Von Dunedin bis nach Purakaunui…

Tag 127 // Die Nacht war ganz okay. Wir haben schon mal besser geschlafen. Aber ganz so schlecht war es dann auch nicht. Wir stehen um 8 Uhr auf. Wir machen uns Frühstück in der Camp Kitchen und laden noch die restlichen Akkus im Fernsehraum. Nach dem Frühstück geht David noch schnell duschen. Die Sanitäranlagen hier am Dunedin Holiday Park sind sauber und in Ordnung. Um 9:45 checken wir aus. Heute haben wir wieder einiges vor. Erste Station ist die steilste Straße der Welt, die Baldwin Street. Die befindet sich nur 10 Minuten entfernt. Auch in Dunedin. Wir parken uns ein. Aber nicht auf der Baldwin Street. Diese ist für Campervans nämlich nicht geeignet. Das steht explizit auf einem Schild, gleich am Beginn der Straße. Wir wären sowieso nicht auf die Idee gekommen, mit dem nicht gerade übermotorisierten Nissan diese 35 Grad steile Straße hinauf zu fahren. Da wären wir ziemlich sicher kläglich verhungert und morgen zumindest in der lokalen Zeitung gestanden. Wir nehmen daher das Schlapfentaxi. Wir gehen zu Fuß. Die Straße ist wirklich extrem steil. Auch zu Fuß möchte man diese nicht öfters als einmal am Tag bezwingen müssen. Wir gehen von ganz unten bis nach ganz oben. Ungefähr 350 Meter. Auf dem Weg machen wir ein paar Fotos, um zu verdeutlichen, wie steil es hier ist. Nicht so steil wie die Streif in Kitzbühel. Aber für eine öffentliche Straße, wo ganz normale Autos hochfahren sollen, ist sie wirklich ziemlich steil. Steiler als so manche Straßen in San Francisco. Dort haben wir übrigens schon die kurvenreichste Straße der Welt begutachtet. Jetzt sind wir bei der steilsten Straße der Welt. Was da wohl noch kommen mag auf der weiteren Reise? Ganz oben angekommen, befindet sich ein Bankerl und eine „Wall of Fame“. Hier sind ein paar Menschen verewigt, die außerordentliches auf dieser Straße geleistet haben. Ein Teufelskerl ist sogar mit den Rollerskates hier hochgefahren. Wie das gehen soll, weiß wahrscheinlich nur dieser Typ selber und sonst keiner. Während unseres insgesamt 45-minütigen Aufenthaltes bei der Baldwin Street, fahren gerade mal 2 Autos die Straße hoch. Eindeutig ebenfalls Touristen, die es mit ihren Mietautos unbedingt wissen wollen. Wir gehen wieder runter und fahren weiter. Sind wir hier also auch mal gewesen. Nächstes Zwischenziel auf unserem heutigen Roadtrip ist jetzt das Royal Albatross Centre. Dort haben wir eine Tour gebucht, wo man Albatrosse beim Brüten beobachten kann. Wenn man Glück hat, sieht man sogar einen Albatros im Flug. Hierzu muss jedoch der Wind passen. Wir sind schon sehr gespannt. Auf unserem Escape Camper sind übrigens keine Albatrosse abgebildet, sondern Möwen. Damit wir das auch noch richtiggestellt hätten. Vor dem Center angekommen, sehen wir gleich mal jede Menge Möwen. Richtig viele davon. Alles ist von den Vögeln abgeschissen, welche hier direkt an der Küste ihre Jungen aufziehen. Wir ziehen uns etwas wärmer an. Es ist erneut bewölkt und etwas fresher. Unsere Plastikregenponchos nehmen wir zur Sicherheit auch noch mit, falls wir mit flüssigen Überraschungen aus der Luft bombardiert werden sollten. Wir entern das Office und checken gleich mal für die Tour ein. Dann warten wir noch ungefähr 15 Minuten, bis die Tour beginnt. Die Zeit nutzen wir, um uns ein wenig über Albatrosse zu informieren und im Souvenirshop zu schmökern. Eine sehr interessante Ausstellung befindet sich ebenfalls hier im Center. Das Center lebt von Spenden und von den Einnahmen der Touren. Die Einrichtung kümmert sich um die Erhaltung der Lebensräume der hier an der Küste lebenden Albatrosse. Das unterstützen wir doch sehr gerne. Sehr interessante Meeresvögel sind das nämlich. Mit Flügelspannweiten bis über 3 Meter ist der Albatros einer der größten Vögel der Welt. Endlich beginnt die Tour. Eine asiatische Lady gegrüßt uns. Man versteht sie nur sehr schlecht. Macht aber nichts. Wir wollen eh nur die Albatrosse sehen. Die Tour beginnt mit einem Film in MP4-Qualität auf einer fetten Leinwand. Unser Guide erklärt vorher noch einige Dinge. Ganz interessant ist das. Danach geht es endlich nach draußen. Wir passieren zwei Sicherheitsabsperrungen, die nur unser Guide per Zahlencode öffnen kann. Dann kommen wir zu einem verglasten Beobachtungshäuschen. Ferngläser liegen auch schon bereit. Wir haben freien Blick auf zwei brütende Albatrosse. Ungefähr 40 Meter von uns entfernt. Sehr beeindruckende Vögel. Unser Guide erzählt weiterhin einige interessante Details über die Station hier sowie über das Brutverhalten der Vögel. Das Highlight ist ein Albatross im Flug, der mehrere Male an unserem Beobachtungshäuschen vorbeigleitet. Das kommt angeblich sehr selten vor. Wir haben also Glück. Nach einer halben Stunde ist die Tour an dieser Stelle dann auch schon wieder zu Ende. Nachdem alle anderen Teilnehmer der Tour bereits wieder das Weite gesucht haben, unterhalten wir uns noch mit unserem Guide. Sie ist aus China und hat in England studiert. Jetzt arbeitet sie hier, weil ihr Mann einen Job in Neuseeland angenommen hat. Sie war auch schon mal in Österreich. Ein Abschlussfoto geht sich dann auch noch aus. Danach gehen wir noch eine kleine Runde zur Küste und schießen ein paar Fotos von den Möwen. Beim Camper angekommen, sitzt ebenfalls eine Möwe auf dem Dach des Escape Campers. Die weiß ganz genau, dass wir uns jetzt einen kleinen Snack gönnen werden. Das Brot, welches wir gestern in der Bäckerei in Oamaru gekauft haben, muss jetzt herhalten. Roastbeef, Butter und Schinken dazu. Fertig ist die Jause aus dem Kofferraum. Nächstes Ziel ist der Tunnel Beach. Auf dem Weg dorthin fahren wir auf der Cliff Road. Sehr entspannt cruisen wir die Küstenstraße entlang. Den Tunnel Beach muss man mal gesehen haben. Als wir dort ankommen, gehen wir ein ganzes Stück bergab. Wir kommen zu einem herrlichen Küstenstrand mit wunderschönen Felsen. Einiges ist los hier. Durch einen schmalen Tunnel kann man dann von der Klippe zum Strand runter gehen. Auch hier ist es sehr schön. Durch den Tunnel geht es wieder rauf zu den Klippen und danach wieder bergauf und retour zum Camper. Ziemlich anstrengend. Die Sonne ist mittlerweile nämlich auch schon wieder im Dienst und es ist bereits wieder ganz schön warm. Eveline übernimmt jetzt das Steuer des Campers. Nach 45 Minuten Fahrt kommen wir nach Henley. Dort tanken wir und kaufen uns ein Eis. Jeder ein Kapiti. Eis am Stiel. Passionfruit & Yoghurt für Eveline, Boysenberry für David. Weiter geht’s. 1,5 Stunden fahren wir jetzt bis zum Nugget Point Lighthouse. Das müssen wir uns auch unbedingt anschauen. Während der Fahrt hören wir Musik. Beim nächsten Zwischenziel angekommen, parken wir den Camper und marschieren auch schon wieder los. Einen schmalen Küstenweg gehen wir jetzt entlang. Man hat eine herrliche Aussicht auf das Meer. Der Leuchtturm ist ebenfalls ganz nett anzuschauen. Ganz einsam steht er da an der Spitze der Klippen. Wir können einige Seelöwen mit Evelines Fernglas beobachten. Nach ein paar Fotos geht es dann auch schon wieder retour zum Camper. Wir haben ja immer noch einiges vor heute. Gut, dass die Tage hier im hochsommerlichen Neuseeland sehr lange dauern. Der nächste Programmpunkt ist die Yellow Eyed Penguin Kolonie beim Kaka Point in der Roaring Bay. Dort soll man die seltenen Gelbaugenpinguine beobachten können, wenn diese am Abend von der Nahrungssuche aus dem Meer zu ihren Nistplätzen zurückkehren. Nur 10 Minuten fahren wir bis dorthin. Wir parken uns ein. Nach 5 Minuten Gehzeit gelangt man zu einer kleinen Beobachtungshütte, wo zwei freiwillige Menschen arbeiten und aufpassen, dass keine Besucher den Strand betreten und dadurch die Pinguine beim Nisten stören. Eine ältere Dame kommt uns entgegen. Wir fragen sie, ob sie auch Pinguine gesehen hat. Sie zeigt uns darauf gleich die Fotos auf ihrer kompakten Digialkamera. Wir sind überzeugt und begeben uns zur Hütte. Dort stehen schon sehr viele Hobby-Ornithologen und warten auf die nächste Pinguin Show. Wir warten auch. Und warten. Und warten. Ein paar Seelöwen sehen wir auch hier wieder durch unser Fernglas. Aber keine Pinguine. Eine gute halbe Stunde später beschließen wir, die Bucht wieder zu verlassen. Es ist schon kurz vor 8 Uhr. Und unser Campground liegt noch 50 Minuten entfernt. Wir wollen also keine weitere Zeit mehr verlieren. Der Tag war schon ziemlich intensiv und anstrengend. Zum Bedauern der freiwilligen Dame mit orangener Warnweste ziehen wir jetzt von dannen. Keine Gelbaugenpinguine für uns heute mehr. Eveline sitzt nach wie vor am Steuer. David schreibt gleich mal während der Fahrt zur Purakanui Bay Campsite diesen Tagesbericht. Heute campen wir auf einem günstigen Campground. Dort ist es egal, wann wir einchecken. Es gibt kein Office oder dergleichen. Den genauen Betrag für die Stellplatzgebühr muss man in Bar bei einer Box hinterlegen. Wenn man ehrlich ist. Und das sind wir. Eine lange Schotterstraße führt uns zu unserem heutigen Platz für die Nacht. Eine riesige Wiese, gleich in der Nähe des Strandes und somit des Pazifiks. Wir parken uns ein letztes Mal ein für den heutigen Tag. Dann schnappen wir uns ein kühles Bier und gehen ein Stück zum Strand. Ein Parrotdog trinken wir übrigens gerade. Wir werden dieses aber nächstes Mal nicht mehr kaufen. Feierabend. Einen sehr schönen Campground haben wir uns hier für heute ausgesucht. So soll es sein. Internetempfang haben wir keinen. Nicht mal Telefonempfang. Wie schon des Öfteren hier in Neuseeland. Wir kochen dann noch eine Kleinigkeit. Heute zaubert mal David. Es gibt Maiskolben, gekocht in Salzwasser. Danach noch instant Ramen und ganz speziell für Eveline ein Butterbrot mit Feta und Tomaten. Um 11 Uhr fallen wir müde ins Bett. Es ist sehr ruhig hier. Es beginnt leicht zu regnen und wir hören durch das leicht geöffnete Fenster das Meer rauschen…
Gefahrene Kilometer: 260
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Aufstieg auf die Baldwin Street…

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Oben angekommen bei der Baldwin Street….

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Ein fliegender Albatros…

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Die Flügelspannweiten der Albatrosse betragen bis zu 3,5 Meter…

 

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Der Weg zum Tunnel Beach…

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Am Tunnel Beach zur Rechten…

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Am Tunnel Beach zur Linken…

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Das Nugget Point Lighthouse…

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