Ein heißer Tag im Outback…

Tag 98 // Um 2 Uhr wird Eveline wach. Auf dem Tisch, gleich neben unseren Swags, steht noch ein Teller mit Essensresten. Nicht besonders klug hier im Outback. Irgendein Tier sitzt schon auf dem Tisch uns frisst vom Teller. Eveline kann ohne Taschenlampe und Kontaktlinsen nur die Silhouette ausmachen. Wir wissen es nicht und werden es wohl nie erfahren. David wird auch kurz munter. Danach schlafen wir noch 2 Stunden, bis wir von Musik geweckt werden. Welche Musik genau, wissen wir nicht mehr. Es ist einfach verdammt früh. Im Dunkeln rollen wir unsere Swags zusammen und verstauen diese im Alu-Schuppen des Campgrounds. Danach gibt es Frühstück. Unser Guide war bis Mitternacht wegen des Hitzschlages einer Teilnehmerin und deren Tochter im Krankenhaus und hat nur 2 Stunden gepennt. Das könnte noch ein interessanter Tag werden, so on the Road. Auf jeden Fall ist sie sehr gereizt und macht ziemlichen Stress, damit wir ja um 5:30 Uhr pünktlich zum Sonnenaufgang starten. Das schaffen wir nicht ganz. Abwaschen und alles wegräumen müssen wir ja auch noch. Und die Toiletten sind ziemlich weit weg. Das beschleunigt den morgendlichen Aufbruch auch nicht gerade. Jeder muss einfach in der Früh auf die Toilette. Also lassen wir alles liegen und stehen und der Bus wird mit verschlafenen Insassen befüllt. Der grantige Guide (immer noch dieselbe Frau) äußert ihren Unmut über die Tatsache, dass wir nach dem Sunrise noch einmal retour auf den Campground müssen. Wir werden 10 Minuten zu einem Plätzchen chauffiert, mit schönem Ausblick auf den Uluru. Der Sonnenaufgang ist herrlich. Die Reisegruppe ist aber Großteils damit beschäftigt, eine Beschwerde über unseren Guide und die Tourveranstalter zu verfassen. Nach Sonnenaufgang geht es also wie gesagt noch einmal retour zum Campground. Dort erledigen wir den Rest des „Haushalts“ und verstauen unser Gepäck im Anhänger des Kleinbusses. Heute haben wir jetzt gleich noch eine Wanderung vor uns, im Valley of the Winds. Kurz vor 8 Uhr sind wir am Trail Head angelangt. Es ist schon extrem heiß um diese Uhrzeit. Ohne Hut, Sonnenbrille und Wasser gehen wir nicht los. Der Guide kommt jetzt seinem Job nach und erklärt einige Dinge zur Entstehung von Uluru und den anderen Felsen hier ringsum. Geht ja eh. Ziemlich interessant sogar. Wir werden hier jetzt keine erhaltenen Infos wiedergeben. Man kann es sehr gut auf Wikipedia oder gerne auch anderswo im World Wide Web nachlesen. Die Wanderung dauert dann nicht so lange, wie erwartet. Am Ende des Valleys und des gesicherten Weges bleibt uns Zeit für Fotos und danach kehren wir wieder um. Nächster Halt ist Yulara. Eine kleine Stadt, mitten im Outback. Hier haben wir eine Stunde Zeit. Es gibt hier ein Museum mit freiem Eintritt. Das schauen wir uns mal an. Hier verweilen wir dann schließlich nur kurz, obwohl die Ausstellung sehr interessant ist. Ein Didgeridoo Workshop soll hier auch in der Nähe sein. Den suchen wir und wir finden ihn sogar. Wir hätten uns diesen aber spektakulärer vorgestellt. Ein paar Japaner blasen in die traditioniellen Holzinstrumente und versuchen, einen Ton zu erzeugen. Der Instruktor ist leider kein Aborigine, sondern ein Weißer. Das Ganze spielt sich auf einem Platz umgeben von Restaurants und Shops ab. Wir hören ein bisschen bei den Übungen zu. Anschließend kaufen wir uns noch Wasser für die morgige Tour. Hauptsächlich geht es darum, genug Flaschen zu haben. 3 Liter Wasser pro Person sind gesetzlich vorgeschrieben. Als wir das erledigt haben, geht es retour zum Bus und die lustige Fahrt geht weiter. Beim Ayers Rock Campground gibt es einen Pool und einen Gasgriller. Hier werden wir jetzt Mittagessen. Es gibt gegrillte Burgerpatties und Bratwürstel. Dazu das bewährte Toastbrot und geschnittenen Salat und Gemüse. Danach wird abgewaschen. Wer möchte, kann sich jetzt im Pool abkühlen. Unser Guide legt derweil einen Powernap ein. Sie wirkt schon ziemlich fertig. Eigentlich haben wir nichts mehr auf dem Programm heute. Das war es schon mit Attraktionen. Nächstes Ziel ist der Campground in der Nähe von Mereenie. Auf dem Weg dorthin halten wir noch einige Male. Der Bus ist stark überhitzt und wir müssen ihm anscheinend einige Pausen gönnen. Wir sehen noch eine wilde, freibleibende Kamelherde. Eigentlich Dromedare. Nur ein Höcker. Fast wie im Yellowstone National Park die Bisons, laufen auch hier die Kamele auf der Straße vor uns her. Zwei weitere Pausen später, erreichen wir den Campground. Es ist sogar noch hell, als wir dort ankommen. Gleich wird alles ausgeladen und mit dem Kochen begonnen. Auch ein kleines Lagerfeuer gibt es heute. Auf der kleinen Flamme versucht David, Knoblauchbrot aufzubacken. Gelingt eigentlich ganz gut. Zumindest beschwert sich niemand. Es gibt heute noch Känguru-Bolognese mit Nudeln und Gemüse. Schmeckt wirklich sehr gut. Danach erhalten wir von unserem Guide noch eine Sicherheitsunterweisung für die morgige Tour zum Kings Canyon. Danach verabschiedet sie sich und fährt davon. Man weiß nicht, wo sie die Nacht verbringt. Bei uns im Camp jedenfalls nicht. Ein anderer Guide kommt vorbei und klärt uns mal über die Dingos auf, die hier in der Nacht definitiv ins Lager kommen werden. Denn sie wissen, dass es hier regelmäßig was zu essen gibt. Sie sind scheu, aber man muss trotzdem auf der Hut sein. Ebenso folgen noch Infos über Spinnen und Schlangen etc. Sehr „beruhigend“ hört sich das an. Im Anschluss bleibt noch Zeit für Körperpflege und Lagerbezug. Es gibt heute sogar Feldbetten und darüber eine Art Zelt. Aber nicht geschlossen, sondern schön luftig, unten herum. Also eigentlich nur ein Zelt-Dach. David beborzugt trotzdem den Swag am Boden, in der Mitte zwischen Evelines und Anschis Feldbett. Diese Nacht soll noch wärmer werden, als gestern. Nur der leichte Hüttenschlafsack sollte daher reichen. Das Insektenschutznetz kommt wieder über das Gesicht. Sicher ist sicher. Tagwache wird um 4 Uhr sein. Gute Nacht, Australia…
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Panorama des Sonnenaufganges mit Blick auf den Uluru…

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Das frühe Aufstehen hat sich ausgezahlt…

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