Wir müssen wieder einmal dringend Wäsche waschen. Beim Check-in haben wir schon NZ Dollar-Scheine in Münzen gewechselt. Die kommen jetzt in der Campground Laundry zum Einsatz. Während sich Eveline um die Wäsche kümmert, beginnt David schon mal Gemüse fürs Essen zu schneiden. Heute gibt es Gemüsesuppe und eine Gemüsepfanne mit Zucchini, Süßkartoffeln und Champignons. Trinkwasser müssen wir uns auch noch aufbereiten. Wasserkocher stehen dafür bereit. Man soll hier nämlich das Wasser besser nicht direkt aus der Leitung schlürfen. So vergeht auch dieser Nachmittag. Als wir mit dem Essen fertig sind, beginnt dann der große Andrang in der Küche. Die Bude ist auf einmal gesteckt voll. Gut, dass wir schon alles erledigt haben. So viele Leute. Ganze Familien mit ihren Kindern. Die Geräuschkulisse ist extrem. Wir warten noch kurz, bis die letzten Akkus fertig geladen sind und verdünnisieren uns dann schließlich. Wir wollen sowieso noch zu den Pinguinen gehen. Die kommen jetzt dann nämlich in der nahe gelegenen Bucht an Land. Täglich so zwischen 19:30 – 21:00 Uhr. Da sollte man sich auf die Lauer legen. 4 seltene Gelbaugenpinguine gibt es hier in Curio Bay. Gestern hatten wir ja kein Glück. Vielleicht heute schon. Man weiß es nicht. Es ist auf jeden Fall extrem kalt. Es pfeift ein eisiger Wind. Wir packen uns warm ein. Eigentlich ziehen wir alles an, was wir so an warmen Gewand mithaben. Das letzte Mal waren wir in Kanada so warm angezogen. Eine Decke nehmen wir auch noch mit. 5 Minuten gehen wir zu Fuß zur Bay. Am Strand sitzen schon zahlreiche Menschen, die sich das Spektakel ebenfalls nicht entgehen lassen wollen. Eine Absperrung durch ein Seil zeigt den Bereich, der nur für die seltenen Pinguine bestimmt ist und von Menschen nicht betreten werden darf. Wir setzen uns ebenfalls auf einen Felsen und machen es uns mit der Decke gemütlich. Eine gute Stunde warten wir, bis schließlich irgendein Typ vorbeikommt und uns mitteilt, dass gerade am anderen Ende des Strandes zwei Pinguine aus dem Wasser gekommen sind. Wir laufen hin und können die ersten beiden Gelbaugenpinguine mit Evelines blauen Nikon Fernglas beobachten. Sehr süß sind die. Nach 10 Minuten hören wir die Menschen am anderen Ende des Strandes etwas lauter und aufgeregt reden. Die nächsten beiden Pinguine haben soeben den Strand betreten. Und die kann man sogar aus noch näherer Position beobachten. Wir gehen auch dort wieder hin, in die entgegengesetzte Richtung. Ein super Erlebnis. In freier Natur so seltene Pinguine zu sehen, das ist wirklich fein. Sie sind leider zu weit weg für unsere Kameras. Aber mit dem Fernglas können wir sie einige Zeit beobachten. Sie verbringen lange Zeit auf den Felsen außerhalb des Wassers. Sie schütteln sich ab, räkeln sich und putzen ihr Federkleid. Einfach edle Tiere. So friedlich und gechillt. Sogar ein Konzert bekommen wir noch zu hören. Sie tröten abwechselnd. Langsam wird es uns dann zu kalt. Die Finger bewegen sich nur mehr sehr langsam und auch das iPhone streikt schon vor Kälte. Wir gehen wieder retour zum Camper und sind überglücklich über dieses Erlebnis. Wir schnappen uns Teebeutel und eine Jause und begeben uns wieder in die Campküche. Hier kochen wir uns jetzt einen Tee und essen Butterbrote. Das viele Gemüse hat nicht lange angehalten. Währenddessen schreiben wir unsere Tagesberichte. Die heutige Nacht wird sehr fresh werden. 9 Grad hat es und eisiger Wind weht um den Camper. Wir packen uns nocheinmal warm ein. Eigentlich lassen wir einfach nur alles an, bis auf die Hardshelljacken. Leider haben wir keine Heizung. Aber wir werden es irgendwie überleben…
Gefahrene Kilometer: 73
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Die morgendliche Aussicht aus dem Camper…

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Einen edlen Campingplatz hatten wir heute Nacht…

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Purakaunui Falls…

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Bei der Lost Gypsy Gallery…

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Rundgang in den Cathedral Caves…

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Beim Ausgang der Cathedral Caves…

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Warten auf die Pinguine in Curio Bay…

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Sonnenuntergang in Curio Bay…

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