Blue River, Mud Lake, Mount Robson Provincial Park und Tête Jaune Cache…

Tag 24 // Wir haben eine klare und saukalte Nacht. Unser Wetter App sagt uns es hat -2 Grad. Man müsste schon fast die Heizung durchlaufen lassen. Aber dann kann man auf Grund des Lärms auch nicht schlafen. Also schließen wir einen Kompromiss. Jede halbe Stunde 10 Minuten heizen. Eveline wird um 7 Uhr wach. David wie gewohnt etwas später. Die lange Unterflack lassen wir heute sicherheitshalber gleich an. Zumindest noch während dem Frühstück. Joghurt mit Früchten und getoastetes Vollkornbrot. Das selbstgebackene von der jungen Frau vor dem Visitorcenter in Clearwater schneiden wir heute an. Schmeckt herrlich. Guter Kauf. Wir erledigen die üblichen Morgenrituale und versorgen unseren RV. Danach gehen wir zu Mike ins Office. Wir wollen heute wieder einmal Kanu fahren. Er hat uns gestern schon beim Einchecken angeboten, dass wir ein Kanu ausborgen und im nahe gelegenen Mud Lake eine Runde fahren können. Wir werden sogar von ihm persönlich bis zum See gebracht. Passt. Unserem zweiten Kanuabenteuer steht nichts mehr im Wege. Wir sind heute früher dran als das letzte Mal. Es ist noch immer verdammt fresh. Ca. 5 Grad hat es jetzt um 9:30 Uhr. Wir ziehen uns warm an, packen eine Banane und Schokoriegel ein und füllen uns Tee in unsere Thermoskanne. Alles beisammen. Mike holt uns mit seinem Pickup direkt vor unserem Camper ab. Wir cruisen über Stock und Stein auf einem kleinen Waldweg Richtung See. Mike ist sehr gesprächig. Er erzählt uns, dass er mit einer Indianerin eine gemeinsame Tochter hat. Die Mutter seiner Tochter gehört zum Volk der Cree. Der Wolf ist deren Stammeszeichen und seine Tochter kann angeblich sogar heulen wie eine Wölfin. Oft geht er Blaubeeren sammeln. Die gibt es hier von August bis Ende September im Überfluss. Er hat dann auch immer ein extra Sackerl dabei. Denn die Rebhühner dürften hier sehr dumm und langsam sein. Wenn er beim Beerenpflücken eines sieht, nimmt er einfach einen Stein… und BÄNG. Dinner. Das machen hier alle so, im 175 Einwohner Dörfchen Blue River. Ein sehr amüsanter Typ dieser Mike. Wir sind angekommen beim See. Wahnsinnig schöne Idylle. Unglaublich. Ein Kanu liegt bereit. Hier am Ufer könnte man einfach wild campen. Zumindest eine Feuerstelle und einen Tisch gibt es hier bei der Einstiegsstelle. Gehört der Province British Columbia, erzählt uns Mike. Also dem Staat. First Come, First Serve. Und kostenlos, wenn man schnell ist. Auch nicht schlecht. Im Sommer ist das hier bestimmt ein traumhafter Platz zum Campen. Das Wasser ist ruhig und still. Man sieht einen schneebedeckten Berg, davor leichte Wolken und noch etwas Morgennebel. Die Sonne kommt ein wenig durch die Wolken durch. Super Bild. Wir machen gleich ein paar Fotos. Und sogar der einheimische Mike zückt sein iPhone und schießt ein paar Fotos, weil heute die Stimmung hier so wunderschön ist. Hat sich also bereits jetzt schon ausgezahlt, dass wir hierhergekommen sind. Leider haben wir heute keine Drohne dabei. Aber das ist vielleicht eh besser. Weil sonst würde das mit dem Kanu fahren nichts mehr werden heute. Mike verabschiedet sich. Wir sollen ihn einfach anrufen, wenn wir fertig sind. Passt. Rein ins Wasser. Also das Kanu ins Wasser und wir ins Kanu. Easy geht das heute, im Vergleich zu unserem Abenteuer im Algonquin National Park. (Der Link geht zu unserer Story von damals). Wir paddeln los. Auf den Berg zu. Super Landschaft, super Fotos. Wir wollen im Uhrzeigersinn eine schöne Runde um den ganzen See drehen. Schwarzbären soll es hier zur Genüge geben. Hoffentlich sehen wir endlich welche. Man kann hier sogar eine sogenannte „Blue River Safari“ buchen. Die Veranstalter werben mit Fotos von Schwarzbären in ihrem Folder. Im Prinzip machen wir jetzt dieselbe Tour wie die Safariteilnehmer, nur dass wir selber paddeln müssen und nicht bequem in einem Motorboot sitzen. Es lebe der Sport. Da wird uns jetzt wenigstens warm. Auf der linken Seite kommen wir zu einem Wasserfall. Wir legen an. Ein Steg und eine Bootsanlegestelle sind auch vor Ort. Wir gehen ca. 100 Meter in den Wald hinein und kommen zu einem super Wasserfall. So viele Wasserfälle haben wir jetzt schon gesehen und wir bekommen trotzdem noch nicht genug. Dieser hier hat wieder ein sehr eigenes Flair, weil er ziemlich versteckt im Wald ist und der daraus wegfließende Bach in den See mündet. Und um einiges kleiner ist er auch als die bisher schon Gesehenen. Ein paar Fotos. Die Blue River Safari Tour legt mit ihrem Motorboot auch schon an. Und 15 Touristen mit Schwimmwesten bekleidet strömen ebenfalls in die kleine Waldschneise, um den Wasserfall zu beäugen. Wir sind eh schon fertig hier und gehen wieder zurück zu unserem Wassergefährt. Die Schokoriegel sind jetzt eine willkommene Stärkung. Dazu Tee. Dann lauschen wir ein wenig den Erklärungen und Erzählungen des River Safari – Guides. Seine Schäfchen sitzen mittlerweile schon wieder brav auf ihren Plätzen im Motorboot. Dann legen wir ab und paddeln weiter. Wir bleiben in Ufernähe, paddeln extra leise vor uns hin und reden nur das Notwendigste, um vielleicht doch noch ein paar wilde Tiere zu erspähen. Gute 3 Stunden sind wir am See unterwegs. Die Sonne kommt raus und es ist nach wie vor wunderbar ruhig hier. Leider keine Bären oder sonstige Tiere. Es soll halt nicht sein. An unserer Anlegestelle legen wir wieder an. Eveline versucht gleich Mike zu erreichen. Nach einem kurzem, nicht verständlichem Telefonat mit einem Koreaner, geht schließlich Mike ans Telefon. Eveline hatte schon geglaubt, sie hätte sich verwählt. Mike sagt, dass er in 15 Minuten da sein wird. In der Zwischenzeit machen wir noch ein paar Fotos und ziehen das Kanu an Land. Mike kommt pünktlich. Er ist gut drauf und fragt uns, ob wir Bären gesehen haben. Nein, haben wir leider nicht. Dafür hat ER beim Herfahren gerade eine Bärenmutter mit ihrem Jungen gesehen. Und während wir gemütlich paddeln waren, hat ihn noch dazu „Piri“ am Campingplatz besucht. Piri ist ein Schwarzbär, der hier in der Gegend ansässig ist und welchen Mike schon sehr lange kennt. Na leiwand. Schön langsam glauben wir, die Bären haben Angst vor uns, anstatt umgekehrt. Fettes Bärengebiet, überall Bären, jeder sieht sie, nur wir nicht. Beim Rücktransport zum Campingplatz fährt Mike extra langsam. Vielleicht sehen wir ja noch die Bärenmutter inklusive ihres Nachwuchses. Leider nichts. Wir erfahren von Mike, dass der Koreaner, der vorher am Telefon war, der neue Eigentümer des Campingplatzes ist. Quasi der Chef von Mike. Ein koreanischer Investor. Aber der hat keine Ahnung von Irgendetwas hier, erzählt uns Mike. Deswegen ist es so „nice“ für ihn zu arbeiten. Auch beim Campingplatz dreht Mike noch eine Extrarunde. Vielleicht treibt sich Piri ja immer noch hier herum. Nichts. Wir bedanken uns bei Mike für seine Bemühungen und verabschieden uns. Wir wollen noch weiter. Es ist kurz vor 14 Uhr. Tête Jaune Cache ist unser nächstes, angepeiltes Ziel. Hier wollen wir heute nächtigen und morgen dann eine Wanderung auf den Mount Robson unternehmen. Wir fahren los. Als wir auf den Highway einbiegen, läuft ein riesiger Elch ca. 15 Meter vor unserem Camper über den Highway. Ein edles Tier. Mindestens so groß wie ein Pferd. Unglaublich muskulös und stattlich. Trotzdem wirkt er irgendwie ein bisschen tapsig auf dem Asphalt. Eveline kann gerade noch ein paar Fotos durch die Windschutzscheibe schießen. Doch der Elch ist relativ schnell unterwegs. Ein schönes Erlebnis. Wir cruisen auf dem Yellowhead Highway nordwärts. Im Camper heizen wir uns richtig ein. Wir sind etwas ausgekühlt nach der Kanutour. Eine Packung Chips wird geöffnet. Während einer Pause übernimmt Eveline das Steuer. David widmet sich am Beifahrersitz dem Blog und den Chips. Ungefähr eine Stunde sind wir noch unterwegs. Bei der Einfahrt zum Mount Robson Provincial Park halten wir an und genießen den Ausblick auf den imposanten wolken- und schneebedeckten Mt Robson. Im  Park suchen wir das Visitorcenter auf. Ein junges Girlie gibt uns Infos zu Campingplätzen inklusive Hookups und erklärt uns alle Optionen für die geplante Wanderung auf dem Mt Robson. Passt. 15 Minuten fahren wir noch bis zu unserem ausgwählten Campground. Dieser nennt sich Tête Jaune Lodge Campground. Dort checken wir wie gewohnt im Office ein. Eine ältere Dame kassiert die Stellplatzgebühr und möchte uns persönlich den Stellplatz zeigen. Wir sollen ihr einfach folgen. Sie fährt in ihrem Golfwagerl voraus. Auch leiwand. Hatten wir so auch noch nie. Der Campingplatz ist schön. Direkt an einem türkisblauen Bach gelegen. Wir stellen ab und schließen routiniert Alles an. Es ist kurz vor 17 Uhr. Die Duschen sind wunderbar sauber und komfortabel ausgestattet. Sogar Handtücher bekommt man hier bereitgestellt. Auch neu für uns. So, genug Programm für heute. Nur mehr duschen, kochen, einheizen, Game of Thrones schauen, schnapsen und den Tag gemütlich ausklingen lassen…
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Der „Mud Lake“ am Morgen mit unserem Kanu…

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Paddelpause beim Wasserfall…

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Der erste Elch quert vor uns den Highway…

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Mike’s Office am Gampingplatz in Blue River…

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