San Francisco, Cruise America in Newark und Alcatraz…

Tag 42 // Die Nacht war kurz und wir haben beide nicht besonders gut geschlafen. Wir stehen schon um 7 Uhr auf. Einiges steht heute auf dem Programm. Der Plan lautet: Zusammenpacken – Auschecken – mit vollem Gepäck mit den Öffis zu Cruise America – Camper abholen – Campingplatz suchen – Camper und Gepäck abstellen – mit den Öffis retour nach San Francisco zu Pier 33 – mit dem Boot zu Alcatraz – Alcatraz besichtigen – wieder retour mit den Öffis zum Campingplatz. Fixpunkte bzgl. Uhrzeit: Camperabholung ist um 10.30 Uhr. Alcatraz Tickets sind schon gekauft – für exakt 15:20 Uhr. Sonst war nichts mehr frei. Außerdem wollten wir es nicht zu spät werden lassen, für die Besichtigung der berühmten Gefängnisinsel. Gut. Soweit der Plan. Nach dem Packen ziehen wir uns warm an. Heute soll es um einiges kühler sein in San Francisco. Gleich um 7 Grad weniger als gestern. Wir verlassen unser Airbnb-Quartier. Mit dem Bus geht es Richtung U-Bahn. Mit dieser weit raus aus der Stadt, Richtung Süden. Von dort wieder ein Stück mit dem Bus weiter. Bis wir in der ärgsten Pampa zumindest mal in die Nähe von Cruise America RV Rental in Newark kommen. Noch weitere 1,6 km zu Fuß, sagt unser Google Maps. Aber es schickt uns immer wieder über Wege, die dann Sackgassen sind. Gute 20 Minuten vergeuden wir mit der Suche. Die Sonne brennt runter. Es ist windstill und hat 26 Grad. Das warme Gewand hätten wir uns also sparen können. Die zusätzlichen 30 kg Gepäck am Körper machen uns nicht gerade entspannter. Endlich findet schließlich unser Here we Go App den richtigen Weg. Heißt anscheinend nicht umsonst so. Beim Office angekommen, lassen wir gleich alles fallen. Mal eine Runde verschnaufen. Zu spät sind wir jetzt sowieso schon. Es ist jetzt schon 11:20 Uhr. Die Mitarbeiterin ist ziemlich grantig. Aber nicht, weil wir zu spät sind, sondern wahrscheinlich grundsätzlich. Solche Leute soll es schließlich auch geben. Ein junges Girlie. Sehr schwer ist sie zu verstehen. Sie spricht sehr undeutlich und schlecht. Und ihre Motivation ist unglaublich niedrig. Komplett unfreundlich ist die obendrein. Wir lassen uns trotzdem die Stimmung nicht vermiesen. Brav schauen wir uns noch einmal das Einführungsvideo an. Wegen dem Generator warads. Den haben wir jetzt und das ist eigentlich das Einzige am Fahrzeug, das sich im Gegensatz zu Kanada geändert haben sollte. Eine andere Mitarbeiterin übergibt uns dann schließlich den Camper. Selbes Modell wie in Kanada. Ein „C19“. Neues Geschirr (noch original verpackt) und frische Bettwäsche haben wir bekommen. Die Einführungsrunde hören wir uns ebefalls noch einmal geduldig an. Die bestehenden Schäden werden auf einem rosafarbenen Wisch angekreuzerlt, den wir dann unterschreiben müssen. Ein „Starterpaket“ mit einer Rolle Klopapier und einem Deostein für die Toilette bekommen wir ebenfalls ausgehändigt. Wir sind startklar. Los gehts. Brrrrrmmmm. Er fährt sich ähnlich wie sein Kollege in Kanada. Aber nicht komplett ident. Dieser Camper hier „schwimmt“ um einiges mehr. Er hat auch mehr Kilometer bzw. Meilen drauf. Hat aber dafür mehr Sound. Aber nicht so viel Power. Zumindest fühlt es sich nicht so an. Benutzerhandbuch haben wir diesmal keines erhalten. Daher können wir nicht genau sagen, welche Motorisierung er hat. Zulassungsschein gibt es auch keinen. Die Innenausstattung differiert ebenfalls ein wenig, im Gegensatz zu Kanada. Diesmal haben wir einen Boden in Holzoptik. Und keine Lederausstattung bei den Sitzbänken, sondern Stoff. Eveline gefiel der Cruise Canada Camper besser. David ist es ganz gleich. We like it. Endlich wieder unser mobiles zu Hause. Wir verlassen das Cruise America Center und navigieren gleich zum Campground in der Nähe, den wir uns schon herausgesucht haben. Dort checken wir gleich ein. Almeida County Fairgrounds. Eine nette, blonde Dame kassiert die Stellplatzgebühr und gibt uns eine Einführung in den RV Park. Sie ist begeistert, dass wir aus Österreich kommen. Sie liebt den Film The Sound of Music. Ihre Familie kommt ursprünglich aus Norwegen. Wir parken uns ein und checken mal die Uhrzeit und unseren Standort. Fuck. Wir haben uns verzettelt. Mit Zeit UND Standort. Es könnte jetzt verdammt eng werden, die Alcatraz Cruises Tour noch rechtzeitig zu erreichen. Die U-Bahn-Station ist weiter entfernt als gedacht und geplant. Und mit dem Camper zu fahren ist absolut keine Alternative, wegen der nicht vorhandenen Parkmöglichkeiten beim Pier 33. Wir besprechen unsere Optionen. Mit den Öffis schaffen wir es jetzt fix nicht mehr. Die U-Bahn, die wir eigentlich zu Fuß erreichen wollten und wonach wir unseren Campground ausgesucht haben, ist zu Fuß mindestens eine Stunde entfernt. Google Maps hat uns hier einen Streich gespielt. Oder wir uns selbst. Egal. Es gibt jetzt 2 Möglichkeiten. Option 1: Tour telefonisch absagen und Geld retourbuchen lassen. Zweite Option: Ein Taxi. Wir entscheiden uns: Trommelwirbel! Für Option 2. Mit dem Bus fahren wir noch eine halbe Stunde bis zur U-Bahn-Station. Dort steigen wir aber nicht in die U-Bahn sondern in das erste Taxi und machen dem indischen Driver klar, dass wir es wirklich eilig haben. Der Taxler tippt „Pier 33“ in sein Navi. Die Ankunftszeit stellt sich auf 2:51 pm. Das würde passen, falls wir in keinen Stau kommen. Also riskieren wir es. Schaffen wir es nicht rechtzeitig, haben wir nichts. Das Taxi umsonst bezahlt und die Alcatraz Tickets wären dann auch verfallen. 50 Minuten fahren wir mit dem Taxi. Ein Toyota Prius. Na hoffentlich geht der nicht ein. Der Verkehr auf den Highways und dann auf den Straßen quer durch San Francisco läuft gut und flüssig. Und tatsächlich. Wir steigen um exakt 2:55pm aus dem Taxi. Direkt bei unserem Ziel. Man muss nämlich 20 Minuten vorher hier sein, bevor das Schiff ablegt. Das hätten wir geschafft. Ein paar Dollar Trinkgeld bekommt der Taxler natürlich auch noch für seine gute Arbeit. Mehrere Male hat er erwähnt, dass er jetzt ganz arm ist, weil er beim Retourfahren dann in die „Rush Hour“ kommt und bestimmt über 2 Stunden brauchen wird. For Good Luck, my friend. Thanks! Die Tickets haben wir schon. Hat sich echt ausgezahlt, diese vorab schon zu holen. Jetzt stehen wir gleich direkt nur mehr in der Schlange, um auf das Boot zu kommen. Punktlandung! Geil! Wir haben es geschafft! Wir sind aber schon ein bisschen geschlaucht. Hier in San Francisco beim Hafen ist es wieder sehr fresh. Gegessen haben wir heute außer einem Müsliriegel noch gar nichts. Aber jetzt überwiegt die Vorfreude auf Alcatraz. Auf dem Schiff gibt es Hot Dogs. Eveline besorgt zwei Stück, während David mit filmen und fotografieren auf dem Deck beschäftigt ist. Die Bucht von San Francisco. Heute ist es hier nebelig und windig. Die Golden Gate Bridge in der Ferne ist komplett in Nebelwolken gehüllt. Die Hot Dogs schmecken übrigens herrlich. Schließlich landen wir auf Alcatraz. Gleich runter vom Schiff. Ein Ranger empfängt uns und hunderte andere Personen. Die Insel Alcatraz ist ein Nationalpark. „Ranger Joe“ hält eine Ansprache und erzählt, was es hier so Alles zu sehen gibt. Einen Film kann man sich anschauen und einen Audioguide gibt es, quer durch den Gefängnistrakt. Dann wollen wir mal. Wir können uns hier frei bewegen. Der Film dauert nicht lange. Verdammt kalt und feucht ist es hier, im ehemaligen Hochsicherheitsgefängnis. Der Audioguide beginnt im Dusch- uns Ankleideraum des alten Gefängnisses und führt hinüber in den Zelltrakt. Zahlreiche interessante Info- und Fototafeln gibt es hier. Alles wird im Audioguide genau erklärt. Hier zu stehen, wo damals einstige USA-Staatsfeinde und Gangster wie Al Capone eingesessen haben, ist schon irgendwie eigenartig. Die Zellen sind eng, niedrig und klein. Alles Einzelzellen. Verdammt ungemütlich. Man sieht in einigen Zellen noch die ausgestemmten Fluchtlöcher des einzigen, geglückten Ausbruches der Geschichte des Gefängnisses. Die Geflohenen wurden nie gefunden. Angeblich sind sie aber ertrunken. Sehr spannend. Auch der Speisesaal ist interessant zu sehen. In der Küche von Alcatraz wurde darauf Wert gelegt, dass wohlschmeckendes Essen zubereitet wird. Gefangene, Wärter und Direktoren bekamen dasselbe Essen. Nur, als es schließlich viel ZU oft Spaghetti gab, sollen hier einmal die Tische und Sessel durch den Raum geflogen sein. Auch der Sportplatz im Freien zeigt sich von seiner ungemütlichen Seite. Nebel, Sturm, Meersalz, Möwenscheiße. Feucht und kalt. Es riecht nach Fisch. Trotzdem waren die Insassen sehr gerne und so lange wie möglich hier draussen. Nach der Audiotour machen wir noch ein paar Fotos und begeben uns wieder zum Schiff. Sehr interessant war es hier auf Alcatraz. Die Tour war auf jeden Fall den ganzen Stress wert. 2,5 Stunden waren wir auf der Insel. Bei der Rückfahrt zu Pier 33 sehen wir erneut den Sonnenuntergang in der Bucht von San Francisco. Traumhafte Perspektive auf die Golden Gate Bridge. Jetzt müssen wir nur mehr vom Pier 33 mit den Öffis retour zum Campground kommen. Das wird jetzt noch eine eigene kleine Weltreise. Zuerst mal gönnt sich Eveline einen Kaffee bei Starbucks. David verzichtet. Er braucht Fleisch. Was ordentliches zum Beißen wird noch gesucht. Wir gehen durch die Innenstadt bis zur nächsten U-Bahn Station. Bei Nacht. Super schön. Haben wir das also auch noch gesehen. Dann die Erlösung: The Melt! Wie geil. Da müssen wir rein. Wir bestellen gleich beim Eingang bei den Order-Tablets. Zuerst schauen wir uns die Speisekarte durch. Das gefällt uns. Einen „Megamelt“ für David, „Trio Mac ‘n’ Cheese“ und ein „Steak and Cheese“ Sandwich für Eveline. Wasser gibt es hier gratis. Geil. Eveline kann nach der Hälfte nicht mehr. David kümmert sich um den Rest. Das war richtig edel. So, jetzt sind wir für die weite Heimreise gestärkt. Hier gibt es freies W-Lan. Wir befragen daher gleich nochmal unser Google Maps nach der schnellsten Route. Die Zeit in den Öffis nutzen wir, um gleich auf dem Handy unsere Stories für den Blog zu tippen. 2 Stunden später kommen wir endlich beim Camper an. Es ist bereits 21:45 Uhr. Und wir sind jetzt richtig fertig. Viel Programm für einen Tag. Noch ein bisschen Internetsurfen und chillen. Das notwendigste Gepäck noch schnell auspacken, das Bett noch schnell beziehen und dann: Gute Nacht! Ein anstrengender, ereignisreicher vierter Tag in San Francisco und Umgebung geht zu Ende…

Der Zellentrakt in Alcatraz…

Blick auf den Wachturm…

Die Bucht auf dem Rückweg von Alcatraz zu Pier 33…

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