Von Revelstoke zum Salmon Run im Roderick Haig-Brown Provincial Park und weiter bis nach Merritt…

Tag 35 // Eine angenehme Nacht war das. Nicht kalt und sehr ruhig war es hier. So gefällt uns das. Nach dem Frühstück nutzen wir das W-Lan und telefonieren mit der Heimat. Davids Schwester sowie seine Arbeitskollegin werden heute mit einem Anruf beglückt. Es ist bereits angenehm warm in der Früh. Ca. 10 Grad. Bewölkt und windstill. Um 11:15 Uhr erst verlassen wir das Boulder Mountain Resort in der Nähe von Revelstoke. Ganz relaxed gehen wir den Tag an. Heute wollen wir wieder einige Kilometer gut machen auf dem Weg retour Richtung Vancouver. Unsere erste Station ist eine Geisterstadt beim Three Valley Gap. Unser Aufenthalt dort ist aber nur von kurzer Dauer. Leider geschlossen. Nicht wegen Reichtum, sondern wegen der Nebensaison. Weiter geht’s. Das nächste Städchen, welches wir streifen, heißt Sicamous. Dort bleiben wir mal kurz stehen und gehen in ein Canada Post-Office. Wir wollen uns erkundigen, was es so kostet, ein Paket nach Österreich zu schicken. Eine nette Dame gibt uns überaus freundlich Auskunft darüber. Im Geschäft nebenan gehen wir danach auch noch kurz durch. Ein „Wine & Souvenir“ Store. Es riecht verdammt streng nach Alkohol. Da kaufen wir heute nichts. Gut. Weiter auf dem Highway. Wir kommen zum Roderick Haig-Brown Provincial Park. Dort soll man den sogenannten Sockeye Salmon Run beobachten können. Dieser „Lachslauf“ ist die Zeit, wenn die Lachse, die aus dem Meer hochgewandert sind, in die oberen Bereiche der Flüsse schwimmen, wo sie schließlich auf den Kiesbetten laichen. Nach dem Laichen sterben alle Pazifischen Lachse und die meisten Atlantischen Lachse, und der Lebenszyklus des Lachses beginnt von Neuem. Alle 4 Jahre ist ein sehr starker Zyklus. Heuer ist es wieder so weit. Wir sind genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Das Spektakel wird hier groß aufgezogen. Ein riesiger Parkplatz. Man bezahlt 5 CAD Dollar fürs Parken. Zwei Souvenir Shops und einige Streetfood Stände stehen am Beginn des „Island Loop Trail“. Vier Millionen Lachse werden heuer erwartet. Und genau hier ist ein natürliches Nadelöhr. Das Wasser ist sehr seicht an dieser Stelle des Flusses. Die Lachse schauen teilweise mit der Rückenflosse aus dem Wasser und schlängeln sich im Kiesbett dahin, um vorwärts zu kommen. Knallrot sind die Fische. Ideal um sie zu beobachten, zu filmen und zu fotografieren. Die GoPro kommt heute voll zum Einsatz. Als David die GoPro auspackt und das erste Mal ins Wasser hält, kommt sofort eine Parkrangerin herbei und fragt, ob wir denn eh eine Erlaubnis haben, um Unterwasser zu filmen. Nein, haben wir natürlich nicht. Wir haben auch nicht gewusst, dass man sowas braucht. Dürfte aber auch wirklich egal sein. Wir sollen bitte keine Steine am Ufer bewegen, keine Lachse berühren oder irgendwas ins Wasser werfen… Hätten wir auch nicht vorgehabt. Die Parkrangerin geht wieder und wir filmen einfach weiter. Ein wunderbares Erlebnis. Wir sind begeistert. Strahlender Sonnenschein, klares Wasser und hunderte rote Lachse, direkt vor unseren Augen. Einfach edel. Gute zwei Stunden verbringen wir am Flussufer. Schön langsam sollten wir uns aber wieder auf den Weg machen. Bei den Essensständen gönnen wir uns noch schnell eine Poutine. Die Verkäuferin ist sehr nett und schenkt Eveline einen Souvenir-Anstecker. Einfach so, weil wir von so weit weg hierhergekommen sind. Und die letzte Portion für den heutigen Tag bekommen auch ausgerechnet wir. Danach schließt nämlich der Stand. Diese letzte Portion ist extra groß. Zu zweit können wir die Portion gerade noch verputzen. Die Verkäuferin erzählt uns, dass sie ca. 4 Wochen hier stehen wird. Durchgehend, jeden Tag. So lange wird der Salmon Run andauern. Wahnsinn. Was Süßes muss jetzt trotzdem noch sein. Mini Donuts gibt es hier auch. 12 Stück sollten reichen. Obwohl David ein „Special“ von der Verkäuferin angeboten bekommt. 22 Stück für 10 CAD. Ein sehr verlockendes Angebot. Trotzdem wird dieses abgelehnt. Die 12 Stück schmecken auch super gut. Echt geil hier. Wie ein Kirtag. 200 Meter hinten dann das Naturspektakel sondergleichen. Wir sind überglücklich und verlassen den Provincial Park. Jetzt beginnt die Suche nach dem Campground für die kommende Nacht. Kamloops wird angesteuert. Eine größere Stadt mit 90.280 Einwohnern. Der Campground hier gefällt uns aber nicht. Zu nah am Industriegebiet und neben der Straße. Wir beschließen, weiter zu fahren und gleich noch einige Kilometer zurückzulegen. Logan Lake heißt unser nächstes Ziel, wo wir unser Glück versuchen. Wir benutzen übrigens für die Campingplatz-Suche das App WikiCamps. Der Campingplatz ist leider nicht mehr geöffnet. Viele Campingplätze schließen nach der Hauptsaison, Anfang Oktober. Kann man nichts machen. Wir probieren noch den Campground im Lac Le Jeune Provincial Park. Der liegt gleich in der Nähe. Aber auch dieser hat leider schon geschlossen. Bleibt uns nichts anderes übrig, als bis nach Merrit weiter zu fahren. Nach weiteren 45 Minuten Fahrzeit sind wir am Claybanks RV Park in Merrit angekommen. Dieser Campground ist eingezäunt. Auch nicht schlecht. Somit keine wilden Tiere. Das Office ist auch hier eine Nummer für sich. Über Campground Offices könnten wir mittlerweile einen eigenen Blog schreiben. Eines geiler wie das Andere. Hier ist es eine Mischung aus Videothek und Waffenkammer. Hunderte DVDs und VHS Kassetten, daneben das Winchester Gewehr von 1886 an der Wand. Ein netter Mann Mitte 60, welcher voriges Jahr sogar Innsbruck besucht hat, aber in den Bergen keinen Schnee gesehen hat, kassiert die überraschend günstige Stellplatzmiete und übergibt uns die Schlüssel zu den Sanitäranlagen. Diese sind sehr sauber und wirken sehr gepflegt. Nur das Wasser ist nicht besonders heiß. Wir parken uns ein und machen es uns gemütlich. Es ist schon dunkel. Am Stellplatz nebenan läuft der Wasserhahn. Aber so richtig, mit Druck. Wir versuchen, diesen zu schließen. Kein Erfolg. David geht das dem netten Österreich-Touristen im Office mitteilen. Dieser weiß schon Bescheid, kann aber auch nichts machen. Bald kommt eh der Installateur. Wir sollen es einfach ignorieren und laufen lassen. Okay. Auch nicht schlecht. Das W-Lan funktioniert gut. Wir laden Fotos in die iCloud und checken unsere Fotos und GoPro Videos. Heute kochen wir kein Abendessen mehr. Die Poutine und die Donuts haben mehr als ausgereicht. Eine Folge „Game of Thrones“ geht auch noch. Die erste Folge der dritten Staffel steht heute an. Ein schöner Tag war das heute. Der Salmon Run war ein sehr beeindruckendes Erlebnis. Leider haben wir nur mehr zwei Nächte im Camper vor uns…

Eine Engstelle des Flusses beim „Salmon Run“

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