Von Brigham City Richtung Yellowstone National Park…

Tag 53 // Wir haben sehr gut geschlafen. Die Nacht war angenehm und warm. Eveline steht um 8:15 Uhr auf. Sie macht gleich Frühstück und weckt David um 9 Uhr. Der erholsame Schlaf war sehr wichtig. Heute haben wir einige Kilometer vor uns. Nach dem Frühstück telefonieren wir alle Campgrounds in der Nähe des Yellowstone National Parks durch. Einen Campground zu finden ist nicht leicht. Viele sind bereits „closed for the season “. Einen einzigen haben wir gefunden und auch telefonisch erreicht. Dieser hat um diese Jahreszeit nur mehr Strom. Die Duschen sowie die Wasserleitungen auf den Stehplätzen sind nicht mehr in Betrieb. Auch schon wegen „end of season“. Wir sind nicht begeistert und telefonieren weiter. Auch das Visitorcenter des Yellowstone Parks kann uns leider nur eine sehr bescheidene Auskunft geben. Eine einzige Nummer bekommen wir hier durchgesagt. Auch diese rufen wir an. Wir telefonieren mit dem Campground, ohne zu merken, dass wir diesen heute schon mal angerufen haben. Wieder hebt die gleiche Dame ab. „Oh, Sir… We already talked to each other. “ – Okay. Dann wird das wohl wirklich die einzige Option sein. „We think… We will take it”. Passt. Einen Campground hätten wir somit mal reserviert für die Nacht von Sonntag auf Montag. Die soll nämlich sehr kalt werden und es wird Schnee geben. Und die Tage darauf soll es laut Wetterbericht nicht besser werden. Da wird die Heizung des Campers in der Nacht wieder durchlaufen, deswegen brauchen wir den Stromanschluss. Von Kanada sind wir ja schon einiges gewohnt, daher kann uns das Wetter die Reiselust nicht verderben. Man muss es einfach so nehmen, wie es kommt. Heute Nacht soll es noch mild sein und wir werden wieder „dispersed“ campen. Also einfach irgendwo in der Wildnis. Wo genau, wissen wir noch nicht. Das checken wir dann unterwegs. Nach den Telefonaten fahren wir dumpen und füllen unseren Frischwassertank auf. Um 10:50 verlassen wir den KOA Campground und steuern den nächsten Walmart an. Unsere Trinkwasservorräte wollen wir noch dringend auffüllen, damit wir für den Norden gerüstet sind. David kauft noch einen Adapter inklusive Spannungswandler von Zigarettenanzünder auf Normalstrom. Der ist wichtig, damit wir auch ohne Generator den Toastmaster betreiben und das MacBook und die größeren Kamera Akkus über die Autobatterie aufladen können. Jetzt kann es losgehen. Einen fast reinen „Fahrtag“ haben wir jetzt noch vor uns. Über 4 Stunden Fahrzeit. David fährt mal die ersten 3 Stunden durch. Die Interstate 15 führt uns nordwärts. Wir verlassen dabei Utah und entern Idaho. Die größeren Städte auf der Strecke, welche wir allesamt nur streifen, sind Pocatello, Blackfoot und Idaho Falls. Wir hören anstatt Musik diverse Audiopodcasts auf Spotify, zu den unterschiedlichsten Themen. Was uns eben gerade interessiert. Reisen, Medizin, Geschichte. Auch sehr nett. Das haben wir bis jetzt auch noch nicht gemacht. So verfliegt die Zeit. Dann machen wir einen Tankstopp inklusive Pipipause in Rexburg. Hierbei übernimmt Eveline das Steuer und David kümmert sich derweil um Fotos und Tagesberichte. Wir fahren auf dem Highway 20 über St. Anthony und Ashton Richtung West Yellowstone. Die Gegend hier ist Prärie, umgeben von ein bisschen Wald. Sonst sehr ausgestorben hier. Alles schon „closed for the season“. Es beginnt während der Fahrt leicht zu regnen. Als wir in West Yellowstone ankommen, regnet es noch immer ganz leicht. Ein nettes Nest, dieses West Yellowstone. Nicht viel los hier. Alles ruhig. Wir fahren gleich zum West Eingang des Nationalparks. Eine Karte des Parks brauchen wir, damit wir heute Abend noch ein bisschen planen können. Der Parkranger will natürlich unseren Parkpass sehen. Diesen haben wir schon längst wegen den anderen Nationalparks erstanden. Um 80 Dollar. Gilt in allen Nationalparks und ist sogar ein ganzes Jahr gültig. Ein simpler Tagespass in einem Nationalpark kostet immerhin 35 Dollar pro Fahrzeug. David sucht in seiner Brieftasche den Ausweis und Eveline reicht diesen mitsamt Davids Führerschein dem Parkranger. Eveline kommt aber im selben Moment drauf, dass es sich bei der roten Scheckkarte nicht um die Jahreskarte für den Park, sondern um die Vorteilskarte vom Safeway handelt. Wäre eigentlich interessant gewesen, ob es funktioniert hätte. Wir bekommen die gewünschte Landkarte und eine Park-Zeitung. Danach suchen wir uns mit dem Wiki Camper App einen „wilden“, kostenlosen Campground. Wir biegen etwas außerhalb des Nationalparks in den Wald ein und kommen an ein stilles Plätzchen. Hier parken wir den Camper. Wir schauen, dass wir halbwegs waagrecht stehen. Ein kleiner Bach fließt direkt neben uns vorbei. Ringsum nur Wald und Wildnis. Ein Bussard-ähnlicher Raubvogel schwebt neben uns vorbei. Herrlich anzuschauen. Ein Schild warnt vor Bären. Es ist noch hell. Die Karte und die erhaltene Zeitung werden sogleich studiert. Wir heizen ein bisschen ein. Es ist ziemlich frisch hier. Kein Handyempfang und Internet sowieso keines. Zum Abendessen zaubert Eveline gebratene Hühnerstreifen, Süßkartoffeln und Reis. Unglaublich lecker. Nebenbei schauen wir eine Folge „Game of Thrones“. Danach eine Runde Schnapsen. Eveline revanchiert sich wieder einmal mit einem Schneider bei David. Sogar das Spiel um „Alles oder Nichts“ geht an sie. Unglaublich. Ein gemütlicher Tag „On The Road“ war das. Wir freuen uns schon sehr auf den Yellowstone National Park…
Gefahrene Kilometer: 448

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