Las Vegas, Baby!

Tag 49 // Die Nacht beim Walmart Parkplatz war sehr laut. Man konnte den Fluglärm hören, sowie die Straßen ringsum den Parkplatz. In der Nacht wurden wir einige Male wach, weil einige betrunkene Partytiger jaulend den Walmart-Parkplatz überquerten. Um 7.50 Uhr stehen wir auf. Wir machen uns Frühstück und beobachten währenddessen die ersten Walmartkunden. Die Filiale hat bereits wieder seit 6 Uhr in der Früh geöffnet. Nach dem Frühstück machen wir uns auch auf den Weg in die Filiale, um unsere Lebensmittelvorräte aufzustocken. Wir kaufen Gemüse, Obst, Fleisch, Bier, Schokolade und eine Gallone Wasser. Das normale Leitungswasser in Las Vegas ist für unseren Geschmack zu sehr gechlort. Das trinken wir lieber nicht. Nach dem Einkauf verstauen wir die Lebensmittel im Kühlschrank und den oberen, nagetiersicheren Kästen und machen den Camper startklar. Es ist bereits 10.30 Uhr. Ungefähr 20 Minuten brauchen wir für die Strecke vom Walmart Parkplatz zum KOA Las Vegas Campground. Dieser liegt etwas außerhalb des Zentrums, beim Casino Sam´s Town. Wir parken den Camper kurz vor dem Office und checken ein. Der Check-in dauert nicht lange, da wir am Vortag bei der Reservierung bereits alle erforderlichen Daten telefonisch durchgegeben haben. Das Office ist sehr groß, wirkt professionell und es gibt gleich 3 Check-in Schalter. Als „Willkommensgruß“ gibt es einen gratis Kaffee. Den gönnen wir uns natürlich. Während wir in der Office Lobby unseren Kaffee schlürfen, quatscht uns ein älterer beleibter Mann an.  Er sitzt mit seinem kleinen Hündchen gechillt in der Lobby. „Are you going to Fremont street today? “ – „Yes maybe… we don´t no.” – „Yeah go there, it´s a really nice place and a lot of crazy people are there.” Gut zu wissen. Unser Stellplatz liegt gleich hinter dem Office. Wir haben sehr viel Platz hier und es wirkt sehr sicher und ruhig. Die sehr sauberen Sanitäranlagen des Campgrounds befinden sich ca. 15 Meter von unserem Stellplatz entfernt. Hier gefällt es uns. Erster Jackpot in Las Vegas ist also schon mal der Campground. Der Grund, warum wir heute auf einem Campground schlafen wollen und keine zweite Nacht auf dem Parkplatz, ist, dass wir dringend Duschen wollen, sowie unseren Wassertank auffüllen und unsere Schmutzwassertanks entleeren müssen. Wir schließen alles an und machen es uns mal gemütlich. Den heutigen Tag wollen wir sehr ruhig angehen. Die laute Nacht am Parkplatz war nicht besonders erholsam. Wir nutzen den Strom, um alle elektronischen Geräte und Akkus aufzuladen. Machen Foto- und Videobackups und updaten den Blog. Wir duschen und trinken anschließend ein Bier, zur Einstimmung auf den geplanten Abend am Strip. Der gratis Shuttlebus von Sam´s Town Hotel Richtung Downtown fährt um 15.40 Uhr weg. Wir machen uns salonfähig und gehen danach ca. 10 Minuten zur Bushaltestelle. Als der Bus pünktlich um 15.40 Uhr daherkommt, fragen wir zur Sicherheit noch den Driver, ob das der richtige Shuttlebus Richtung Downtown ist. Nein, ist er nicht. Das hier ist der öffentliche Bus. Der gratis Shuttlebus fährt am anderen Ende des Sam´s Town Casinos weg. Wir laufen zum Casino Eingang und fragen dort zur Sicherheit nochmal einen Angestellten, wo denn hier genau der Shuttlebus abfährt. Der nette Mitarbeiter gibt uns die gewünschte Auskunft und wir laufen quer durch das Casino bis zum Hinterausgang. Tatsächlich steht der Shuttlebus noch hinter dem Casino. Wir steigen ein und der Bus fährt ab. Erneute Punktlandung. Mit Punktlandungen kennen wir uns ja mittlerweile gut aus. Nach ca. 35 Minuten Fahrt im sehr schönen Shuttlebus erreichen wir die Fremont Street. Der Bus hatte edle Ledersitze und war natürlich perfekt klimatisiert. Die Fremont Street ist eine 5 Häuserblocks lange Fußgängerzone, die von einer Stahlkonstruktion mit LED Leinwänden überdacht ist. Es gibt hier sehr viele Bars und die Touristen tummeln sich um diverse Stände und andere Attraktionen. Man kann hier auch mit einer Zipline bzw. einem Flying Fox, über die gesamte Fußgängerzone fliegen. Wie Superman eben. Halbnackte Girls, Straßenkünstler und Obdachlose komplettieren das Gesamtbild der Fremont Street. Am Ende der Fußgängerzone setzen wir uns ins Lokal Mickie Finnz. Da ist gerade Happy Hour. Zur Feier des Tages gönnen wir uns einen Cocktail. Eine „Tropical Vodka Lemonade“ für Eveline und einen „Moscow Mule“ für David. Dazu noch in paar Minifrühlingsrollen für Zwischendurch. Prost! Auf uns, unseren USA Road Trip und diesen Stopp hier in Las Vegas. Die Cocktails sind okay, aber nicht besonders stark. Gegenüber erblicken wir einen Heart Attack Grill. Den wollen wir uns noch genauer anschauen. Das Restaurant wirbt mit extrem fettigem Essen. Die Kellnerinnen sind als Krankenschwestern verkleidet und die Gäste bekommen beim Betreten des Lokals ein hinten offenes Nachthemd verpasst. Wie im Krankenhaus eben. Das ist dann doch nicht so unser Geschmack. Es bleibt dabei, dass wir gemeinsam mit zahlreichen anderen Passanten die „Patienten“ des Lokals kurz durch ein großes Schaufenster beobachten. So… Genug gesehen von der Fremont Street.  Wir wollen auf den Strip. Die Hauptattraktion von Las Vegas. Diese liegt jetzt eineinhalb Stunden zu Fuß von unserem aktuellen Standort entfernt. Gut. Dann gehen wir einfach mal in diese Richtung, vielleicht überholt uns ja ein Shuttlebus. Der Weg zum Strip führt uns mitten durch Downtown Las Vegas. Laut unserem Lonley Planet Reiseführer ist es nicht ratsam, sich abends hier in den Straßen aufzuhalten. Man sollte lieber ein Taxi nehmen, wird darin angeraten. Aber da es noch hell ist, nehmen wir kein Taxi und machen ein bisschen Bewegung. Nach einer halben Stunde ist es dann dunkel und wir sind noch immer weit von unserem Ziel entfernt. Abgefuckte Gegende hier. Am Weg sehen wir einige Weddingchapels, wie man es ebenfalls aus diversen Filmen kennt. Kurz überlegen wir, es einfach zu tun, doch die Zeit rennt uns schon davon und hungrig sind wir auch schon. Die Hochzeit muss also noch warten. Man muss Prioritäten setzen. Um 18.45 Uhr erreichen wir endlich den Strip. Echt geil ist es hier, super Beleuchtung, pompöse Reklametafeln und Kleinbusse mit ebenfalls beleuchteten Reklametafeln. Diese fahren am Strip auf und ab . Nachdem wir ein paar Fotos geschossen haben, entscheiden wir uns für ein Abendessen in einem Dennys Diner. Für Eveline gibt es eine vegetarische Omelette mit Toastbrot und frittierten Kartoffelstiften (nein, keine Pommes) und für David Burger mit Spiegelei und richtigen Pommes. Dazu für jeden eine Ice Tea Limonade. Vom Balkon des Diners können wir eine Feuershow des gegenüberliegenden Mirage Hotels beobachten. Gestärkt geht es schließlich zurück auf den Strip. Der Caesars Palace ist unser Ziel. Da wollten wir immer schon hin. Kennt eh ein jeder aus diversen Filmen, allen voran Hangover. Wir gehen einfach rein. Kein Problem dort. Alles offen für die Touristen. Gleich am Eingang steht eine Cäsar Statue. Mit der fotografiert sich hier ein jeder. Wir natürlich auch. Dann lassen wir uns von einer Mitarbeiterin am Cash Out Schalter das System für die Spielautomaten erklären. Man braucht einfach Bargeld, auch bei den einarmigen Banditen. Dollars natürlich. Man füttert die Maschinen mit den Scheinen und bekommt im Falle eines Gewinnes ein Ticket ausbezahlt. Also versuchen wir mal unser Glück. Ein paar Automaten lachen uns gleich an. Diese schönen mechanischen, wo man noch den Hebel betätigen kann. Einen Dollar Mindesteinsatz. Wir setzen uns mal ein persönliches Limit von 20 Dollar und fangen an. Es macht Spaß. 4 Dollar sind weg, dann 6… Dann 8. Dann 15 und beim 16. Dollar macht es plötzlich „Ding Ding Ding“. Yeah Baby!!! Ein netter Gewinn, den wir uns gleich mal auszahlen lassen. Danach spielen wir noch bei ein paar anderen Automaten um 25 Cent Beträge, nur so zum Spaß, weil wir schließlich nicht jeden Tag hierherkommen. 5 Dollar gehen dabei noch drauf. Dann lassen wir es gut sein. Unser Gewinn ist zwar kein Jackpot, aber wenn wir heute nichts mehr verprassen, dann war unser 2 tägiger Las Vegas Aufenthalt zumindest mal komplett „for free“. Wir sind zufrieden. Wir verlassen den Cäsars Palace durch ein Einkaufszentrum, welches auch hier im Hotel liegt. Eine Dose Bier im Caesars Palace kostet 10 Dollar, ein typischer „Las Vegas Drink“ in einer bunten Karaffe, die ausschaut wie eine Bong, bis zu 90 Dollar. Die Springbrunnen Show beim Bellagio müssen wir uns noch unbedingt anschauen. Alle 15 Minuten geht hier die Show ab. Diese ist ebenfalls sehr nett anzuschauen. Muss man anscheinend auch mal gesehen haben. Wir spazieren noch ein wenig herum und genießen die Vegas Stimmung. Dann suchen wir uns erneut den Shuttle Bus beim Harahs Hotel und machen uns mit diesem auf den Rückweg zum Sams Town Hotel, wo unser Camper am angrenzenden Campground steht. Im Bus sitzen wir diesmal ganz alleine. Der nette schwarze Busfahrer zeigt eine Las Vegas Show aus den 90er Jahren auf den Bildschirmen im Bus. Irgendwie ein Ohrwurm, den wir so schnell nicht wieder los werden. Beim Sams Town Hotel angekommen, kaufen wir uns beim McDonalds im Hotel noch eine Cola gespritzt. Dann im Camper trinken wir noch ein Bier. Papst Blue Ribbon probieren wir gerade aus, auf Empfehlung von Johannes, des Freundes von Davids Schwester. Schmeckt gar nicht schlecht. Wir bearbeiten noch ein paar Fotos für den Blog und tratschen noch bis spät in die Nacht. Vegas ist herrlich. Hier könnte man es auch länger aushalten. Aber als kleiner Bruchteil unserer großen Reise war das schon mehr als in Ordnung. Dann heißt es Gute Nacht, Las Vegas! Wir fallen ziemlich müde ins Bett…
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Gleich neben der Fremont Street…

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Das Palazzo…

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Beim Venetian…

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Eveline bei der Cäsar Statue im Caesars Palace…

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